Knall bei Ferrari: Lewis Hamilton-Renningenieur Riccardo Adami versetzt!
Wer 2025 beim Boxenfunk von Lewis Hamilton (41) und Riccardo Adami (52) zuhörte, erhielt den Eindruck: Da stimmt die Chemie nicht. Und tatsächlich: Der frühere Vettel-Ingenieur ist schon versetzt!
Ferrari bestätigt: Der Italiener Riccardo Adamit ist nicht länger Renningenieur von Superstar Lewis Hamilton! Am Abend des 16. Januar teilen die Italiener mit, Adami übernehme die Leitung des Nachwuchsprogramms Ferrari-Akademie und werde sich auch um Einsätze der Klasse TPC kümmern – «test previous cars» umschliesst Probefahrten mit älteren Ferrari-Modellen, wenn etwa die Junioren in älteren GP-Rennwagen F1-Erfahrung sammeln.
Nach dem üblichen Gesülze, wie dankbar Ferrari für die Arbeit des Technikers sei und den allerbesten Wünschen, wird hinzugefügt: Zu gegebener Zeit werde darüber informiert, wer Nachfolger als Renningenieur am Wagen Nummer 44 werde.
Wir müssen jetzt nicht unbedingt hellseherische Fähigkeiten zu besitzen, um zum Schluss zu kommen: Entweder Adami hat eingesehen, dass er mit Hamilton einfach nicht auf gleicher Wellenlänge sendet, oder der erfolgreichste Formel-1-Fahrer hat Druck gemacht, einen neuen Mann an seiner Seite zu bekommen.
Hamilton und Adami, das ist nie eine Einheit geworden, das wurde schon im Frühling klar, wie ein Beispiel aus Miami zeigt.
Am Funk entstand im Dreieck zwischen dem Kommandostand und den Fahrern eine viel zu lange Diskussion über einen Platztausch, um den vor den Roten fahrenden Kimi Antonelli im Mercedes anzugreifen. Um genau zu sein, wurde so lange gewartet, bis Kimi nicht mehr erreichbar war.
Der Platzwechsel drängte sich auf, weil Superstar Lewis Hamilton und Charles Leclerc auf unterschiedlichen Strategien unterwegs waren.
Hamilton hatte im unterhaltsamen Miami-Grand Prix Glück – er konnte seinen Reifenwechsel während einer virtuellen Safety Car-Phase absolvieren (der Haas-Rennwagen von Oliver Bearman musste zur Seite geschoben werden).
Leclerc kam eine Runde später an die Box und konnte von der VSC nicht so viel profitieren wie Lewis. Damit lag Hamilton auf einmal hinter Leclerc, der Brite auf den mittelharten Reifen, die mehr Speed erlauben, Leclerc auf den harten, weil er auf mittelhart begonnen hatte.
Hamilton hing dann rundenlang hinter Leclerc fest, der Funk glühte. Lewis: "Wollt ihr, dass ich von hier aus das ganze Rennen lang anschaue?"
Übersetzung: Lasst mich an Charles vorbei, ich bin schneller.
Zunächst keine hörbare Reaktion von Ferrari (obschon bei den Italienern natürlich fiebrig diskutiert wurde, was nun zu tun sei). Hamilton-Ingenieur Riccardo Adami: "Wir kommen auf dich zurück."
Lewis: "Das ist kein gutes Teamwork, mehr sage ich nicht."
Als dann endlich die Bestätigung von Adami kam, dass die Plätze getauscht werden, höhnte Lewis: "Macht doch gleich eine Teepause, wo ihr schon dabei sind, also ehrlich."
Dann kam doch noch der Befehl an den Monegassen, Platz zu machen, Charles reagiert, jammerte aber nachher am Funk, Hamilton müsse schon etwas mehr Tempo machen.
Zu diesem Zeitpunkt war die beste Phase der Hamilton-Reifen verflogen, nun war es Leclerc, der aufgehalten wurde. Also der Befehl an Hamilton, er solle Charles vorbeilassen. Was der auch tat, aber auch Leclerc konnte den vor ihnen fahrenden Antonelli nicht einholen.
Als Hamilton darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Sainz nur noch 1,4 Sekunden hinter ihm liege, ätzte Hamilton am Funk: "Wollt ihr, dass ich den auch vorbeilasse?"
Fakt ist: Es gingen wertvolle Runden verloren, mit einer schnelleren Reaktion wären die Reifen von Hamilton vielleicht gut genug gewesen, um einen Angriff auf Antonelli zu wagen.
Die Worte des Briten kamen bei Ferrari-Teamchef Fred Vasseur nicht gut an. Hamilton erzählte nach dem Grand Prix: "Fred kam in meinen Ruheraum, ich habe meine Hand auf seine Schulter gelegt und gesagt – beruhige dich, Junge, sei nicht so empfindlich."
"Ich hätte am Funk noch viel Schlimmeres sagen können. Hört euch doch mal an, was Andere am Funk so von sich geben. Und Einiges war sarkastisch gemeint. Ihr müsst schon verstehen, unter wie viel Druck wir stehen. Da gibt es halt am Funk nicht Friede, Freude, Eierkuchen."
"Ich war am Funk nicht mal wütend, ich habe auch nicht geflucht. Es war eher – entscheidet euch! Ihr habt die ganzen Infos vor euch, trefft eine Entscheidung und das pronto. Aber das alles lief noch kindertauglich ab. Ich weiss ja nicht, was ihr nun daraus macht, aber ich bin nicht der Ansicht, dass ich mich respektlos verhalten habe."
In Monaco erhielt Hamilton von Adami etwas länger keine Rückmeldung, worauf der Rennfahrer fragte: «Bist du sauer auf mich oder was?»
Noch Ende 2025 behauptete Adami: «Ich denke, was man von aussen sieht, ist deutlich schlimmer, als es intern wirklich ist. Die Beziehung zu Lewis, das, was wir mit ihm aufbauen, ist äusserst positiv.»
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