James Allison (Mercedes): «Wolff haushoch überlegen»
Mercedes-Benz ist Dauerweltmeister: In der Turbohybrid-Ära sind die Silbernen seit 2014 ungeschlagen. Technikchef James Allison sagt: «Das liegt an Toto Wolff. Er ist allen Teamchefs haushoch überlegen.»
Sechs Fahrer-WM-Titel in Serie für Fahrer der gleichen Marke, gleichzeitig sechs Mal in Folge Sieg im Konstrukteurs-Pokal, das hatte es noch nie gegeben: Der Stern von Mercedes-Benz strahlt in der Turbohybrid-Ära der Formel 1 seit 2014 besonders hell. Die Erfolgsserie hat für den Engländer James Allison (52) vor allem einen Grund – Toto Wolff.
Allison, Technikchef des GP-Rennstalls von Mercedes, hat im Laufe seiner 30jährigen Rennkarriere mit einigen Führungspersönlichkeiten gearbeitet, mit Flavio Briatore und Jean Todt, mit Stefano Domenicali und mit Maurizio Arrivabene. Aber in einem Beitrag auf dem YouTube-Kanal von Mercedes findet Allison: "Als Teamchef ist Toto Wolff allen Anderen haushoch überlegen."
"Er strahlt eine unglaubliche Wärme und eine Vitalität aus, er setzt sehr viel Vertrauen in seine Mitarbeiter. Er lässt den verschiedenen Fachkräften in ihren ganz spezifischen Jobs Spielraum. Die Menschen sollen selber entscheiden können und in hohem Masse unabhängig arbeiten. Gleichzeitig erwartet Toto von den Leuten sehr viel. Wenn wir diesen Erwartungen nicht entsprechen, dann müssen wir dafür geradestehen, aber die Kritik bleibt immer kristallklar, geradeheraus und konstruktiv."
Der 48jährige Wiener Wolff sagt selber über seinen Führungsstil. "Wir verfolgen eine strikte ‚no blame culture’. Es geht also darum, nicht mit dem Finger zu zeigen, wenn ein Fehler passiert. Das hört sich einfach an, ist in der Umsetzung aber recht schwierig. Denn auf einem rationalen Niveau ist dieser Ansatz einfach zu verstehen. Der menschliche Verstand ist so strukturiert, dass man jemandem die Schuld gibt, wenn etwas passiert. Das nimmt Druck von einem selber. Im ersten Schritt ist es wichtig, das zu verstehen – es ist nur ein Ventil, um Druck von sich selber zu nehmen. Ich versuche daher, ruhig zu bleiben."
"Wenn ein Fehler passiert, dann geht es vielmehr darum, die Ursache des Problems zu klären. Wer letztendlich den Fehler begangen hat, das ist nicht wichtig. Gegenseitiges Vertrauen im Team ist bei der Aufarbeitung von Fehlern entscheidend. Die Teammitglieder wissen, dass auch ich selbst gute und schlechte Momente habe. Ich versuche aber immer, rational zu bleiben. Nur dann öffnen sich die Leute und sagen: ‘Ich denke, wir hätten dies oder das besser machen können.’ Das ist sehr wichtig, damit das Team Fortschritte erreichen kann."
"Ego kann ein sehr starker Antrieb sein – aber nur bis zu einem gewissen Grad. Ich habe schon grosse Egos gesehen, die gescheitert sind; die meisten deshalb, weil sie nicht in der Lage zur Selbstreflexion waren. Sie glaubten, dass sie die Grössten sind – ob in der Formel 1 oder auch woanders. Das ist in meinen Augen nicht förderlich, weil es wichtig ist, sich immer selbst zu hinterfragen."
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