Motoren-Trick Mercedes/Red Bull-Ford: Audi befürchtet Nachteil
Der Autosport-Weltverband FIA hat ein Problem: Mercedes und Red Bull Powertrains/Ford sollen einen Trick gefunden haben, um mehr Leistung aus den Motor zu holen. Mattia Binotto von Audi ist in Sorge.
Am 22. Januar werden sich die Vertreter der Formel-1-Motorenhersteller mit der FIA treffen. Viele Hersteller wollen darüber sprechen: Der Vorwurf steht im Raum, wonach Mercedes und RBPT/Ford einen cleveren Weg gefunden haben, mehr Leistung aus dem Triebwerk zu holen, ohne jedoch das Reglement zu verletzen.
Angeblich geht das so: Das Verdichtungsverhältnis des Motors wird von den Regelhütern des Autsport-Weltverbands FIA statisch und bei Umgebungstemperatur gemessen, es liegt 2026 bei 16:1. Der Knackpunkt – Mercedes und RBPT/Ford sollen von der Wärmeausdehnung im Betrieb des Motors profitieren, um eine höhere Verdichtung zu erreichen (18:1). Und das ergäbe Vorteile in Sachen Leistung und Effizienz. Die Rede ist von einem Plus von 15 bis 20 PS.
Ben Hodgkinson, Chef von RBPT, hat das heruntergespielt: «Ich schätze, es gibt einige Nervosität unter den Motorherstellern, dass bei anderen Teams viel Ingenieurs-Hirnschmalz verwendet worden ist. Ich weiss nicht, wie viel man auf all das Gerede geben sollte. Ich bin schon recht lange in diesem Geschäft, und meist ist das alles nur Getöse. Jeder sollte sich besser auf die eigene Arbeit konzentrieren.»
«Ich weiss, was wir selber tun, und ich bin bester Dinge, dass alles dem Reglement entspricht, was wir vorbereitet haben. Klar reizen wir das Reglement aus. Und ich wäre wirklich überrascht, würden das die Anderen nicht auch machen. Aber ganz ehrlich – in diesem Punkt halte ich die Aufregung für viel Lärm um nichts.»
Dieser Ansicht ist Audi-F1-Projektleiter Mattia Binotto durchaus nicht. Im Rahmen der Audi-Präsentation in Berlin hat der Italiener festgehalten: «Wenn das alles wirklich so sein sollte, wie geredet wird, dann sprechen wir hier von einem erheblichen Wettbewerbsvorteil.»
«Ich glaube auch nicht, dass wir am 22. Januar für so etwas eine Lösung finden werden. Wir werden wohl eher davon sprechen, wie wir das Thema Messmethodik besser auf die Reihe bekommen.»
Binotto glaubt allerdings nicht, dass die Formel-1-WM 2026 in Australien mit einem Proteststurm beginnen wird: «Um gegen einen Rivalen zu protestieren, muss du ja zunächst mal wissen, wogegen du vorgehen willst.»
Anders gesagt: Der Konkurrenz ist unklar, was Mercedes und Red Bull Powertrains/Ford ganz genau machen. Auf dem Papier könnte dieser Kniff ja nach Strecke rund drei Zehntelsekunden pro Runde wert sein.
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