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Ich habe lange überlegt, ob ich zu diesem Bericht, der in erster Linie aus Zitaten von Robert Barth besteht, Stellung beziehen soll oder nicht. Ich bin eigentlich der Meinung, dass sich die Rivalität unter Bahnsportlern – egal welcher Nation sie angehören – auf eine rein sportliche Ebene auf den Rennbahnen dieser Welt beschränken sollte. Da Robert Barth, dessen sportliche Erfolge ich im Übrigen sehr schätze und dessen Leistungen ich durchaus achte, in seinen Ausführungen allerdings einen neuen Weg einschlägt und über diesen Bericht mit seiner Meinung zu den Geschehnissen in Vechta den Weg in die Öffentlichkeit wählt, habe ich mich nunmehr entschlossen, ebenfalls öffentlich die Ausführungen von Robert Barth zu kommentieren.
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Das Regelwerk sieht vor, dass, wie im Fall von Martin Smolinski geschehen, ein Sturzverursacher für den Restart ausgeschlossen wird. Soweit auch die Meinung von Robert Barth. Ob sich ein Schiedsrichter durch die Gefühlsäusserungen von Joonas Kylmäkorpi in einer regelkonformen Entscheidung beeinflussen liess, vermag ich nicht zu beurteilen, ist aufgrund meiner Erfahrungen, die ich im Laufe meiner Rennsportkarriere machen durfte, allerdings eher sehr zweifelhaft. Vielleicht kann dies Robert Barth aufgrund seiner Erfahrungen anders als ich beurteilen. Fakt ist, dass ich nicht – wie von Robert Barth zitiert – "in das gleiche Horn" geblasen habe. Ich habe lediglich geäussert, dass ich die Bahn als schlecht empfand und verwendete hier einen Ausdruck aus dem Fäkaljargon, den ich hier nicht noch einmal zitieren möchte. Ich sehe auch keinerlei Anlass mich über etwaige Entscheidung des Schiedsrichters zu echauffieren, da meine Position im Startfeld zu diesem Zeitpunkt nicht zur Debatte stand.
Dass ein Bahndienst, wie bereits vor dem Finallauf, durchgeführt wurde, lag ganz allein im Ermessensspielraum des Bahnmeisters und geschah nicht aufgrund von Protesten der Fahrer. Dass Martin Smolinski unter diesen Umständen jedoch hätte zum Restart zugelassen werden müssen, wie es Robert Barth in seinen Ausführungen als Selbstverständlichkeit oder gar logische Konsequenz des erneuten Bahndienstes sieht, halte ich für eine gewagte und sehr subjektive Auslegung des Reglements.
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Richard Speiser und mich jetzt allerdings als "Bad Boys" abzustempeln, die mit einem Nichtantreten im Rerun gedroht haben sollen wenn Martin Smolinski doch erneut für den Start zugelassen wird, empfinde ich als eine bodenlose Frechheit und in der Art und Weise wie sie als Zitat von Robert Barth veröffentlicht wurden, nahezu als Verleumdung. Fakt ist, dass alle fünf Fahrer, die nunmehr das Finale fahren sollten, auf die Einhaltung des Reglements gepocht haben.
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Alle fünf verbliebenen Fahrer haben sicherlich in ihrer sportlichen Laufbahn ähnliche Situationen als Betroffene erlebt, wie sie Martin Smolinski in Vechta erlebte. Alle haben wir sicherlich auch schon einmal mit regelkonformen Entscheidungen gehadert und haben sicherlich auch aus emotionalen Gründen dagegen protestiert. Letztlich haben wir diese Entscheidungen allerdings aufgrund des Regelwerkes akzeptiert. Richtig ist, dass alle fünf verbliebenen Finalteilnehmer gegen eine Ausnahmeregelung zu Gunsten von Martin Smolinski waren und bei einer Beugung dieses Regelements sicherlich auf einen Start im Finale verzichtet hätten. Dass Robert Barth – laut Zitat im entsprechenden Bericht – nun jedoch Richard Speiser und mich als Rädelsführer ausmacht, kann ich nicht verstehen und nur mit seiner sehr subjektiven Sichtweise in dieser Angelegenheit erklären. Sehr subjektiv empfinde ich auch die Deutung der Ereignisse durch Robert Barth, der Richard Speiser und mich bezichtigt, mit unseren Aussagen unserem "Teamkameraden aus der Nationalmannschaft mehr oder weniger ins Gesicht gespuckt" zu haben. Ich weiss nicht, welche Aussagen Robert Barth explizit von Richard Speiser und mir gehört haben möchte.
Wie ich bereits angemerkt habe, handelte es sich in Vechta um eine sportliche Auseinandersetzung mit einem umfassenden Regelwerk, bei dem es um den Erfolg jedes einzelnen Sportlers ging. Weder hatte die Veranstaltung in Vechta etwas mit der Deutschen Langbahnnationalmannschaft, noch mit einem Team oder gar einem Zusammenhalt einzelner Gruppierungen aus gleichen Nationen zu tun. Auch die Äusserungen in Richtung der Verantwortlichen Josef Hukelmann und Alfons Sagemüller halte ich für sehr weit aus der Luft gegriffen. So wie ich beide im Laufe meiner Karriere kennen lernen durfte, halte ich beide für sportlich fair und den Fahrern gegenüber neutral und loyal. Ich glaube, dass bei der Vertretung der Rechte deutscher Fahrer keinerlei unterschiedliche Massstäbe angesetzt werden. Auch hier kann ich natürlich über die Erfahrungen von Robert Barth während seiner sportlichen Laufbahn keinerlei Aussagen tätigen.
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Vielmehr wird hier – und das ist meine subjektive Sicht der Dinge – von Robert Barth versucht, Martin Smolinski als Märtyrer darzustellen, dem aufgrund von Protesten durch Richard Speiser und mir ein etwaiger sportlicher Erfolg in Vechta verwehrt blieb. Ich finde es sehr lobenswert, dass sich ein ehemaliger und sehr verdienter Bahnsportler wie Robert Barth für einen aktiven Bahnsportler wie Martin Smolinski einsetzt. Ich hätte mir jedoch eine bessere Recherche der Ereignisse sowie ein höheres Mass an Objektivität in den Äusserungen in Richtung Richard Speiser gewünscht. Zusammenfassend habe ich das Gefühl, dass Robert Barth hier einige Dinge mit einander vermengt. Ein Umstand, der durch ein Gespräch vor dem Gang an die Öffentlichkeit durchaus hätte vermieden werden können.
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