McLaren-Ass Oscar Piastri ist 25: Ein reifer Kopf auf jungen Schultern
Am 6. April 2026 ist der Australier Oscar Piastri 25 Jahre alt. Der neunfache GP-Sieger zeigte früh, dass hier ein potenzieller Nachfolger der Weltmeister Jack Brabham und Alan Jones heranreift.
In Sprint von Katar 2023 eroberte Oscar Piastri seinen ersten Formel-1-Sieg, im Juli 2024 in Ungarn seinen ersten GP-Sieg: Der Australier machte sich zum 115. Formel-1-Sieger der Formel 1. An diesem 6. April 2026 feiert er seinen 25. Geburtstag.
Der langjährige Formel-1-Fahrer Martin Brundle bezeichnete Oscar Piastri schon bald als "reifen Kopf auf jungen Schultern". Mit 23 Jahren zeigt der McLaren-Fahrer in seiner zweiten GP-Saison beneidenswerte Reife. In Ungarn 2024 hat er im 35. Anlauf seinen ersten Grand Prix gewonnen, Formel-1-Sieger war er ja schon, wegen seiner Fahrt zum ersten Platz im Sprint von Katar 2023, 2025 kämpfte er um den Titel gegen Lando Norris und Max Verstappen. Hut ab!
Im ersten Teil der Formel-1-WM 2025 sah es so aus, als würde Oscar zum ersten australischen Formel-1-Champion seit Alan Jones 1980 werden. Aber dann kamen mehrere Faktoren zusammen: Tolle Aufholjagd von Max Verstappen, Norris kam nach Änderungen am McLaren Auto auf einmal besser zurecht als Piastri, am Ende wurde Oscar WM-Dritter und Norris beim Finale von Abu Dhabi zwei Punkte Vorsprung gegen Max über die Ziellinie retten.
Viel Respekt von Max Verstappen
Apropos Max. Damon Hill sagte im Podcast Drive to Wynn: «Ich spüre, dass Max anerkennt – im entscheidenden Moment wird Oscar nicht zögern. Piastri greift sofort an. Ich sehe es als eine der grössten Qualitäten eines Rennfahrers, aggressiv und entschlossen zu überholen. Und Piastri kann das.»
«Erinnert ihr euch an Jeddah 2025? Da gerieten Max und Oscar kurz nach dem Start aneinander, weil Piastri nicht nachgab, Max musste in den Notausgang und weigerte sich danach, seinen Platz preiszugeben. Oscar schien mir von all dem nicht besonders eingeschüchtert zu sein.»
«Ich wittere mehr Respekt zwischen Max und Oscar als zwischen Max und Lando Norris. Ich glaube, Norris ist sich seiner Sache bei Max nie ganz sicher, er ist Verstappen gegenüber immer etwas misstrauisch, und Max weiss das ganz genau.»
Das ist Oscar Piastri
Piastri ist also der 115. Formel-1-Sieger (es dauerte bis Kimi Antonelli in China 2026, dass ein 116. dazu kam), Oscar damals der erste seit Lando Norris in Miami 2024 und der fünfte aus Australien – nach Sir Jack Brabham (14 Siege), Alan Jones (12), Mark Webber (9) und Daniel Ricciardo (8). Wir wagten die Vorhersage: Von diesem jungen Mann werden wir noch viel hören. Inzwischen steht Oscar bei neun Siegen.
7 Fahrer aus Australien traten seit 1950 in der Königsklasse an, vier davon haben Formel-1-WM-Läufe gewonnen, Brabham wurde drei Mal Formel-1-Weltmeister (1959, 1960, 1966), Alan Jones holte den Titel 1980.
Mit Vollgas Richtung Formel 1
Viele aus der Vollgasbranche waren sich schon vor Jahren einig: Der nächste neue GP-Sieger aus Australien würde Oscar Piastri heissen. Der junge Piastri hatte in drei aufeinanderfolgenden Jahren in drei verschiedenen Formel-Kategorien auf Anhieb den Titel geholt – 2019 den Formel Renault Eurocup, 2020 die Formel-3-Meisterschaft, 2021 dann den Sieg in der Formel 2. Ein Expresszug Richtung Königsklasse!
Der tolle Trend kam erst Ende 2021 ins Stocken: Denn im November 2021 gab Alpine zwar bekannt, dass Piastri Test- und Reservefahrer wird, aber da war klar, dass es für den aufstrebenden Piloten in der Saison 2022 kein Renncockpit geben würde. Piastri wurde auf 2023 vertröstet, und das Alpine-Management war sich sicher – dieses Juwel haben wir in der Tasche.
Leider unterschätzte Alpine, dass sich Superstar Fernando Alonso mir nichts, dir nichts zu Aston Martin abseilen würde. Noch immer sahen die Franzosen keinen Grund zur Sorge, sie hatten ja Piastri. Nein, hatten sie eben nicht, wie sich kurz nach dem Alonso-Coup zeigte. Alpine verkündete, 2023 Piastri an den GP-Start zu bringen. Doch postwendend kam vom jungen Piloten ein Dementi.
Denn vor dem Hintergrund des ganzen Vertragsgezerres mit Alonso hatte Piastri-Berater Mark Webber die berechtigte Frage gestellt, wie entschlossen Alpine wirklich sein würde, Oscar für 2023 einen Platz zu geben. Die Variante von zwei Lehrjahren bei Williams fanden weder Webber noch Piastri berauschend.
McLaren schlägt zu
Also unterzeichnete Oscar auf Rat von Mark Webber einen Vertrag bei McLaren, um 2023 an der Seite von Lando Norris zu fahren. Es folgte eine öffentliche Schlammschlacht, in welcher Piastri mangelnde Loyalität unterstellt wurde. Der Wahrheit näher kommt: Das ist Formel 1, ein Pilot ergreift eine Chance, wenn er sie bekommt.
Die FIA-Schiedsstelle für Vertrags-Angelegenheiten schätzte die Lage so ein – das Abkommen mit McLaren ist rechtens und basta. Schon beim Nachsaisontest 2022 in Abu Dhabi rückte Piastri im McLaren aus. Der Rest ist ein Teil Formel-1-Geschichte.
Kurioses Detail beim WM-Auftakt 2023 in Bahrain: Als Fernando Alonso im März 2001 sein GP-Debüt gab, da war in der GP-Stadt Melbourne Mama Piastri im achten Monat schwanger mit Oscar ...
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