Indonesische MotoGP-Streckenposten auf der Schulbank
In einem dreijährigen Mentoring-Programm hat die FIM in Indonesien Rennleiter und Streckenposten für die MotoGP-WM ausgebildet. Dabei wurde auch ein Schulungskonzept für die Zukunft erarbeitet.
Der Mandalika International Street Circuit auf Lombok, der Nachbarinsel des Touristenmagnets Bali, kam 2022 neu in den MotoGP-Kalender. Fertiggestellt wurde die 4,3 km lange Strecke 2021, im November desselben Jahres erlebte sie mit der Superbike-WM den ersten internationalen Event.
Die MotoGP-WM gastierte 2025 zum vierten Mal in Mandalika. Die Streckenposten sorgten, wie bei allen Grands Prix der Motorradweltmeisterschaft, für einen möglichst reibungslosen Ablauf während der Trainingssessions und Rennen. Um dies zu gewährleisten, braucht es gut ausgebildetes Personal vor Ort. Denn wenn etwas passiert, muss es schnell gehen – etwa, wenn ein Fahrer mit seinem Bike ins Kiesbett abfliegt und danach alles so rasch als möglich von der Strecke geschafft werden muss.
Das Mentoring-Programm der FIM Academy hat beim diesjährigen Indonesien-GP ein dreijähriges Projekt abgeschlossen, das die Ausbildung von Offiziellen und Streckenposten auf dem Mandalika International Circuit verändert hat. Die 2023 ins Leben gerufene Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, die nächste Generation von Rennleitern, Sektoren-Chefs und Streckenmarshals vorzubereiten und gleichzeitig den Indonesischen Motorradverband (IMI) beim Aufbau langfristiger Bildungsstrategien und Schulungsmaterialien für die Zukunft zu unterstützen.
Die erste Phase fand im Juli 2023 unter der Leitung von FIM-Mentor Simon Maas, FIM-Steward aus Australien, statt. IMI-Beamte und lokale Streckenposten nahmen an einer dreitägigen Schulung teil, die Unterricht im Klassenzimmer mit Simulationen auf der Rennstrecke kombinierte und alles von Flaggensignalen und Funkkommunikation bis hin zum Race Control Management abdeckte.
Später im selben Jahr, kurz vor dem Indonesien-GP, konzentrierte sich die zweite Phase auf "Streckenposten-Rookies". Zwei Tage lang wechselten die Teilnehmer zwischen Unterricht im Klassenzimmer und Übungen auf der Rennstrecke. Dabei wurden auch Entscheidungsfindung und Befehlsprozesse verfeinert. Die Professionalität der Mandalika-Marshals während des Grand Prix bestätigte die raschen Fortschritte.
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In den folgenden zwei Jahren wurden im Rahmen der Asia Road Racing Championship Schulungen durchgeführt, sodass die Teilnehmer ihre neuen Fähigkeiten unter dem Druck einer realen Rennumgebung in die Praxis umsetzen konnten.
Danach wurde ein "Train the Trainer"-Ansatz verfolgt – erfahrene Streckenposten wurden zur Ausbildung neuer Mitarbeiter befähigt. Für die kommenden Jahre wurde damit eine solide Struktur aufgebaut.
In Mandalika wurde eine permanente Struktur für leitende Funktionäre auf internationalem Niveau eingerichtet: Es gibt nun drei indonesische Inhaber einer FIM-CCR-Superlizenz sowie ein Chief-Marshal- und ein Sector-Chief-System, das durch Schulungsmaterialien in indonesischer Sprache unterstützt wird.
Projektmentor Simon Maas ist stolz und zufrieden: "Das FIM-Mentorenprogramm war ein großer Erfolg. Die Fortschritte, die durch das Mentorenformat erzielt wurden, haben eindeutig zu einem hervorragenden Ergebnis geführt. Ich bin sehr stolz auf das Projekt und auch sehr stolz auf die indonesischen Funktionäre, die sich engagiert und ihre Fähigkeiten weiterentwickelt haben."
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