Nachbereitung: Offizielles FIM-Statement zum Streckenkollaps in Brasilien
Von den Fans vor Ort wurde die Rückkehr der MotoGP nach Brasilien euphorisch gefeiert – trotz etlicher kleiner und großer Pannen. Zum Thema «Asphalt» gibt es nun eine offizielle Stellungnahme der FIM.
Lange sah es so aus, dass der Comeback-GP in Brasilien auf dem sanierten Autodromo Internacional Ayrton Senna mit den fast schon obligatorisch kleinen Schönheitsfehlern, die bei einer Großveranstaltung auf Neuland selten ausbleiben, über die Bühne geht. Doch am entscheidenden Renntag gab es dann doch noch einen Fehler, der
Die Konsequenz: Nach dem Moto2-Rennen fiel die Entscheidung, den Großen Preis um acht Runden oder rund ein Viertel der Distanz zu beschneiden. Aus dem GP wurde damit ein langer Sprint mit bekanntem Ausgang – das Aprilia-Werksteam ging als großer Sieger des Events hervor.
Nach der Aufarbeitung des Brasilien-GP auch durch die offiziellen Stellen der MotoGP äußerte sich der Motorradsport-Weltverband. In einem ausführlichen Statement der FIM heißt es:
«Nach den Problemen mit der Fahrbahnoberfläche während des Grand Prix von Brasilien haben der Rennstreckenbetreiber und der Veranstalter Untersuchungen zu den Ursachen durchgeführt, darunter auch zu den beispiellosen Regenfällen, die die abschließenden Arbeiten beeinträchtigten und zu den Problemen mit der Fahrbahnoberfläche beitrugen.
Am Samstag trat ein erheblicher Defekt an der Strecke auf, der durch den Einsturz eines nicht dokumentierten alten Abwassersystems unter der Oberfläche verursacht wurde. Das Problem, das glücklicherweise außerhalb der Ideallinie lag, wurde dank einer schnellen Reaktion des Rennstreckenbetreibers sofort behoben, sodass der Betrieb auf der Strecke im weiteren Verlauf des Tages fortgesetzt werden konnte. Am Sonntag wurden nach Abschluss des Moto2-Grand-Prix lokale Asphaltbeschädigungen sichtbar, die durch die erhebliche Hitze und die Streckenaktivität verursacht worden waren.
Obwohl vor dem MotoGP-Grand-Prix alle überschüssigen Zuschlagstoffe entfernt worden waren, bestand während des MotoGP-Rennens weiterhin ein geringes Risiko einer fortschreitenden Verschlechterung der Fahrbahnoberfläche. Die Mitarbeiter der Rennstrecke arbeiteten bis kurz vor dem geplanten Start an der Vorbereitung der Strecke, doch aus Sicherheitsgründen traf die Rennleitung die Entscheidung, das Rennen auf 23 Runden (75 % der ursprünglichen Renndistanz) zu verkürzen. Die Teams wurden von IRTA-Mitarbeitern in jeder Startreihe umgehend über die Änderung informiert.
Das Zulassungsverfahren der MotoGP für Rennstrecken wird von der FIM verwaltet und beginnt mehr als ein Jahr im Voraus. Es umfasst detaillierte Inspektionen aller Baustellenbereiche. Da jeder Standort weltweit eine andere Asphaltmischung und ein anderes Einbauverfahren erfordert, werden diese vom Rennstreckenbetreiber festgelegt und der FIM vorgelegt, um sicherzustellen, dass alle Sicherheitsstandards erfüllt sind. Die Zulassung wird dann kurz vor jedem Grand Prix bestätigt.
Die in Brasilien aufgetretenen Probleme wurden vom Veranstalter und der Rennstrecke anerkannt und werden behoben, bevor die MotoGP in der nächsten Saison zurückkehrt. Der Grand Prix von Brasilien begrüßte 148.384 Fans im Autódromo Internacional de Goiânia – Ayrton Senna, was sowohl die große Anziehungskraft der MotoGP in Brasilien als auch das Potenzial der MotoGP für weiteres globales Wachstum verdeutlicht.»
Trotz offensichtlicher Bemühungen, die Veranstaltung in Goiania in bestem Licht darzustellen, hielt der Kommunikationsdamm nicht an allen Stellen.
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