Cal Crutchlow (LCR): «Muss die Gegner nicht hassen»
«Heisst das, dass ich meine Gegner mögen muss? Nein. Aber mag ich einige von ihnen? Ja», versichert der Katar-GP-Vierte und LCR-Honda-Piliot Cal Crutchlow.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Die meisten MotoGP-Fahrer haben eine komplizierte Beziehung zu ihren meist prominenten Mitstreitern.
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Auf der einen Seite machen es dir deine Rivalen besonders schwer, deine Ziele zu erreichen. Sie zwingen dich, an deine Grenzen zu gehen, sie sind schuld, dass du ins Krankenhaus musst, wenn sie einen Fehler machen. Sie können dir sogar den Job wegnehmen, wenn sie zu schnell sind. Auf der anderen Seite sind deine Rivalen die einzigen Menschen, die wirklich verstehen, was du durchmachst. Sie bringen dieselben Opfer und erleben dieselben dunklen Momente – alles aus Liebe zum Rennsport und mit demselben Ziel vor Augen.
"Ich mag lieber Gefechte auf der Strecke zu kämpfen, als alleine zu fahren. Das Fighten macht mehr Spass und zwingt dich dazu, schneller zu fahren. Aber nur weil du deine Rivalen im Wettkampf besiegen willst, heisst das nicht, dass du sie abseits der Strecke hassen musst", betonte Crutchlow im Interview mit crash.net.
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"Ich sehe diesen Job als etwas, das wir alle lieben und wofür wir dieselben Opfer bringen. Wir sind weit weg von zu Hause und wir reisen gemeinsam um die Welt, obwohl viele von uns das Reisen gar nicht mögen."
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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"Wir kämpfen alle um dasselbe Ziel, deshalb haben wir viel Respekt voreinander, weil wir alle das Gleiche machen. Und wenn du mal Schwierigkeiten hast, weißt du, dass die Anderen früher oder später dieselben Probleme haben."
"Diesen Gedanken habe ich in meinem Kopf. Viele Menschen denken nicht über ihre eigenen Probleme hinaus, weil sie einfach so sind. Aber vielleicht sehe ich das alles aus einer anderen Perspektive", grübelt Cal. "Wir spielen alle dasselbe Spiel, wir riskieren gleichzeitig unsere Leben. Deshalb hat man ein gewisses Vertrauen in die Person neben sich."
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"Aber heisst das, dass man sie alle mögen muss? Nein, nicht wirklich. Aber mag ich einige von ihnen? Ja. Mag ich einige von ihnen nicht? Ja. Aber das bedeutet nicht, dass ich ihnen nicht die Hand schütteln würde.“ "Ich kenne den Job, den sie täglich machen. Vielleicht fällt es ihnen an manchen Tagen leichter als mir, an anderen vielleicht schwerer.“ Als wir Crutchlow zu seiner Beziehung mit den anderen Britischen Fahrern fragten, antwortete der zweifache MotoGP-Sieger: "Ich komme bekanntlich mit Bradley Smith sehr gut klar. Wir haben uns gut verstanden, als wir Teamkollegen waren. Ich würde nicht sagen, dass er der beste Fahrer der Welt ist, aber so würde ich mich selbst auch nicht einschätzen. Ich liebe Sam Lowes. Vor allem seine Haltung. Er ist wirklich ein sehr guter Freund von mir. Mit Scott Redding komme ich nicht klar, aber das ist auch okay, darüber mache ich mir keine Gedanken. Aber ich wünsche ihm immer nur das Beste und will, dass sie alle eine gute Saison erleben. Sie alle repräsentieren das Land, in dem ich geboren bin. Und ich sehe es gerne, wenn die Briten die Spanier und die Italiener in Schach halten, weil diese den Rennsport mit der Muttermilch eingesogen haben."
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"Aber es hängt alles von ihrer Haltung ab. Versteht mich nicht falsch, ich habe selbst nicht immer das beste Benehmen. Ich sage nicht, dass ich ein Engel bin. Aber ich komme mit Dovi, Marc und Vale klar... Ich verstehe ich mich nicht besonders gut mit Dani, aber das hat nichts damit zu tun, dass er mich letztes Jahr in Mugello gestreift hat", lacht Crutchlow. Nochmals nach dem Verhalten gefragt, erklärte der 32-jährige Engländer: "Du hast 24 Fahrer und die Hälfte von ihnen fahren innerhalb einer halben Sekunde. Das sind zwölf Fahrer mit unterschiedlichem Gewicht, unterschiedlichen Grössen, Motorrädern, Gehirnen, Treibstoff und so weiter. Und sie schaffen es alle, mit derselben Geschwindigkeit um die Strecke zu fahren. Die einzigen ausschlaggebenden Unterschiede zwischen uns sind daher wahrscheinlich unser Verhalten oder unser Verstand." Crutchlow weiter: "Es ist extrem schwierig, die Menschen im Motorradsport zu verstehen, finde ich. Aber am Ende wollen wir alle dasselbe. Ein Typ ist vielleicht ruhiger als der andere. Aber bedeutetet das, dass er abseits der Strecke nicht auch ein Spinner sein kann?“
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