Ungarn: Piastri vor Norris & Leclerc, Verstappen P12
Drittes Training zum Grossen Preis von Ungarn auf dem Hungaroring: WM-Leader Oscar Piastri hat die Nase vorn, Bestzeit; Isack Hadjar hat die Nase voll – von Norris genervt, dann ein Dreher, letzter Platz.
Drittes freies Training auf der Formel-1-Traditionsstrecke Hungaroring, letzte Gelegenheit, mit der Abstimmung des Rennwagens und mit dem Verhalten der Reifen klar zu kommen, bevor es ins Abschlusstraining geht.
Am ersten Tag hatte sich angedeutet: McLaren fährt auch hier in einer eigenen Liga, Lando Norris und Oscar Piastri zeigten Top-Zeiten nach Belieben. Am ehesten mithalten konnte Charles Leclerc im Ferrari, Max Verstappen kämpfte hingegen mit einem Rennwagen, störrisch wie ein alter Esel.
Auf 48 Grad warmem Asphalt und bei 26 Grad Lufttemperatur schaltete die Ampel am Ausgang der Boxengasse auf Grün und es passierte – nichts.
Die Fahrer warteten ab wie so oft, nur um sich dann über den dichten Budapest-Pistenverkehr zu beschweren. Die McLaren gingen nach zwei Minuten hinaus, um je einen Satz harter Reifen anzufahren, auch hier also am schnellsten.
Das Problem für einen Fahrer mit Problemen, sagen wir für Max Verstappen: Die klugen Köpfe von Red Bull Racing arbeiteten die ganze Nacht, um die Abstimmung des Autos zu verbessern. Aber heute 2. August ist es markant wärmer als einen Tag zuvor. Sportwagen-Weltmeister Anthony Davidson: "Es kann passieren, dass du in Sachen Set-up den Verhältnissen ständig hinterher hechelst."
Nach einer Viertelstunde zeigte sich Weltmeister Max Verstappen erstmals auf der Strecke, kurz darauf folgten die beiden Ferrari von Lewis Hamilton und Charles Leclerc.
Verstappen kurz auf P1, mit weichen Pirelli-Reifen, Hamilton zwei Zehntel langsamer als Max, dann kam Leclerc: 141 Tausendstel vor dem Niederländer.
Die Antwort von McLaren: Piastri knapp vor Russell Schnellster, Norris aber nur auf P5. Die Konkurrenz konnte nur müde lächeln – schön naiv, wer glaubte, dass dies das wahre Kräfteverhältnis widerspiegelte. Stand: Piastri, Russell, Leclerc, Verstappen, Norris, Hamilton, nach 30 Minuten.
Neuer Anlauf von Verstappen, mit dem gleichen Satz Reifen, nun knapp vor Piastri. Sein RBR-Auto wirkte nicht mehr so störrisch wie am Freitag.
Beweis: Verbesserung des vierfachen Champions, nur Leclerc machte das noch besser, neuer Stand – Leclerc, Verstappen, Norris, Piastri, Bortoleto, Russell, Antonelli, Hamilton, Stroll und Hülkenberg.
Oscar Piastri legte nach: 266 Tausendstelsekunden schneller als Ferrari-Ass Leclerc, Charles jedoch mit einem Schnitzer in Kurve 12, der genau diese Viertelsekunde gekostet haben musste. Die Tifosi wurden hellhörig – kann Ferrari hier am Ende die McLaren ärgern?
Beide Sauber-Fahrer in den Top-Ten, das macht Mumm, denn in der Rennsimulation vom Freitag hatte Hülkenberg Runden gezeigt, die in Sachen Konstanz auf Niveau von Ferrari gewesen waren.
Ungarn-Spezialist Hamilton tauchte auf P2 auf, dann Norris neu auf P3, McLaren also vor Ferrari vor McLaren vor Ferrari (Piastri, Hamilton, Norris, Leclerc), Max Verstappen Fünftschnellster vor dem überraschenden Bortoleto im Sauber.
16 Minuten vor Schluss liess WM-Leader Oscar Piastri die Muskeln seines McLaren spielen: neue Bestzeit, fast 1,1 Sekunden vor Hamilton, als erster Fahrer unter 75 Sekunden! Norris kurz danach nur 32 Tausendstel dahinter. Hamilton verbesserte sich, aber noch immer fast acht Zehntel hinter Piastri.
Racing Bulls-Fahrer Isack Hadjar beschwerte sich zuerst über Norris, der sich im Verkehr nicht sehr Gentleman-like verhielt, dann zeigte der Pariser am Ausgang der zweitletzten Kurve einen Dreher.
Max Verstappen schimpft noch immer über die Abstimmung: "Da versuchen wir, die Hinterachse zu verbessern, und dann habe ich nichts als Untersteuern." Es folgte ein langer Piiiiiiiiiieps eines zensierten Fluchs.
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