Raul Fernandez: Nach «Elektronik-Desaster» auf Platz 2 bester Aprilia-Pilot
Raul Fernandez hielt zum Auftakt des Deutschland-GP die Aprilia-Fahne hoch. Im MotoGP-Zeittraining war der Trackhouse-Racer erst hinten. Dann packte «RF25» den Rundenzeiten-Hammer aus und war Zweiter.
Der Sieger des letzten MotoGP-Sprints in Assen erlebte formell einen fabelhaften ersten Tag auf dem 3,67 km kurzen Sachsenring. Nur Marc Marquez war am Ende des Zeittrainings 0,166 sec schneller als Raul Fernandez – damit war der Spanier der stärkste der vier Aprilia-Reiter. Stark fuhren aber alle – auch Bezzecchi, Martin und Ogura brachten ihre RS-GP auf direktem Weg ins zweite Qualifying. Erstaunlich: Im freien Training war es noch besser gelaufen. Der Madrilene fuhr schneller als Sachsenring-König Marc Marquez – P1 im FP1.
Und doch zeigte sich Fernandez nach Platz 2 nur bedingt zufrieden. Für die Begründung musste der Trackhouse-Athlet weit ausholen: «Klar bin ich happy mit der Tatsache, dass ich sicher ins Q2 gefahren bin. Doch das zeigt nicht das wahre Bild nach Tag 1. Das Vertrauen in das Bike über eine Runde war da – nicht aber für vier oder fünf. Und darauf wird es ankommen – die Pace war alles andere als zufriedenstellend.»
Raul Fernandez weiter: «Mein Problem begann am Vormittag. Dort hatte ich einen Hinterreifen, der nicht so gut funktioniert hat. Wir haben aber zunächst probiert, das über die Elektronik zu beheben. Als wir dann einen neuen Reifen im Zeittraining hatten – war die Abstimmung komplett daneben – ein Elektronik-Desaster, das uns vor allem auch sehr viel Zeit gekostet hat. Ich bin sehr dankbar, dass mein Team in der Lage ist, so etwas in den Griff zu kriegen, aber dennoch war es ein echtes Problem. Zu einem Zeitpunkt war es so schlimm, ich wusste nicht mehr, ob ich überhaupt noch ein MotoGP-Bike fahren kann.»
Mit Blick auf den Sprint-Samstag atmete Fernandez aber ruhig. «Wir haben viel Zeit verloren – aber meine Mannschaft wird jetzt in der Lage sein, die richtigen Dinge für den Samstag zu tun. Wenn das greift – dann werden wir auch hier in der Lage sein, um einen Platz auf dem Podest zu fahren.»
Doch auch der WM-Sechste aus Madrid räumte den Marquez-Faktor ein: «Tatsache ist aber auch, dass Marc uns allen einen Schritt voraus ist. Unser Ziel ist es, so nah es geht an ihn heranzukommen. Ihnen hier zu schlagen, das scheint jetzt gerade unmöglich zu sein.»
Überschaubar dürften damit auch die Chancen von Raul Fernandez sein, sich in der WM-Tabelle zu verbessern. Vor dem Sprint auf dem Sachsenring liegt der Pilot der Kunden-Aprilia 15 Punkte hinter Weltmeister Marc Marquez und 30 Zähler hinter Teamkollege Ai Ogura, der das Zeittraining auf dem Sachsenring als guter Sechster abschloss.
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