Miami-Grand-Prix: Alles neu in der Formel 1 – und auch besser?
In Miami war die Formel 1 erstmals mit überarbeitetem Reglement unterwegs. Wie die Veränderungen bei den Fahrern ankamen und warum das Feld in Miami enger zusammenrückte.
Das Warten hat ein Ende, die Formel 1 ist zurück! Nach fünf Wochen Pause fand am Wochenende in Miami wieder ein Formel-1-Rennen statt. Mit einem Sprint-Wochenende gab’s sogar gleich ein volles Programm, ein packendes und enges Rennen und jede Menge Gesprächsstoff.
Miami-GP: Neue Regeln, neue Teile
Mit im Reisegepäck für Miami hatten Formel 1 und Teams ein in der Pause generalüberholtes Reglement und jede Menge Upgrades, an denen die Rennställe in der Pause fleißig gearbeitet haben. Das Ergebnis war das bislang engste Rennwochenende der Saison. Erstmals 2026 gewann ein anderes Team als Mercedes, wenn auch nur im Sprint (Doppelsieg McLaren). Und erstmals 2026 fuhr Mercedes nicht mit klarem Tempovorteil vorweg: Kimi Antonelli musste für seinen beeindruckenden dritten Sieg in Serie richtig kämpfen – und das nicht gegen seinen Stallgefährten George Russell, sondern gegen McLaren-Pilot Lando Norris.
Knapp zwei Wochen vor dem Miami-GP hatten sich Formel 1, Weltverband FIA und Teams auf eine Anpassung des teils umstrittenen Reglements geeinigt. Die frisch beschlossenen Änderungen, hauptsächlich im Bereich Energiemanagement, kamen in Florida erstmals auf die Strecke (
Alles neu, alles spannend, alles eng – wegen des generalüberholten Reglements? Wegen der Upgrades? Oder doch nur wegen der Rennstrecke?
Veränderungen für mehr Sicherheit
Mit dem schweren Unfall von Oliver Bearman in Suzuka wurde die Formel 1 mit eindrücklichen Bildern in die Pause geschickt. Der Unfall in Japan war auf die hohen Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Fahrern zurückzuführen, also bedingt durch das 2026er-Reglement. Die Regelanpassungen aus dem April begrenzen nun das Freischalten der Energiereserven und den Boost-Button in bestimmten Bereichen.
Mehr Vollgas, weniger Energiemanagement
Der Wunsch der Fahrer war gewesen, vor allem im Qualifying weniger künstlich vom Gas gehen zu müssen, mehr Vollgas zu fahren. Im Renngeschehen sollten die Regelverfeinerungen die hohen Geschwindigkeitsunterschiede ein wenig abfangen, aber Überholen weiter ermöglichen. Das ist in Rennen und Quali gelungen, die Sessions waren packend, die Fahrer konnten mehr auf Vollgas setzen. Gerade in der Frühphase des Rennens wurde wieder viel überholt – allerdings oft mit Jojo-Effekt wie schon in den ersten drei Rennen.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff (natürlich glücklich mit dem Reglement, das sein Team exzellent umgesetzt hat) sagte nach dem Rennen: «Wenn es auch nur eine Person gibt, die sich nach diesem Rennen beschwert, sollte die sich verstecken.»
Stimmung unter Fahrern gemischt
Klar ist: Das Racing ist schön anzusehen. Rennen und Qualifikation waren spannend. Der Sprint so lala – aber das war auch mit den 2025er-Regeln regelmäßig der Fall. Aber macht es auch im Cockpit Spaß? Die Meinungen sind vermischt.
Verstappen: «So sollte es nicht sein»
Red Bull Racing-Pilot Max Verstappen, einer der lautesten Kritiker des Reglements, sagte: «Man muss immer noch an einigen Stellen langsamer fahren, um dann schneller zu sein. So sollte es nicht sein. Es ist immer noch nicht so, wie ich es gerne hätte.»
Keine Revolution
Ferrari-Pilot Charles Leclerc meinte: «Im Qualifying haben sich einige Dinge verändert. Die Duelle selbst aber nicht wirklich. Das Reglement wird das Reglement bleiben, wir können keine Revolution mitten im Jahr vollbringen. Aber es war ein Schritt in die richtige Richtung.» Auch Carlos Sainz, Williams-Fahrer und Gewerkschaftler in der Fahrervereinigung, gab an, dass es «ein wenig besser» sei als vor der Pause.
Die Krux allerdings: Auch mit dem Reglement von vor der Pause wäre Miami vermutlich kein allzu großes Problem gewesen. Der Kurs hat viele Passagen, in denen die Fahrer auch natürlich (also ohne das berüchtigte Lift and Coast) hart bremsen und entsprechend aufladen. Der Stadtkurs ist ein gutes Beispiel für eine Strecke, auf der das 2026er-Reglement generell gut funktioniert und vermutlich auch vor den jüngsten Änderungen gut funktioniert hätte.
Die Formel 1 rückt zusammen
Hier kommt die fleißige Arbeit der Teams während der Pause zum Tragen. Mercedes bekam in Miami erstmals in dieser Saison ernsthafte Konkurrenz. Im Grand Prix war die Lücke zwischen Sieger Kimi Antonelli im Mercedes und Verfolger Lando Norris im McLaren minimal. Im Sprint holte McLaren einen Doppelsieg.
Ob in Miami allein die Upgrades, oder auch die Streckencharakteristika die Lücke geschlossen haben, wird sich in Montreal zeigen. Lando Norris und McLaren fühlten sich in der Vergangenheit in Miami stets sehr wohl. In Montreal gewann letztes Jahr aber zum Beispiel George Russell im Mercedes.
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