Italienischer WM-Pionier Umberto Masetti würde heute 100 Jahre alt
Umberto Masetti war ein Pionier der frühen Motorrad-Weltmeisterschaft und 1950 der erste italienische 500er-Weltmeister. Am 4. Mai jährt sich sein Geburtstag zum 100. Mal.
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Umberto Masetti gehört zu den Pionieren der Motorrad-Weltmeisterschaft. Als diese 1949 aus der Taufe gehoben wurde, war er 23 Jahre jung und somit in genau jenem Alter, in dem man damals schon einige nationale Rennen bestritten hatte und der WM-Einstieg auch ohne den Zweiten Weltkrieg ziemlich üblich war. Der Jugendwahn setzte erst später ein. Konkret erblickte er am 4. Mai 1926 in Borgo delle Rode in der Provinz Parma als Sohn eines Gilera-Vertreters das Licht der Welt.
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1949 bestritt Masetti in der damals kleinsten Hubraum-Klasse bis 125 ccm (die 50er wurden erst 1962 zur WM-Klasse erhoben) auf einer italienischen Morini zwei der nur drei Saisonrennen, stand davon ein Mal (Großer Preis der Nationen in Monza) auf dem Podest und wurde schließlich WM-Dritter. Erster Weltmeister wurde sein Landsmann Nello Pagani auf einer Mondial, der bereits vor dem Zweiten Weltkrieg aktiv war. In der Klasse bis 250 ccm wurde Umberto Masetti auf Benelli ebenfalls in Monza Dritter. In dieser Kategorie erreichte er 1949 WM-Rang 10. Auch dort ging der Premieren-Titel nach Italien, und zwar an Bruno Ruffo auf Moto Guzzi. Er war zwar sechs Jahre älter als Umberto Masetti, hatte aber ebenfalls erst nach dem mörderischen Wahnsinn mit dem Motorrad-Rennsport angefangen.
1950 kam Umberto Masetti zu Gilera und trat in der Königsklasse bis 500 ccm an. Von den sechs Saisonrennen bestritt er deren fünf, gewann davon zwei (Spa-Francorchamps und Assen) und wurde damit knapp vor dem Briten Geoff Duke auf Norton erster italienischer 500er-Weltmeister der Geschichte. In den beiden großen Klassen bis 350 bzw. 500 ccm hatten 1949 die Briten Freddie Frith auf Velocette und Leslie Graham auf AJS die ersten vakanten WM-Titel abgeräumt.
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Nach WM-Endrang 3 1951, unter anderem mit einem weiteren GP-Sieg am Saisonanfang im Montjuich Park von Barcelona, stürmte Umberto Masetti 1952 zu seinem zweiten WM-Titel, wieder in der Halbliter-Kategorie und wieder auf Gilera. Dabei feierte er erneut in Assen und in Spa, diesmal wegen des geänderten Kalenders in umgekehrter Reihenfolge zu 1950, ebenfalls zwei Grand-Prix-Siege.
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In der Saison 1953 wurde er Teil des NSU-Teams in der Viertelliterklasse, hatte jedoch bei einem nicht zur WM zählenden Rennen in Imola einen Unfall, der ihn für fast die ganze restliche Saison ausfallen ließ.
Danach kehrte Masetti zu Gilera zurück, doch dort war inzwischen Geoff Duke der Platzhirsch. Allerdings gewann er 1954 in der 500er-Kategorie seinen vierten italienischen Meistertitel. 1955 wechselte Umberto Masetti zu MV Agusta und trat für den Conte in den Klassen bis 250 und 500 ccm an. Bei den 250ern wurde er WM-5., doch in der Königsklasse gelang ihm ein weiterer Grand-Prix-Sieg, sein sechster, allerdings auch letzter, mit dem er in der Endabrechnung noch auf Rang 3 nach vorn drang.
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Danach fielen seine Erfolge geringer aus und Ende 1958 sagte er als Lebemann dem «Continental Circus» Lebewohl, wanderte nach Chile aus, wo er weitere Rennen bestritt. 1962 trat er mit einer chilenischen Lizenz beim Grand Prix von Argentinien in Buenos Aires an, doch größere Erfolge blieben weiterhin aus. Parallel hatte er zu seiner Zweirad-Karriere auch das eine oder andere Auto-Rennen bestritten, allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Viele Jahre nach seiner Karriere kehrte Masetti nach Italien zurück, lebte in Maranello und arbeitete eine Zeit lang als Teammanager bei Aprilia. 24 Tage nach seinem 80. Geburtstag, am 28. Mai 2006, verstarb Umberto Masetti in Maranello an einer Atemwegerkrankung.
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