Eddie Irvine (Ex-Ferrari): Urteil zu Hamilton, Verstappen und Antonelli
Der vierfache GP-Sieger Eddie Irvine (60) spricht über die neue Formel 1, die Aussichten von WM-Leader Kimi Antonelli, den Frust von Max Verstappen und die Chancen von Ferrari.
Es ist ruhig geworden um Eddie Irvine. Der 60-jährige Brite (145-facher GP-Teilnehmer, 4 Siege, WM-Zweiter 1999 mit Ferrari) taucht nur noch selten bei Rennen auf.
Aber das Interesse an der Formel 1 ist geblieben beim Nordiren, der sich nach seiner GP-Karriere ganz auf seine Aktien- und Immobilien-Geschäfte konzentriert und ein Vermögen gemacht hat. Gegenüber den Kollegen der Gazzetta dello Sport hat er über die derzeit heissen Themen in der Königsklasse gesprochen.
Irvine über Kimi Antonelli
«Ich habe zum ersten Mal von Kimi gehört durch Luca Baldisserri, der damals mein Rennstallingenieur bei Ferrari war. Er beschrieb ihn mir als ein aussergewöhnliches Talent, nachdem er ihn in den Nachwuchsserien gesehen hatte. Und ich muss zugeben, dass er Recht hatte. Es ist lange her, dass Italien einen Fahrer dieser Klasse hatte. Kimi ist ein echter Titelanwärter, aber es ist noch zu früh, um vorherzusagen, wie die Saison ausgehen wird.»
«Was die beiden Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli und George Russell angeht: Die Fahrer haben ein ähnliches Leistungsniveau. Daher kann Toto Wolff nicht mit Teamorder eingreifen.»
Irvine über Ferrari
«Für die Roten ist das immer sehr schwierig. Das Problem ist die Entfernung zum Kern der Formel 1, der in Grossbritannien liegt. Im Vergleich zum letzten Jahr glaube ich aber, dass sie mindestens einen Sieg einfahren werden.»
«Dass Lewis Hamilton seine Form wiedergefunden haben soll, würde ich nicht als selbstverständlich ansehen. In China stand er zum ersten Mal mit Ferrari auf dem Podium, aber das ist seine Strecke. In Japan hingegen wurde er das ganze Wochenende über von Charles Leclerc dominiert.»
Irvine über die neue Formel 1
«Die gefällt mir überhaupt nicht. Sie müssen definitiv Änderungen vornehmen. Es kann nicht sein, dass alles nur noch von der Batterieladung abhängt. Ich liebe Elektroautos, habe selbst vier davon, aber es ergibt keinen Sinn, die Königsklasse auf ökologisch umzukrempeln.»
«Und diese Monoposti sind gefährlich, siehe Unfall von Oliver Bearman in Japan. Bearman war viel schneller als Franco Colapinto und musste ihm ausweichen. Es hat mich an den Vorfall erinnert, der Hitoshi Ogawa in der japanischen Formel 3000 das Leben kostete. Glücklicherweise haben sich die Wagen nicht berührt."
Irvine über Max Verstappen
«Die Formel 1 braucht Max nicht, es gibt jede Menge talentierte Fahrer. Für ihn ist es hart, sich im Mittelfeld wiederzufinden, aber wenn er an sein Gehalt denkt, gibt es über 50 Millionen gute Gründe zu bleiben.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach