Formel 1
Kolumne
Neues Rätsel Racing-Raritäten: Bekannte Form in ungewohnten Farben
Bei unserem neuen Rätsel Racing-Raritäten ist ein Auto zu sehen, das viele GP-Fans kennen, aber die Farben passen irgendwie so gar nicht dazu. Wer ist das? Wo und wann ist das Foto geschossen worden?
Meist aus dem Archiv unserer Foto-Partner XPB und Grand Prix Photo stellen wir jede Woche ab Dienstag ein kleines Stück Motorsport-Historie vor. Sagen Sie uns, wer zu erkennen ist (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und rätseln Sie um die Ehre mit – zu gewinnen gibt es nichts. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der laufenden Woche, um 24.00 Uhr.
Die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen sind ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die im Rahmen des Rätsels übermittelten Daten werden ausschliesslich zur Durchführung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Für das neue Rätsel gilt: Die Form des Autos kommt uns bekannt vor, aber mit den gewohnten Farben passt das überhaupt nicht zusammen.
Unser Hinweis für die letzte Aufgabe lautete: Bei diesem Fahrer lagen zwischen dem ersten und zweiten Heim-GP unfassbare neun Jahre Pause!
Hier bissen sich einige Teilnehmer die Zähne aus, aber zu sehen ist der US-Amerikaner Pete Lovely mit seinem Cooper-Ferrari beim Grossen Preis der USA 1960 in Riverside (Kalifornien). Er wurde als Elfter klassiert.
"They never come back", sie kommen nie zurück, so lautete einst ein geflügeltes Wort im Boxsport. Wer einmal im Ring geschlagen wurde, der bleibt draussen. Aber grosse Comebacks gehören nicht nur zum Boxen, sondern auch zum Motorsport.
Die grösste Zeitspanne zwischen zwei Einsätzen in der Formel 1 betrug 10 Jahre und 114 Tage. So lange dauerte es, bis der Niederländer Jan Lammers wieder zu einem Grand Prix antreten konnte – von den Niederlanden 1982 (im Theodore-Rennwagen) bis Japan 1992 (im March).
Der US-Amerikaner Pete Lovely machte von Riverside 1960 (USA) bis Mosport 1969 (Kanada) eine Pause von fast neun Jahren. Rang 7 für den inzwischen 43-Jährigen war sein bestes Ergebnis im Rahmen der Formel-1-WM.
Gerard Carlton "Pete" Lovely, geboren am 11. April 1926, war aus mehreren Gründen ein bemerkenswerter Mann. Das begann mit dem Namen, denn "Pete" hiess überhaupt nicht Peter.
Sein Vater sagte, der Bauch seiner schwangeren Ehefrau sei so gross gewesen, dass sie mit Zwillingen gerechnet hätten. Die werdenden Eltern witzelten, wenn es Mädchen sind, dann nennen wir sie Kate und Duplicate (ein Wortspiel von Duplizieren), wenn es Buben sind, Pete and Repeat (von Wiederholen).
Aber es wurde am Ende ein Knabe, und obschon der Junge als Gerald Carlton getauft wurde, blieb Pete hängen.
1955 machte der Sohn eines Bauern mit dem Meistertitel in der Sportwagenserie SCCA auf sich aufmerksam, 1957 wurde er zum ersten Rennsieger auf der Rennstrecke Laguna Seca (in einem Ferrari 500TR von Fred Armbruster).
Sieg in der Champagner-Stadt Reims
Ein Jahr später wagte Lovely den Schritt nach Europa und gewann an der Seite von Innes Ireland seine Klasse beim 12 Stunden-Rennen von Reims.
Im Jahr darauf versuchte sich Pete mit einem Lotus 16 von Team Lotus ausgerechnet beim schwierigen Strassen-GP von Monaco und verpasste prompt die Qualifikation.
Lovely glaubte, er würde sich mit Preisgeld in Europa über Wasser halten können, aber sein Lotus war für gute Ergebnisse zu wenig standfest, und so kehrte Pete nach Amerika zurück.
Lovely blieb der Marke Lotus eng verbunden und nutzte die Renner, um für seine eigene Firma Werbung zu machen, die Vertretungen in Seattle und Washington hatte.
Zu Grands Prix mit dem VW Bully
Dazu gehörte auch sein berühmter, umgebauter VW Bully, auf dessen Landefläche der Lotus 49B ein echter Blickfang war. Beim Formel-1-Auto handelt es sich um das WM-Fahrzeug von Graham Hill 1968.
Nach Abschluss seiner Formel-1-Karriere 1971 nahm Pete Lovely bis in die 2000er Jahre an Rennen mit historischen Fahrzeugen teil. Seine zweite Firma "Pete Lovely Racing" restaurierte zahlreiche historische Renner.
Petes Sohn Chris Lovely begleitete seinen Vater von Kindsbeinen an und wurde einer der besten Rennmechaniker in der IndyCar-Szene.
Pete Lovely schlief am 15. Mai 2011 in Tacoma (Washington) mit seinen drei Kindern an seiner Seite ein, den Tod seiner Ehefrau drei Jahre zuvor hatte er nie verkraftet.
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