Superbike WM
Kolumne
Wilde Gerüchte um neue Marken in der Superbike-WM – und ihr Wahrheitsgehalt
Promoter Liberty (Dorna) ist stets bemüht, neue Hersteller für die Superbike-WM und ihre Rahmenkategorien zu gewinnen. Das führt zu manchen Spekulationen, doch Wunsch ist nicht immer gleich Realität.
Mit dem Brustton der Überzeugung hat mir ein Kollege aus Südeuropa erzählt, welche neuen Hersteller 2027 in die Superbike-WM einsteigen. Aprilia, Suzuki und CF Moto würden wir dann sehen, das wäre alles «100-prozentig», ich könne ihm glauben, versicherte er. Doch wie sagte schon der Geistliche Heinrich Hansjakob: «Glaube ist keine Wissenschaft.»
Dröseln wir diese drei Fälle auf. Dass CF Moto in die Superbike-WM einsteigt, ist bereits seit 2022 ein Thema. Auf der Motorradmesse EICMA in Mailand
Einige Verantwortliche bei CF Moto haben sich bereits vor Jahren das Ziel gesetzt, als erste Marke aus China in der höchsten Kategorie der seriennahen Weltmeisterschaft anzutreten, frühestens 2028. Doch diese Meinung vertritt nicht jeder in der Führungsetage. Für dieses Jahr hat CF Moto ein passendes Motorrad für die Einsteigerkategorie Sportbike-WM, aber kein Team. Deshalb sehen wir dort nur die Landsleute von Kove. Und in der mittleren Hubraumklasse Supersport ZX Moto und QJ Motor.
Aprilia zuletzt 2015 mit einem Werksteam dabei
Während CF Moto in der Superbike-WM ein Debütant wäre, würde es sich bei Aprilia und Suzuki um Rückkehrer handeln. Aprilia war zuletzt 2015 dabei, seither konzentriert sich die Marke aus Italien auf die MotoGP und führt diese nach den ersten drei Saisonevents mit seinen Werksfahrern Marco Bezzecchi und Jorge Martin an.
2010 und 2012 gewann Max Biaggi für Aprilia den Superbike-Titel, Sylvain Guintoli 2014. Rennchef Massimo Rivola hat gegenüber SPEEDWEEK.com mehrfach betont, dass er
2022 gab es den großen Knall bei Suzuki
Kommen wir zu Suzuki. Die Japaner stiegen 2017 werksseitig aus dem Motocross-Sport aus und sind in diesem seither nur noch mit Privatengagements oder durch Landesimporteure vertreten. 2022 folgte der große Knall und
Vor seiner Zeit in der Superbike-WM stellte Crescent von 2005 bis 2011 das Suzuki-Werksteam in der MotoGP. Aus der langjährigen Zusammenarbeit in der Vergangenheit konstruieren nun einige besonders Kreative Suzukis Rückkehr in die Superbike-WM. Doch Crescent hat mit Yamaha einen Vertrag bis Ende 2027 und die GSX-R1000R (Modellcode L10) wurde im Januar 2019 homologiert, hat also schon stattliche sieben Jahre auf dem Buckel. Derzeit gibt es weder Anzeichen, dass Suzuki ein neues Motorrad bringt, noch dass die Firma aus Hamamatsu werksseitig in den Motocross-Sport, die MotoGP- oder Superbike-WM zurückkehrt. Lediglich in der Langstrecken-WM mischt Suzuki noch mit einer gewissen Werksunterstützung mit.
Da sämtliche Motorräder in den SBK-Meisterschaften auf Serienbikes basieren, sind lange Vorlaufzeiten notwendig. Grob kann man sagen: Vom Beschluss, ein strukturell neues Fahrzeug zu bauen, bis zur Homologation vergehen drei bis fünf Jahre. Handelt es sich nur um ein Modell-Update, wie es bei Suzuki der Fall wäre, lässt sich das innerhalb eines Jahres bewerkstelligen.
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