Siegen oder Aufhören? Marc Marquez auf der Suche nach den 100 Prozent
Vor einem Jahr gewann Marc Marquez acht der ersten neun Rennen. Jetzt kämpft er als WM-Fünfter gegen starke Aprilia-Piloten, vor allem aber gegen sich selbst. Bis zum Rücktritt scheint alles möglich.
MotoGP-Weltmeister Marc Marquez stand 2026 in sechs Rennen zweimal auf dem Podium. Im Sprint von Thailand sahen die Fans ein munteres Match gegen Pedro Acosta, dass die
Zu der unausgewogenen Sprint-Bilanz kam bislang ein
Die Gründe sind bekannt: Ducati hat die herausragende Vormachtstellung der letzten Jahre verloren. Siege sind im Frühjahr 2026 nur möglich, wenn andere Piloten, gemeint sind alle Aprilia-Piloten oder Pedro Acosta, patzen. Erst auf WM-Rang 4 taucht das erste Bike aus Bologna auf und der Pilot trägt nicht Rot, sondern Fluogelb und heißt Fabio Giannantonio.
Dass Marc Marquez nur auf Rang 5 platziert ist, liegt auch am Fahrer selbst. In den USA räumte der Weltmeister klar ein: «Es fehlt an mir, nicht am Motorrad.» Der einzige Grund ist in der noch nicht 100-prozentig idealen körperlichen Verfassung zu suchen. Zwischen den letzten beiden Siegen lagen nicht weniger als 160 Tage. Marc Marquez erhielt grünes Licht von den Medizinern für das nächste Kapitel seiner MotoGP-Karriere.
Formell ist Marc Marquez in der Lage den Kampf um die Spitze der MotoGP auf der Werks-Ducati mitzuführen, und doch fehlt dem 33-Jährigen die körperliche Leichtigkeit, um sich und sein Desmo-Material kurzzeitig zu «überfahren». Der berühmt-berüchtigte Marquez-Faktor, der kam 2026 bislang noch nicht zur Anwendung.
Marc Marquez hat nur das Siegen gelernt
Das weiß keiner besser als der Athlet selbst. Die mentale Stärke von Marc Marquez ist seit Tag 1 seiner Profikarriere ein entscheidender Faktor. Beschäftigen dürfte die Lage den neunfachen Weltmeister über alle Maßen. Marc Marquez wurde nicht für fünfte Plätze geschaffen. Die Vorstellung, dauerhaft nicht auf dem MotoGP-Podest zu stehen, dürfte in seinem Kopf nicht existieren. Aus jenem Grund zögerte Marc Marquez bislang auch, seinen Namen auf den Ducati-Corse-Vertrag für die Jahre 2027 und 2028 zu setzen.
Ginge es nach der Struktur von Corse-Chef Gigi Dall’Igna, dann wäre die Formalität längst erledigt, doch Ducati pocht – auch im Sinne eines üblichen Zweijahres-Formats – auf eine entsprechende Vereinbarung über 2027 hinaus. Die Vorstellung, noch fast drei Jahre dort zu fahren, wo er aktuell unterwegs ist, die ist für Marc Márquez allerdings nicht erträglich. Führt man diesen Gedanken konsequent zu Ende, so wäre selbst ein Rücktritt nach der Saison 2026 nicht auszuschließen. Warum sollte sich Marc Marquez auch durch eine Saison 2027 quälen?
Mandalika 2025: Anfang vom Ende?
Für den unbestrittenen außergewöhnlichsten Piloten des Fahrerlagers geht es jetzt ausschließlich darum, für sich herauszufinden, ob die gegenwärtige Verfassung noch einmal zu verbessern ist – oder ob der Körper der Ikone nun das endgültige Limit erreicht hat. Druck von außen ist dabei überflüssig, denn nur Marc Marquez selbst ist der Maßstab für unbedingten Willen.
Durchaus tragisches Element ist dabei die Verbindung zum aktuellen sportlichen Chef der MotoGP, Marco Bezzecchi. Denn ausgerechnet der Tabellenführer, der die letzten fünf GP-Rennen gewann, war es, der
Ein für sich betrachtet normaler Rennunfall, der mit Blick auf die Lage im April 2026 unweigerlich wieder an die Oberfläche kommt. Und sollte das nicht auszuschließende Szenario eintreten, dass Marc Marquez überhaupt keinen neuen MotoGP-Vertrag mehr unterschreibt, dann wird das Aus durch Marco Bezzecchi am 5. Oktober 2025 in Indonesien als Meilenstein in die Rennsport-Geschichtsbücher eingehen.
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