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100 Tage nach dem Triumph: Die Sieger der 24h Nürburgring im Interview

Vor 100 Tagen gewannen Maro Engel, Maxime Martin, Fabian Schiller und Luca Stolz das 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Nun blicken sie auf das Rennen im Interview zurück.

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Im Artikel erwähnt





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Ausgelassener Jubel an der Boxenmauer, feuchte Augen bei den Beteiligten und tiefe Erleichterung in den Gesichtern: Als Maro Engel mit dem Mercedes-AMG GT3 #80 am Nachmittag des 17. Mai 2026 nach 156 Runden die Ziellinie des Nürburgrings überquert, gibt es kein Halten mehr. Der dritte Gesamtsieg beim ADAC RAVENOL 24h Nürburgring ist perfekt – eingefahren durch das Mercedes-AMG Team RAVENOL. Zehn Jahre nach dem letzten Erfolg für die Performance- und Sportwagenmarke aus Affalterbach krönen Maro Engel, Maxime Martin, Fabian Schiller, Luca Stolz und das operative Einsatzteam Winward Racing ihre beeindruckende Aufholjagd mit einem Eintrag in die Geschichtsbücher. Heute, exakt 100 Tage später, blicken die vier Mercedes-AMG Performance-Fahrer auf das emotionale Rennwochenende zurück und ordnen die entscheidenden Momente rund um das 24-Stunden-Rennen ein.

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100 Tage sind seit dem Sieg vergangen. Wenn ihr eine einzige Szene aus diesem Rennen für immer festhalten könntet – welche wäre es?

Maro Engel: „Die Zieldurchfahrt. Das ist der schönste Moment, wenn man weiß, dass man es geschafft hat und die vielen glücklichen Gesichter sieht. Gerade bei denjenigen, die das Rennen zum ersten Mal gewonnen haben, sind auch schon ein paar Freudentränen gekullert. Das zeigt, was dieser Sieg wirklich bedeutet. Für alle. Auch für RAVENOL, die dieses Projekt gemeinsam mit Winward Racing und Mercedes-AMG Motorsport erstmals realisiert haben.“
Maxime Martin: „Es war ein ganz besonderes Gefühl, als das Auto die Ziellinie überquert hat. Ich sehe noch vor mir, wie der Mercedes-AMG GT3 #80 vorfährt und wir auf das Dach springen und feiern. Besonders in Erinnerung bleibt mir aber auch die Anfangsphase. Als wir uns in den ersten fünf, sechs Stunden von Platz 25 aus – also von weit hinten in der Startgruppe – durch das Feld vorarbeiten konnten.“
Fabian Schiller: „Der Moment, als unsere beiden Mercedes-AMG GT3 in der letzten Runde im Parallelflug über die Nordschleife fuhren und wir ein großes Polster nach hinten hatten.“
Luca Stolz: „Als Maro nach 24 Stunden und 156 Runden die Ziellinie überquert hat. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich als Erstes, wie Fabi jubelnd auf dem Dach des Kommandostands in der Boxengasse steht.“

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Wann war der Moment, in dem ihr gespürt habt: „Heute können wir das 24-Stunden-Rennen gewinnen“?

Maro Engel: „Als es angefangen hat zu regnen und wir die richtigen Reifenentscheidungen getroffen haben. Dadurch konnten wir uns früh vom Feld absetzen. Da habe ich realisiert, dass der Sieg greifbar ist.“
Maxime Martin: „Als wir uns mit dem stark besetzten Schwesterfahrzeug, dem Mercedes-AMG Team Verstappen Racing, ein Duell um die Führung geliefert haben und uns zu diesem Zeitpunkt schon einen komfortablen Vorsprung auf den Rest des Feldes erarbeitet hatten.“
Fabian Schiller: „Eigentlich schon relativ früh im Rennen. Es hat sich über weite Strecken überraschend kontrolliert angefühlt – ganz anders als bei vielen anderen 24-Stunden-Rennen, in denen man von Anfang bis Ende alles gibt, aber sich die Situationen nicht unbedingt zu den eigenen Gunsten entwickeln.“
Luca Stolz: „Ehrlich gesagt hatte ich schon in der Woche zuvor ein gutes Gefühl, weil wir als Team sehr gut zusammengearbeitet und uns akribisch auf das Rennen vorbereitet haben. Die Verantwortlichen bei Mercedes-AMG Motorsport haben direkt nach dem Rennen 2025 begonnen, sich auf 2026 vorzubereiten und dabei maßgebliche strategische Entscheidungen getroffen – zum Beispiel bei der Aero-, Setup- und Reifenstrategie sowie dem Lichtkonzept. Diese harte Arbeit konnte man als Fahrer in der Woche vor dem Rennen deutlich spüren.“

Wer war aus eurer Sicht der „stille Held“ des Sieges?

Maro Engel: „Da fällt mir als Erstes Phuc ein. Er hat nach meinem Unfall am Freitag im Qualifying am Schweißgerät mit absoluter Perfektion gearbeitet. Darüber hinaus waren über das Wochenende unsere Gedanken immer bei einem Teammitglied, das wegen eines schwerwiegenden Krankheitsfalls leider nicht dabei sein konnte. Den Sieg haben wir unter anderem für ihn geholt.“
Maxime Martin: „Da gab es keinen einzelnen. Es war die gesamte Teamleistung, die den Unterschied gemacht hat – von den Fahrern über die Mechaniker und Ingenieure bis hin zu den vielen Leuten im Hintergrund. Und das nicht nur an diesem Wochenende, sondern auch während der gesamten langen Vorbereitung.“
Fabian Schiller: „Unsere Mechaniker. Nach dem relativ heftigen Einschlag am Freitag haben sie das Fahrzeug nicht nur wieder aufgebaut, sondern es am Samstag in Topform ins Rennen geschickt. Das war eine herausragende Teamleistung.“
Luca Stolz: „Die gesamte Crew! Sie hat uns im Vorfeld und insbesondere über Nacht von Freitag auf Samstag einen Mercedes-AMG GT3 hingestellt, mit dem wir das Rennen gewinnen konnten.“

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Was nehmt ihr aus diesem Erfolg langfristig mit – als Rennfahrer und als Mensch?

