Martin Brundle über Kimi Antonelli in Melbourne: «Wie Michael Schumacher»
Kimi Antonelli liess sich in Melbourne durch seinen FP3-Crash nicht beirren und sicherte sich den zweiten Startplatz und den zweiten Rang. Damit erinnert er an Michael Schumacher, sagt Martin Brundle.
Es war ein harter Crash, den Kimi Antonelli im dritten Training zum Saisonauftakt in Australien einstecken musste. Der junge Italiener krachte in der zweiten Kurve mit 17g in die Mauer, blieb aber zum Glück unverletzt. Sein Dienstwagen wurde beim Abflug arg in Mitleidenschaft gezogen und die ganze Mercedes-Mannschaft hatte alle Hände voll zu tun, damit der W17 pünktlich zur Q1-Teilnahme wieder einsatzbereit war.
Unfreiwillige Schützenhilfe bekam das Werksteam der Sternmarke von Konkurrent Red Bull Racing. Denn Max Verstappen flog gleich im ersten Quali-Segment ab und löste eine rote Flagge aus, von der Mercedes profitierte. Als der Red Bull Racing-Renner des vierfachen Weltmeisters von der Strecke geschafft worden war und es weiterging, konnte Antonelli wieder ausrücken – und gleich sein Talent unter Beweis stellen. Denn mit seiner ersten schnellen Runde sicherte er sich das Weiterkommen. Am Ende war er der Zweitschnellste, und den Start aus der ersten Reihe nutzte er schliesslich, um hinter seinem Teamkollegen George Russell als Zweiter ins Ziel zu kommen.
Mit seinem starken Quali-Auftritt nach dem harten Crash erinnerte der 19-Jährige aus Bologna an keinen Geringeren als Michael Schumacher, wie Martin Brundle in seiner GP-Analyse auf «Skysports.com» festhält: «Kimi fuhr nach seinem Unfall in seiner nächsten schnellen Runde extrem schnell. Das erinnerte mich daran, wie Michael Schumacher 1991 in Suzuka den Ersatz-Benetton zu Schrott fuhr, der eigentlich für seinen Teamkollegen Nelson Piquet für das Wochenende vorgesehen war.»
«Mein Brabham wurde gerade überholt, also schaute ich mir mit Interesse an, wie gut dieses neue Wunderkind wirklich war. Seine erste schnelle Runde in seinem eigenen Auto war die schnellste von allen, ohne dass er sich zurückhielt», erzählt der Brite, der auch für Rennsieger Russell lobende Worte findet.
WM-Chance für George Russell
«George Russell war während des gesamten Rennens ruhig und kontrolliert, er hat sich seine Pole-Position und seinen Sieg redlich verdient, indem er erneut seine Pirelli-Reifen optimal nutzte und gleichzeitig eine hohes Tempo anschlug. Es war, gelinde gesagt, eine souveräne Leistung, und er führt nun zum ersten Mal die WM an. Er hat die harte Zeit durchgestanden, jetzt hat er die Gelegenheit, Champion zu werden», erklärt der 66-Jährige.
Brundle ist sich sicher: Sein Landsmann wird auch aus den eigenen Reihen viel Gegenwind zu spüren bekommen. «Antonelli wurde trotz eines schlechten Starts Zweiter, und ich habe keinerlei Zweifel daran, dass er George die ganze Saison hindurch auf Trab halten wird. Wenn Mercedes tatsächlich das Auto hat, das den WM-Titel gewinnen kann, werden die jeweiligen Fehler darüber entscheiden, wer von beiden die Nase vorn hat», prophezeit der frühere GP-Pilot und heutige TV-Experte.
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