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Villeneuve: «Verstappen gegen McLaren im Vorteil»

Formel-1-Chamion Jacques Villeneuve schätzt die Situation vor dem WM-Finale in Abu Dhabi ein. Der Kanadier glaubt: «Max Verstappen hat gegen das McLaren-Duo einen Vorteil, der entscheidend sein kann.»

Mathias Brunner

Von

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Auch Jacques Villeneuve traute seinen Augen kaum, was er beim Katar-GP zu sehen bekam – als McLaren mit einem denkwürdigen strategischen Eigentor Max Verstappen den Sieg schenkte.

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Villeneuve, der elf seiner 163 Grands Prix gewonnen hat und mit dem Williams-Rennstall 1997 Formel-1-Weltmeister wurde, sagt im Portal CoinPoker: «Gewiss, McLaren hatte in Katar nicht die beste Strategie. Aber Max Verstappen und Red Bull Racing gingen damit durchaus ein Risiko ein, denn wären alle Anderen nicht an die Box gefahren, wäre Max am Ende des Feldes gelandet! Das war ein Wagnis, das sich vor allem deshalb auszahlte, weil fast alle Anderen auch an die Box fuhren.»

«Im Nachhinein ist es immer leicht zu sagen, wie nun bei McLaren: Das war keine gute Idee. Aber man weiss nie, was die Fahrer hinter einem tun. Und als Führender ist es schwer, ein Risiko einzugehen.»

«Ich finde, McLaren zahlt jetzt den Preis dafür, beiden Fahrern gegenüber absolut fair sein zu wollen. Nachdem die Entscheidung für Piastri gefallen war, trafen sie eine ähnliche Entscheidung für Norris, anstatt zu reagieren.»

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«Von Saisonbeginn an haben sie immer betont, dass sie beiden Fahrern gegenüber hundertprozentig fair sein wollen. Das könnte sie am Ende teuer zu stehen kommen. Sie hätten Piastri helfen können, indem sie Norris draussen gelassen hätten, um Verstappen zu bremsen, aber sie taten es nicht. Sie versuchen, fair zu spielen, aber letztlich kostet es sie Punkte»

«Red Bull Racing muss dieses Spiel nicht mitspielen, sie müssen nicht fair gegenüber dem anderen Piloten sein. Denn es gibt dort nur einen Fahrer. Das war für Red Bull Racing in vielen Grands Prix nachteilig, aber in Situationen wie in Katar kann es von Vorteil sein. Und das kann es auch beim Finale von Abu Dhabi sein.»

«McLaren ist nicht das erste Team, das die falsche Strategie verfolgt. Das ist schon vielen Teams passiert. Aber in den ersten Rennen einer Saison fällt das weniger auf als gegen Schluss, wenn die Titelentscheidung naht. Max hat dadurch viele Punkte geholt an einem Wochenende, an dem McLaren definitiv das schnellste Auto hatte.»

«Das Kräfteverhältnis hatte sich verschoben, denn an diesem Wochenende dominierte Piastri. Das war ein grosser Unterschied zu den letzten Rennen. Aber insgesamt macht es die Meisterschaft für alle spannender.»

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«Max liegt nur 12 Punkte zurück, Piastri 16. Das bedeutet, dass Piastri Norris nicht helfen kann und das Team ihn auch nicht darum bitten sollte, da er die Meisterschaft ja immer noch selbst gewinnen kann.»

«Es ist also ein offener Kampf zwischen drei Fahrern. Das letzte Mal, als mehr als zwei Fahrer im letzten Rennen um den Titel kämpften, war bei Sebastian Vettels erstem Titel, als er, Lewis Hamilton, Mark Webber und Fernando Alonso in Abu Dhabi gegeneinander antraten. In diesem Rennen hing Alonso im Ferrari dann rundenlang hinter Vitaly Petrov fest, Ferrari hatte das Rennen von Fernando auf Webber ausgerichtet und Vettel irgendwie vergessen.»

«In Abu Dhabi wird es nun darum gehen, wie Piloten und Rennställe unter Druck reagieren. Und diese Situation ist neu für die McLaren-Fahrer. Die Papaya-Regeln, also diese Fairness beiden Piloten gegenüber, sind offensichtlich schädlich für das Gesamtergebnis. Wer um jeden Preis gewinnen will, der kann sich keine Papaya-Regeln leisten.»

«Ich glaube nicht, dass Prost und Senna eine solche Regel hatten, als sie Teamkollegen und -rivalen bei McLaren waren, genauso wenig wie später Hamilton und Alonso. Es hat nicht funktioniert. Vettel und Webber? Hat auch nicht funktioniert. Ich sehe so eine Regel zum ersten Mal in der Formel 1. Manche Meisterschaften gingen auch verloren, weil es keine Vorgaben gab.»

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«Wir reden ständig über die Papaya-Regeln, aber wir wissen ja gar nicht, was in den Fahrerverträgen steht. Und genau das ist der springende Punkt. Wenn in ihren Verträgen absolute Ausgewogenheit vorgeschrieben ist, muss das Team damit klarkommen. Da sie den Vertrag frühzeitig unterzeichnet haben, glaube ich nicht, dass sie damit gerechnet haben, bis zum letzten Rennen der Fahrermeisterschaft daran gebunden zu sein.»

«Wenn man einen Vertrag unterschreibt, kann man nicht jedes Szenario oder Ergebnis vorhersehen. Man tut, was man für richtig hält, und irgendwann wird einer der klar Führende sein, der andere die Meisterschaft nicht gewinnen können, und dann spielt das alles keine Rolle mehr. Aber so ist es nicht gekommen, nun gehen wir ins Finale mit zwei McLaren-Fahrern, die eine WM-Chance haben, und damit sitzen sie nun in der Falle.»

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