Maro Engel: „Dass, wenn man alles, was man selbst beeinflussen kann, ständig optimiert, der Erfolg auch irgendwann kommt. Und dass das Rennen, und damit der GT Sport allgemein weltweit, viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Max Verstappen hat mit seiner Teilnahme einen großen Teil dazu beigetragen. Sogar Kimi Antonelli und Lando Norris haben mir zum Sieg gratuliert. Besonders emotional waren die Glückwünsche von meinem Freund und Vorbild Bernd Schneider, mit dem ich 2016 gemeinsam den letzten Sieg für die Marke beim 24-Stunden-Rennen geholt habe.“
Maxime Martin: „Nach 15 Anläufen habe ich dieses Rennen mit Mercedes-AMG Motorsport endlich gewinnen können. Das hat mir wieder gezeigt, dass man seine Träume nie aufgeben darf.“
Fabian Schiller: „Dass man seine Ziele erreicht, wenn man kontinuierlich hart arbeitet und immer sein Bestes gibt – auch wenn es manchmal länger dauert, als man es sich wünscht.“
Luca Stolz: „Dass man nie aufgeben darf. Das war schon vorher eine meiner wichtigsten Einstellungen, aber dieser Sieg hat sie noch einmal bekräftigt. Es war mein zehnter Einsatz mit dem Mercedes-AMG GT3 beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring. Nach drei Podestplätzen hat es endlich mit dem Gesamtsieg geklappt. Das zeigt, dass es sich lohnt, immer weiterzumachen.“

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Was hat die Öffentlichkeit über den Sieg vielleicht nicht gesehen, was aber entscheidend dafür war?

Maro Engel: „Die akribische Arbeit aller Beteiligten. Zunächst in Affalterbach und später auch gemeinsam mit Winward Racing wurde daran gearbeitet, das Fahrzeugsetup in seiner Grundausrichtung wieder an frühere Ansätze anzunähern. So sind wir mit einer veränderten Setup-Philosophie gestartet, haben den Fokus stärker auf Downforce gelegt und den Mercedes-AMG GT3 innerhalb des Aerodynamikfensters etwas anders positioniert. Vom ersten Test bis zur Zieldurchfahrt wurden dabei kaum Kompromisse zugelassen. Und natürlich war da auch die harte Arbeit des Teams, das Fahrzeug nach meinem Unfall im Qualifying wieder vorzubereiten. Da hat das Team viele Stunden investiert, um das Auto überhaupt an den Start zu bekommen und uns die Chance auf den Sieg zu geben.“
Maxime Martin: „Die richtigen Strategieentscheidungen unseres Teams – und damit meine ich wirklich alle Involvierten. Da haben wir gegenüber unseren Konkurrenten einfach das Optimum herausgeholt, sowohl an dem Wochenende selbst als auch in der Vorbereitung, die ebenfalls intensiver ausfiel als 2025.“
Fabian Schiller: „Die harte Arbeit im Vorfeld und den Grundstein, den wir in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den verschiedenen Teams und Mercedes-AMG Motorsport gelegt haben. All das hat es ermöglicht, in diesem Jahr mit einem so konkurrenzfähigen Paket an den Start zu gehen.“
Luca Stolz: „Die lange und intensive Vorbereitung gemeinsam mit Winward Racing und Mercedes-AMG Motorsport war ein Schlüssel für diesen Sieg. Am Ende sehen viele nur die Renn-Performance, aber das Fundament haben wir schon in den Monaten zuvor gelegt.“

Weitere spannende Zahlen zum Sieg des Mercedes-AMG Team Ravenol bei den 24h Nürburgring 2026:

Zahl

Bedeutung

16

Vorbereitungstage absolvierte das Mercedes-AMG Team RAVENOL bis zum Rennsieg – zwölf davon auf der Nürburgring Nordschleife. Das sind rund ein Drittel mehr als 2025.

20

Boxenstopps absolvierte die Crew der #80 im Rennen

24

Plätze machte das Quartett im ersten Fünftel des Rennens gut – von Rang 25 bis an die Spitze

44

Rennrunden lag die #80 insgesamt in Führung

82,7

Prozent des Rennens lag ein Mercedes-AMG GT3 an der Spitze (129/156 Runden)

156

Runden absolvierten Maro Engel (49 Runden), Luca Stolz (39), Fabian Schiller (36) und Maxime Martin (32) auf dem Weg zum Sieg

164,3

Kilometer pro Stunde war die Durchschnittsgeschwindigkeit der #80 im Rennen

245

Minuten oder etwas mehr als vier Stunden nach dem Start übernahm die #80 mit Fabian Schiller am Steuer erstmals die Führung

4.542,7

Kilometer legte der Mercedes-AMG GT3 #80 von der ersten Qualifying-Runde am Donnerstag bis zum Zieleinlauf zurück

2:28,750

Minuten betrug der Vorsprung der Sieger auf die Zweitplatzierten

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