Barry Sheene: Goodwood feiert den britischen Rennsport-Superhelden
Rennsport- und Barry-Sheene-Fans sollten sich das Event-Programm beim Festival of Speed in Goodwood genau ansehen. Die Engländer feiern den ersten WM-Titel des Draufgängers vor genau 50 Jahren.
Im Sommer 1976 stand England Kopf. Der smarte Barry Sheene war auf dem besten Weg, sich seinen ersten Weltmeistertitel zu sichern Auf der Halbliter-Suzuki eilte der Sunnyboy von Sieg zu Sieg. Und tatsächlich – Barry Sheene wurde, interessanterweise im Alter von 26, vor einem halben Jahrhundert zum Champion der Königsklasse gekürt. Hoch her auf der Insel ging es auch deshalb, weil Kollege James Hunt in der Formel 1 ebenfalls als Nummer 1 gefeiert wurde.
Im Jahr 2026 feiert
Sheene, der 1970 erstmals bei internationalen Rennen antrat und nur ein Jahr später im belgischen Spa als Sieger des 125er-WM-Laufs gefeiert wurde, schafft es gleich in seiner ersten vollen WM-Saison zum Vizetitel.
Trotz etlicher Rückschläge und Verletzungen gelang es Sheene, bei Suzuki unter Vertrag zu kommen. Ein gutes Timing – denn die Japaner hatten mit der Vierzylinder-Zweitakt-RG eine überlegene Konstruktion abgeliefert und ab 1975 nahm die Karriere des Draufgängers weiter an Fahrt auf. Es folgten die Titel in der Königsklasse und nicht nur auf der Insel wurde Sheene als Sportikone verehrt. Auch deshalb, weil er niemals ein Blatt vor den Mund nahm. Das musste nicht nur der Amerikaner Kenny Roberts lernen, mit dem Sheen eine intensive Rivalität auf und neben der Strecke austrug, auch Arbeitgeber Suzuki zuckte regelmäßig zusammen.
Eine Reihe von Meinungsverschiedenheiten gipfelte in einem erbitterten Rücktritt beim Großen Preis von Finnland. Sheene hatte gefordert, eine Kurbelwelle zu ersetzen, die seiner Meinung nach kurz vor dem Ausfall stand, doch das Team weigerte sich. Als der Motor dann während des Rennens kollabierte, machte Sheene seiner Frustration lautstark Luft.
Nach 23 Siegen in der WM und zwei Titeln in der Königsklasse und einer ganzen Serie von Horrorabflügen, die mehrere Comebacks und einen Wechsel zu Yamaha nach sich zogen, verabschiedete sich Sheene Ende 1984 endgültig als GP-Pilot. Als TV-Kommentator blieb der inzwischen ins wärmere Australien ausgewanderte Sheene dem Fahrerlager erhalten.
Auch in der Klassik-Szene ließ sich der Rennsport-Held immer wieder blicken. Sein letztes Rennen bestritt Barry Sheene 2002 – in Goodwood. Nur wenige Monate später wurde der britische Aussie zu Grabe getragen. Sheene starb im Alter von 52 Jahren an Krebs. Einer Chemotherapie hatte sich der charismatische Doppelweltmeister widersetzt.
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