George Russell über McLaren-Stallorder: «Nicht akzeptabel»
Mercedes-Star George Russell äusserte sich im Fahrerlager von Abu Dhabi zum WM-Titelkampf. Der Brite hat eine klare Meinung zum Thema Stallorder im Weltmeister-Team aus Woking.
Auf dem Yas Marina Circuit werden die GP-Stars in diesem Jahr einen Titel-Showdown erleben: Sowohl die beiden McLaren-Stars Lando Norris und Oscar Piastri als auch Titelverteidiger Max Verstappen haben noch eine Chance, sich die WM-Krone zu schnappen. Die beste Ausgangslage hat Norris, der als WM-Leader mit einem Vorsprung von 12 Punkten auf Verstappen ins letzte Kräftemessen der Saison steigt. Nur vier Punkte beträgt der Rückstand von Piastri auf den vierfachen Weltmeister.
Bisher bemühte sich das McLaren-Team, den teaminternen Titelkampf fair zu gestalten. Dafür wurden die sogenannten «Papaya Rules» verfasst. Diese sollen auch im letzten Rennen zur Anwendung kommen. Sollte sich aber der Fall ergeben, dass Verstappen das Rennen anführt, könnte es zu einer Zwickmühle für Teamchef Andrea Stella und CEO Zak Brown kommen.
Denn wenn der Red Bull Racing-Star das Rennen gewinnt, muss Norris mindestens Dritter werden, um sich den Titel zu sichern. Piastri würde der dritte Platz nicht reichen, er muss wegen seines Rückstands vor dem vierfachen Champion ins Ziel kommen. Würde das Team beim entsprechenden Szenario Piastri bitten, Norris den dritten Platz zu überlassen?
Diese Frage beschäftigt das ganze Fahrerlager. Und auch George Russell wurde dazu befragt. Der Mercedes-Star hat eine klare Haltung dazu: «Es ist meiner Meinung nach nicht akzeptabel oder vernünftig, einen Fahrer, der im letzten Rennen noch Chancen auf den Titel hat, zu bitten, Platz zu machen.»
Anders sei es allerdings, wenn einer der beiden Teamkollegen keine WM-Chance mehr habe, betonte der Brite: «Wäre es in vergangenen Jahren so gewesen, etwa bei Checo Pérez und Max Verstappen oder bei Rubens Barrichello und Michael Schumacher, dann wäre es absolut vernünftig, dass der Fahrer, der keine Chance mehr hat, Platz macht. Ich denke, das würde jeder Fahrer tun.»
«Aber für mich wäre es überhaupt nicht fair, solange beide noch im Titelkampf sind», doppelte Russell nach. «Ich denke, beide sollten eine Chance bekommen. Und wenn sie dadurch verlieren, muss man einfach sagen, dass der andere Fahrer einen besseren Job gemacht hat. So läuft es im Racing und so sollte es auch diesmal sein.»
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