Cadillac/GM verhöhnt Ford: Duell abseits der Formel-1-Rennstrecke
Das kann ja lustig werden: Die Formel-1-Autos von Cadillac (GM) und Ford (als Partner von Red Bull Racing und der Racing Bulls) sind noch nicht auf der Rennstrecke, da fliegen bereits die Fetzen.
Die Motorsport-Rivalität zwischen General Motors und Ford ist legendär, fragen Sie da nur mal einige NASCAR-Fans. Ford gegen Chevrolet (GM) erhitzt bis heute die Gemüter. Da fliegen nicht nur auf den Rennstrecken, sondern auch auf den Tribünen die Fetzen.
In den Wurzeln beider US-Unternehmen pocht viel Racing-Saft. Motorsport war bei Ford zunächst Chefsache: Um die Leistungsfähigkeit seiner Autos zu beweisen, trat Firmengründer Henry Ford um die Jahrhundertwende mit einem umgebauten Fahrzeug an, um Auto-Duelle zu gewinnen oder Speed-Rekorde aufzustellen.
Dann engagierte er den bekanntesten und charismatischsten Racer jener Epoche, um Siege einzufahren – Barney Oldfield. Heute würden wir sagen: ein wunderbar gelungener PR-Coup.
Die Brüder Louis, Arthur und Gaston Chevrolet traten alle beim Indy 500 an: Gaston gewann 1920, Arthur schied zwei Mal aus, Louis konnte bei vier Einsätzen einmal aus Reihe 1 losfahren, kam aber nie ins Ziel. Der in der Schweiz geborene Louis Chevrolet gründete später die Autofirma dieses Namens (heute Teil von General Motors).
Ford kehrt 2026 werksseitig als Partner von Red Bull in die Formel 1 zurück – mit den beiden Rennställen Red Bull Racing und den Racing Bulls. General Motors bringt 2026 erstmals Cadillac auf die F1-Strecken, in einigen Jahren will GM zudem mit dem eigenen Motor antreten.
Aber bevor die Formel-1-Rennwagen 2026 auch nur einen Meter zurückgelegt haben, wird nicht mit spitzen Bemerkungen gespart, wie vor kurzem im Athletic. Da höhnte Dan Towriss, CEO des neuen Cadillac-F1-Teams über die Partnerschaft von Ford mit Red Bull: «Das ist doch ein Marketing-Deal mit minimalen Auswirkungen, während GM Anteile am Cadillac-Team hält. GM ist bei uns technisch tief eingebunden und war von Anfang an dabei. Die beiden Deals könnten unterschiedlicher nicht sein.»
Die Antwort des Ford-Vorstandsvorsitzenden Bill Ford liess nicht lange auf sich warten: „Ich würde sagen, das Gegenteil ist der Fall. Sie fahren meines Wissens mit einem Ferrari-Motor. Nicht mit einem Cadillac-Motor. Ich weiss nicht einmal, ob GM-Mitarbeiter überhaupt im Rennteam mitarbeiten. Unsere Partnerschaft eine reine Marketing-Massnahme? Nichts könnte von der Wahrheit weiter entfernt sein! Ich war zunächst baff über solche Aussagen, dann musste ich darüber lachen.»
Ford-Rennchef Mark Rushbrook ergänzt: «Die Leute dürfen ruhig ihre Meinung haben, aber wenn sie sehen würden, was hier bei Ford vor sich geht, wenn wir ihnen Einblick gewähren und alles zeigen könnten, wären sie sehr schnell von etwas Anderem überzeugt.»
«Das ist nicht einfach nur ein Marketing-Programm. Natürlich spielt dieser Aspekt eine Rolle, aber wir packen voll mit an. Wir arbeiten eng mit Red Bull zusammen, allein schon wegen der technischen Anforderungen und des Tempos, das wir vorlegen müssen, um all unsere Ziele zu erreichen.»
«Wir hätten viel Geld ausgeben können, um unser Logo auf ein Auto zu kleben oder unseren Namen neben ein Team zu setzen. Doch wir haben uns ganz bewusst für die Gründung von Red Bull Ford Powertrains entschieden – als echte technische Partnerschaft, um die ambitionierten Bemühungen von Red Bull bei der Entwicklung eines eigenen Antriebsstrangs optimal zu ergänzen.»
«Wir haben Bereiche gefunden, in denen Ford die Kompetenzen und Fähigkeiten von Red Bull dank unserer Grösse, unserer Reichweite und unseres technischen Know-hows ideal ergänzen kann, mit dem Ziel, den besten Antriebsstrang der Formel 1 zu entwickeln – genau wie in den vergangenen Jahrzehnten.»
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