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August Hobl ist 90: Der Meister der «singenden Säge»

Die «singende Säge» sollte jedem Rennsportfan ein Begriff sein. Mit dieser legendären 350er-Dreizylinder von DKW schrieb vor allen August Hobl Geschichte. Heute feiert der Ingolstädter seinen 90. Geburtstag.

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Am 13. April 1931 wurde August Hobl in Frankfurt am Main geboren. Als Basis für seinen beruflichen Werdegang wählte er eine Lehre als Kfz-Mechaniker und arbeitete ab 1949 in der Motorradfertigung der in Ingolstadt neu gegründeten, ehemals sächsischen Auto Union (GmbH). Dort fuhr er auch sein erstes Motorradrennen, 1951 auf dem Ingolstädter Donau-Ring.

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Nach zwei Jahren wurde er als Nachwuchsfahrer ins DKW-Werksteam befördert, in dem er an der Seite des vierfachen Deutschen 250er-Meisters der Vorkriegszeit, Ewald Kluge, sowie dem Deutschen Meister der 350-ccm-Klasse von 1951, Siegfried Wünsche, noch einiges lernen konnte. Kluge musste nach einem schweren Unfall beim Eifelrennen auf dem Nürburgring seine lange erfolgreiche Karriere beenden, sodass Hobl den von ihm so geschätzten Ex-Chemnitzer beerbte.

Und er lernte schnell, denn im gleichen Jahr errang Gustl Hobl beim zweiten WM-Saisonrennen in Assen als Sechster des 250er-Rennens seinen ersten WM-Punkt. Nur drei Wochen später stand er beim einzigen im hessischen Schotten ausgetragenen, jedoch von der Weltspitze wegen Sicherheitsbedenken bestreikten WM-Lauf, als Dritter erstmals auf einem WM-Podest. Beim Saisonfinale im Montjuic Park von Barcelona kam er erneut auf Platz 6 und beendete sein erstes WM-Jahr punktgleich mit Siegfried Wünsche auf Rang 8. In der 350er-Klasse verpasste er in Monza als Vierter das Podest nur knapp.

Ab 1954 war er dann offizieller DKW-Werksfahrer, feierte aber erst ab 1955 seine größten Erfolge. In der 350-ccm-Klasse wurde Hobl mit der legendären Dreizylinder, ob des hell kreischenden Sounds "singende Säge" genannt, Deutscher Meister. In der Weltmeisterschaft musste er sich nur den beiden Moto-Guzzi-Werksfahrern Bill Lomas und Dickie Dale aus Großbritannien beugen. Doch auch Gesamtrang 3 war aller Ehren wert. Auf dem Nürburgring und in Spa-Francorchamps stand er jeweils als Zweiter auf dem Podest. Mit den Plätzen 4 in Assen und 5 in Monza hatte er 17 WM-Punkte gesammelt. Zudem wurde er mit der Einzylinder-125er in Monza hinter drei überlegenen Werks-MV-Agusta Vierter. In der gleichen Klasse hatte er 1956 zwei punktebringende Ergebnisse – Platz 3 in Assen sowie Platz 5 beim deutschen Heimspiel auf der Solitude vor den Toren Stuttgarts.

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Das Hauptaugenmerk lag aber wieder auf der 350er-Klasse. Der hochgelobte Achtelliter-Weltmeister von 1952, der Brite Cecil Sandford, war ins DKW-Team gekommen, den August Hobl jedoch im Griff hatte. Am Ende hatten die gleichen Fahrer wie schon 1955 die Nasen vorn: Bill Lomas verteidigte seinen WM-Titel, doch dahinter war es ganz eng. Nach Platz 3 in Assen, zwei zweiten Plätzen in Spa und auf der Solitude, aber auch einem Nuller beim Ulster Grand Prix in Nordirland sowie lediglich Platz 6 beim Saisonfinale in Monza, wurde Hobl punktgleich und mit den gleichen Rennergebnissen wie Dickie Dale gemeinsam mit diesem Vizeweltmeister des Jahres 1956. In der Deutschen Meisterschaft gewann er die Titel sowohl bei den 125ern als auch in der 350-ccm-Klasse, womit das aus sportlicher Sicht sein erfolgreichstes Jahr wurde. Nach 1956 zog sich Auto Union aus dem Motorradrennsport zurück, sodass auch die Karriere von August Hobl endete.

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