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Ducati wollte Chaz Davies als MotoGP-Testfahrer: Warum der Waliser absagte

Für die Saison 2008 bot Ducati Chaz Davies einen MotoGP-Testfahrerjob an. Doch der Waliser lehnte ab – weil er lieber Rennen fahren wollte. Später zahlte sich das Risiko aus.

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Zwischen 2002 und 2006 kämpfte sich Chaz Davies durch die Motorrad-WM, allerdings meist mit unterlegenem Material. Vor allem nach der Saison 2006 war unklar, wohin der Weg des Walisers führen würde. Davies entschied sich damals für einen Neustart in der US-Meisterschaft – eine riskante Entscheidung, die sich später als wegweisend herausstellen sollte.

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Beim MotoGP-Wochenende in Laguna Seca 2007 kam Davies unverhofft zu seinem Debüt in der Königsklasse. D'Antin-Ducati-Pilot Alex Hofmann hatte sich im Training verletzt und fiel aus. Davies, der im Rahmenprogramm in der AMA fuhr, sprang spontan ein und zeigte beim Sprung ins kalte Wasser solide Leistungen. Er sollte am Saisonende erneut als Ersatzpilot ausgewählt werden und zog dabei das Interesse einiger Manager auf sich. Auch Livio Suppo sah, was Davies auf der damals sehr schwer zu bändigenden Ducati anstellte.

Absage an die MotoGP: Davies wurde als verrückt erklärt

Für 2008 erhielt Davies ein bemerkenswertes Angebot aus der MotoGP-Welt. Ducati-Teammanager Suppo wollte ihn als Testfahrer für das Werksteam verpflichten. Doch Davies lehnte ab – obwohl viele im Fahrerlager diesen Schritt kaum nachvollziehen konnten.

«Ich habe die Testarbeit nie wirklich genossen», erklärte Davies im Gespräch mit dem «Paddock Pass Podcast». Der heutige Ducati-Videoanalyst erinnerte sich daran, wie ungewöhnlich seine Entscheidung damals wirkte: «2008 hat mir Livio Suppo angeboten, der Testfahrer für das Ducati-Werksteam zu sein. Damals wurde mit Bridgestone-Reifen gefahren. Er meinte, dass es verrückt war, dass ich diesen Job abgelehnt habe. Er meinte, dass man sich zum Idioten macht, wenn ein MotoGP-Werksteam einen Vertrag anbietet und man bevorzugt, in den USA zu fahren.»

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Davies hatte jedoch andere Prioritäten. «Doch damals bin ich bereits eine Weile lang keine Rennen gefahren. Und ich mag es einfach, Rennen zu fahren. In den Rennen hänge ich mich stärker rein und habe erst so richtig Spaß», betonte der Waliser. Aus seiner Sicht war die Karriere als permanenter Testfahrer keine attraktive Perspektive: «Mein Gefühl war, dass ich in meiner Karriere noch einige Schritte gehen muss. Ich wollte nicht für immer ein Testfahrer sein.»

Michele Pirro machte später Karriere als Testfahrer

Davies verwies dabei auch auf Ducati-Testfahrer Michele Pirro, der seit vielen Jahren eine zentrale Rolle in Borgo Panigales Entwicklungsarbeit spielt. «Klar, Michele Pirro hat eine tolle Karriere und hat Ducati sehr viel gegeben. Er ist für eine sehr lange Zeit ein Testfahrer. Mich hat das nie gereizt.»

Rückblickend zahlte sich Davies’ Risiko aus. Nach seiner Zeit in den USA wechselte er 2009 in die Supersport-WM und krönte sich 2011 zum Weltmeister. Anschließend etablierte er sich in der Superbike-WM als Werkspilot von BMW und später Ducati. Vor allem bei Ducati galt Davies lange als große Hoffnung im Kampf gegen Serienweltmeister Jonathan Rea, auch wenn er dem Nordiren letztlich meist unterlegen blieb.

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Ende 2021 beendete Davies seine aktive Karriere in der Superbike-WM. Seitdem arbeitet der heute 39-Jährige bei Ducati als Videoanalyst und Riding-Coach – eine Aufgabe, die ihm offenbar deutlich besser liegt als die Rolle eines Testfahrers.

Denn auch die mentale Belastung der Entwicklungsarbeit schreckt Davies bis heute ab: «Ein Motorrad am absoluten Limit zu fahren, ist ziemlich stressig. Es ist richtig anspruchsvoll, dieses letzte Quäntchen auszupressen. Wenn man ein Testfahrer ist, dann will man natürlich auch abliefern. Und es ist schwierig, immer auf Messers Schneide zu agieren.»

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