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Tierische Formel 1: Ein Affentheater um die Haiflosse
​SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Die uneleganten T-Flügel (als Kleiderbügel verspottet) werden verschwinden. Um die Haiflossen gibt es ein wahres Affentheater.
Formel 1
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In loser Reihenfolge gehen wir in Form von "SPEEDWEEKipedia" auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Jenny Johann aus Berlin wissen: "Ihr habt doch geschrieben, dass die doofen T-Flügel für 2018 verschwinden, die ein wenig an Kleiderbügel erinnern. Ihr habt dabei aber die Haiflossen aussen vor gelassen, die ich mindestens so hässlich finde. Was ist denn damit?"
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Ein wenig Vorgeschichte: Als die 2017er Rennwagen vorgestellt wurden, erkannten wir schnell – die segelartigen Verlängerungen der Motorabdeckungen sind zurück, die Briten nennen sie "shark fin", Haiflosse, andere tauften diese Luftleitelemente Segel. Aerodynamische Hilfsmittel, die in der Saison 2010 zu voller Blüte gelangt waren. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Für Formel-1-Technikchefs wie Andy Green von Force India steht fest: "Ich finde die gewaltige Flosse über der Motorabdeckung auch nicht schön, aber sie macht unser Auto schneller. Also müssen wir nicht darüber diskutieren, ob wir dieses Teil verwenden sollen." Die Flosse hilft, konstanter Abtrieb zu erzeugen, weil dadurch der Heckflügel gleichmässiger angeströmt wird. Ob wir den Fortsatz der Motorverkleidung nun Haiflosse nennen, sie schnöde mit einem Kombi vergleichen oder – wie es "Grand Prix Diary" tat – gleich zum Bügelbrett umfunktionieren: Die meisten Fans äusserten sich in den sozialen Netzwerken ablehnend.
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Die Teams wiederum freuten sich, potenziellen Sponsoren mehr Werbefläche präsentieren zu können. Die FIA fand: Ein prima Platz, um die Namen der Rennfahrer hinzuschreiben und die Startnummern der Piloten.
Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner schimpfte: "Ich finde diese Autos wirklich schön, aber die Flosse verdirbt alles. Um genau zu sein, haben wir angeregt, diese Auswüchse verbieten zu lassen, als wir verstanden haben, wo die Reise hingeht. Aus ästhetischen Gründen. Aber wir sind mit unserem Vorstoss in der Formel-1-Kommission gescheitert. Die anderen Teams waren gegen ein Verbot."
Ross Brawn, bei "Formula One Management" für die Entwicklung des Sports zuständig, sagte: "Wie immer bei einem neuen Reglement gibt es ein paar kleine Kinderkrankheiten. Wir haben diese ungeliebte Haiflosse. Damit müssen wir uns beschäftigen." Die Strategiegruppe entschied dann im Juni 2017: Weg mit den T-Flügeln und den Haiflossen! Die Teams waren nicht begeistert. Die Aerodynamiker wegen des verlorenen Abtriebs. Die Finanzexperten wegen fehlender Einkommen – denn wo heute Nummern und Namen stehen, sollten eigentlich Sponsorenkleber prangen.
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Danach stand sich die Formel 1 wieder mal selber im Weg. Wenn Änderungen im technischen Reglement beschlossen werden sollen, obschon entsprechende Fristen abgelaufen sind, dann ist gemäss Abkommen Einstimmigkeit erforderlich. Es gibt nur eine Ausnahme: Aus Gründen der Sicherheit kann die FIA Änderungen jederzeit einführen. McLaren hat dann in Abu Dhabi gemäss Informationen von auto, motor und sport den anderen Teams eröffnet: Sie sind dagegen, dass die Flosse bleibt. Im Fahrerlager kursiert seither: Das war ein von langer Hand geplanter Schachzug der Engländer. Sie entwickeln seit vielen Wochen ein Heck ohne Flosse, die Konkurrenz ging davon aus, dass das Segel bleibt, entwickelte also im Windkanal eine Lösung, die nicht kommt. Wenn McLaren mit dem Veto durchkommt, haben sie sich einen hübschen Vorteil verschafft.
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