Buriram-Sprint: Pedro Acosta schlägt Marc Marquez zum Sieg, Aprilia-Drama
Ducati rief Aprilia als Favorit aus, Aprilia sah Ducati an der Spitze. Nach 13 Runden ging die erste Sprint-Goldmedaille aber an KTM: Erster MotoGP-Sieg für Pedro Acosta. Strafe für Marc Marquez.
In der Anbahnung des ersten MotoGP-Rennens 2026 hatte sich die Aprilia-Offensive der Testphase nicht als Luftblase herausgestellt. Alle vier RS-GP aus Noale hatten es ins zweite Qualifying geschafft. Marco Bezzecchi ließ dem Zeittraining Taten folgen: Startplatz 1 für den Italiener und unter Raúl Fernández war eine weitere Aprilia in die erste Reihe gestürmt. Eingeklemmt im Aprilia-Sandwich – Weltmeister Marc Márquez, der im Q2 alles gab, aber um 0,035 s an Bezzecchi scheiterte.
In Reihe 2 die nächste Aprilia. Jorge Martín hat seine Verletzung überwunden, doch unklar war, ob der Spanier von Position 5 auch über die Renndistanz wieder an der Spitze mithalten kann. Neben dem «Martinator» hatten sich mit Ducati-Racer Fabio Di Giannantonio und Red Bull-KTM-Factory-Racing-Aushängeschild zwei weitere Großkaliber in Position gebracht. Erst dahinter auf Position – der bei den Wintertests durchgängige Gresini-Pilot, Vizeweltmeister Alex Márquez. Ai Ogura (Trackhouse), Franco Morbidelli (VR46) und der erste Honda-Pilot, Joan Mir, rechneten sich als Aufgebot der Top-Ten die größten Chancen auf Punkte beim Auftakt aus.
Eine denkbar schlechte Ausgangsposition hatten dagegen Pecco Bagnaia mit Startplatz 13 und der auch in Thailand schnellste Yamaha-Pilot Fabio Quartararo (16.). Erst gar nicht am Start in Buriram ist Ducati-Pilot Fermin Aldeguer.
Stabil das Wetter vor dem ersten Kräftemessen. Die Piloten hatten die Besichtigungsrunde bei 34 Grad Lufttemperatur und leichter Bewölkung unter die Räder genommen. Als das Feld nervös auf Runde 1 der neuen Saison vorbereitet hing über dem Chang International Circuit nur eine Frage: Bezzecchi oder Márquez?
Als erster Führender des Jahres bog schließlich Weltmeister Marc Marquez in Kurve 1 ab! Dahinter Bezzecchi, Raul Fernandez und der sehr gut gestartete Alex Marquez. Doch der Vizezweltmeister verbremste sich in Kurve 3, rempelte dazu Fabio Di Giannantonio an und fiel weiter zurück. Großer Profiteur war Pedro Acosta, der nun auf Platz 4 lag.
Bereits in Runde 1 griff Marco Bezzecchi an und die Führung wechselte noch vor dem Ende der Runde mehrfach. Nur gut einen Kilometer beantwortete Marco Bezzecchi die große Frage. Der Italiener übertrieb es in Führung liegend und verlor die Kontrolle über sein Bike. Der Traum vom Auftaktsieg war damit vorbei – und Marc Marquez übernahm.
Doch Ruhe hatte der Champion keine, denn KTM-Pilot Acosta hatte sich Fernandez entschlossen geholt und schnell die Lücke zur Nummer 93 geschlossen. Am Ende der dritten Runden ging der Youngster sogar in Führung, doch Marc Marquez konterte sofort. Hinter den beiden Spaniern fuhren mit Raul Fernandez und Jorge Martin zwei weitere Landsleute, beide auf Prototypen aus Noale.
In Runde 8 spitzte sich der Kampf um den Sieg zu. Acosta presste in der letzten Kurve erneut am Weltmeister vorbei – doch «MM93» erwischte den besseren Ausgang und lag am Bremspunkt vor Kurve 1 wieder in Front. Auf einem sicheren dritten Platz zu diesem Zeitpunkt Trackhouse-Pilot Fernandez. Martin, Ogura, Mir und Binder folgten. Erst dahinter Pecco Bagnaia, der sich immerhin auf Rang 8 verbessert hatte.
Pedro Acosta blieb aggressiv und rbeitete sich auch in Runden 10 und 11 wieder an Marquez vorbei, doch der Youngster wurde auf der Gerade immer wieder vom Ducati-Held einkassiert. In der vorletzten Runde kam es zum genialen Showdown. Acosta überrumpelte Marc Marquez in Kurve 7. Nun war es an Marc Marquez in der letzten Kurve zu kontern. Marquez ging hart. Zu hart. Die Marshalls werteten die Attacke als unsportlich. Marc Marquez musste sich wieder hinter Acosta zurückfallen lassen. Wir waren in der letzten Runden – damit war der erste MotoGP-Sieg für Pedro Acosta endlich Realität.
Hinter Marquez und Acosta kam ein Aprili-Triple in der Reihenfolge Fernandez, Ogura und Jorge Martin über die Linie. KTM-Pilot Brad Binder holte Platz 6 vor der ersten Honda unter Joan Mir.
Ohne Punkte beim Thriller-Auftakt blieben die Rookies. Diogo Moreira fuhr auf Platz 13 über die Linie, Toprak Razgatlioglu wurde 21. und Vorletzter. Bitter war der Sprint nicht nur für Marco Bezzecchi. Nach seinem früher Fehler verpasste auch Alex Marquez als Elfter WM-Punkte. Mit Platz 5 beim Comeback zufrieden sein kann Jorge Martin. Gemischt dagegen die Gefühlslage bei Honda. Zwar landeten alle RC213V im Ziel, doch nur Joan Mir holte als Siebter Punkte. Gänzlich abgeschlagen: Yamaha mit Fabio Quartararo – Platz 16.
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