Mercedes von Hamilton – Bottas: Was braucht die Diva?
SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Der 2017er Silberpfeil ist von Mercedes-Teamchef Toto Wolff als Diva bezeichnet worden. Aber was genau ist das Problem mit dem Auto?
Welche Schreckens-Szenarien wir über die neue Formel 1 alle gehört hatten. Stattdessen haben wir in Australien einen unterhaltsamen Grand Prix erlebt. Wo stehen wir mit diesen neuen Rennwagen?
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In loser Reihenfolge gehen wir in Form von "SPEEDWEEKipedia" auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Daniela Herren aus Bonn wissen: "Mercedes-Rennstallchef Toto Wolff selber hat den 2017er Silberpfeil als „Diva“ bezeichnet. Wie mir scheint, war die in Kanada wieder mal ein wenig besser gelaunt! Aber wo liegt denn nun eigentlich das grundlegende Problem mit diesem Wagen?"
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Grundsätzlich: Wenn das die hellen Köpfe des Weltmeister-Rennstalls Mercedes-Benz wüssten, dann wären die Schwierigkeiten längst aus der Welt. Einfach gesagt: Der Silberpfeil ist ein sauschnelles Rennauto, das jedoch sehr sensibel auf Veränderungen der Abstimmung reagiert.
Ist die Abstimmung – Federn, Dämpfer, Bodenfreiheit, Verschieben der Aerodynamik bei Lastwechseln – nicht perfekt, wie in Monte Carlo, dann haben die Piloten alle Hände voll zu tun.
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Es ist für Techniker und Fahrer schwierig, das Set-Up in so ein Fenster zu bringen, dass der Renner perfekt mit den Pirelli-Reifen harmoniert. An solchen Tagen, wie mit Hamilton in Kanada, ist Mercedes siegfähig. An anderen kommt der Wagen entweder nicht in den perfekten Nutzbereich der Pirelli hinein oder kann zu wenig lange dort gehalten werden. Ergebnis: Die Fahrer eiern herum.
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Wir haben an den bisherigen GP-Wochenenden der Saison 2017 wiederholt erlebt, wie sich solider Speed scheinbar aus dem Nichts verflüchtigt hat. Oder wie Mercedes es anders herum schaffte, nach Abstimmungsproblemen im freien Training für die Quali und das Rennen die Kurve zu bekommen.
Im Anschluss an den Kanada-GP ist Valtteri Bottas nach Italien geflogen, zu einem Termin mit Mercedes-Partner Petronas. Dabei hat er meinem Kollegen Franco Nugnes der italienischen Ausgabe von motorsport.com zu seinem Auto gesagt: "Ich glaube, der W08 ist ein überaus sensibles Auto. Viel sensibler als wir es gerne hätten. Wenn die Abstimmung passt, dann haben wir das schnellste Fahrzeug im Feld. Aber das Problem besteht eben genau darin, das Set-up perfekt hinzubekommen, auch beim Ausbalancieren von Vorder- und Hinterachse." Bottas ist nicht der Überzeugung, dass dies gezwungenermassen mit dem langen Radstand des Silberpfeils zu tun hat: "Ich kann nicht sagen, ob es hier einen Zusammenhang gibt. Es geht mehr um generelle Verstellparameter von Mechanik und Aerodynamik. Das hat auch dazu geführt, dass wir es nicht bei allen Rennwochenenden geschafft haben, die Reifen perfekt zu nutzen. Ferrari hat die Reifennutzung im Griff. Das sind sie besser als wir, keine Frage. Ich halte Ferrari für derzeit insgesamt stärker, aber wir sind nicht weit von ihnen entfernt, und wir werden besser, wie wir in Montreal bewiesen haben."
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Beim Motor glaubt der Russland-GP-Sieger: "Da sehe ich Ferrari und uns auf Augenhöhe. Vielleicht sind wir im Qualifying noch ein wenig besser, aber wir reden hier von wenigen Hundertstelsekunden." Für den Baku-GP erwartet Bottas einen heissen Tanz: "Das wird ein intensiver Kampf, nicht nur zwischen Mercedes und Ferrari, auch zwischen Lewis und mir. Der Schlüssel zum Erfolg wird erneut darin bestehen, die Abstimmung auf die Reihe zu bekommen. Und auf dem schwierigen Baku-Kurs keinen Fehler zu machen."
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