Pierre Gasly zu heftigem Unfall: «Völlig außer Kontrolle in der Luft»
Bei einem schweren Unfall drehte sich Alpine-F1-Pilot Pierre Gasly in der Luft, krachte in die Barriere. Der Franzose gestand später: «Ich hatte ziemliche Angst.» Verletzt wurde er zum Glück nicht.
In der Anfangsphase des chaotischen Miami-GP kam es zu einem spektakulären, aber zum Glück glimpflich ausgegangenen Unfall: Im Duell zwischen Liam Lawson (Racing Bulls) und Pierre Gasly (Alpine) gabelte Lawson Gasly in Runde 5 auf. Der Alpine von Gasly hob ab, drehte sich in der Luft und schlug heftig in die Barriere ein. Zum Glück verletzte sich Gasly bei dem heftigen Unfall nicht.
Keine Verletzung, keine Strafe
Beide Fahrer mussten am Sonntagnachmittag Ortszeit nach dem Rennen noch bei den Renn-Stewards vorsprechen. Die Ermittlungen gegen Lawson wurden jedoch ohne Strafe eingestellt, nachdem die Stewards beide Piloten angehört und Daten aus dem Positions- und Marshallingsystem, Telemetrie, Teamfunk und Videoaufnahmen aus den Cockpits ausgewertet hatten. Das Ergebnis in Kurzfassung: Weil Lawsons Bolide beschädigt war, bekam er keine Strafe.
Gasly: Angst! Außer Kontrolle!
Gasly sagte nach dem Unfall: «Zum Glück ist mir nichts passiert. Ich muss sagen, ich hatte ziemliche Angst, weil ich völlig außer Kontrolle in der Luft war. Ich glaube, ich bin mit dem Heck voran gegen die Wand geprallt. Ich wusste nicht einmal, wo ich lande. Es war kein angenehmes Erlebnis.»
Gasly: Hätte man vermeiden können
Das Videomaterial von der Szene hatte Gasly zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen. Der Franzose erklärte aber: «Wir werden sehen, wie es aussieht. Für mich fühlte es sich ein bisschen so an, als wollte er die Position nicht verlieren. Glücklicherweise war es beim Bremsen.» Und Gasly stellte klar: «Das hätte man eindeutig vermeiden können.»
Gasly: «Ich wusste, dass er da war. Ich wusste, dass wir nebeneinander waren. Ich wusste in diesem Moment leider, dass wir uns wohl damit abfinden mussten, die Position zu verlieren. Aber ich wusste, dass er es trotzdem versuchen würde. Deshalb habe ich innen Platz für eineinhalb Autos gelassen. Nur damit er zumindest die Wahl hatte, dort zu bleiben, wenn er es wirklich wollte.»
In dem Urteil der Stewards nach Ende des Rennens hieß es: «Auto 10 (Pierre Gasly) versuchte am Eingang zur Kurve 17, Auto 30 (Liam Lawson) außen zu überholen. Auto 10 lag vor dem Scheitelpunkt deutlich vorne und hatte sich gemäß den Leitlinien seinen Vorrang gesichert. Es kam zu einer heftigen Kollision, bei der Auto 10 in die Leitplanken gedrängt wurde, sich überschlug und schließlich im TechPro-Bereich feststeckte.»
Beide Fahrer mussten vorsprechen. Das Steward-Protokoll fasst die Aussagen wie folgt zusammen: «Der Fahrer von Auto 30 (Lawson, Anm.) erklärte, dass er kurz vor der Kollision ein technisches Problem hatte, da sein Getriebe beim Bremsen ausfiel. Die Rennkommissare überprüften die Daten aus dem Fahrzeug und die Telemetrie und bestätigten, dass es kurz vor dem fraglichen Vorfall eindeutig zu einem Getriebeschaden gekommen war. Auch die Funkkommunikation stimmte mit der Tatsache überein, dass ein Getriebeschaden vorlag. Wir akzeptieren daher die Erklärung des Fahrers, dass es sich um einen Defekt an einem mechanischen Teil des Fahrzeugs handelte und dass er nichts tun konnte, um die Kollision zu vermeiden.»
Weiter heißt es: «Wir haben zudem geprüft, ob der Fahrer von Auto 30 in der Lage war, den Getriebeschaden vorauszusehen, und sind zu dem Schluss gekommen, dass ihm dies nicht möglich gewesen wäre. Unter diesen Umständen stellen die Rennkommissare fest, dass ein mechanischer Defekt und nicht ein Fahrfehler die Ursache für die Kollision war und der Fahrer von Auto 30 daher keine Schuld an der Kollision trägt. Wir haben daher keine weiteren Maßnahmen ergriffen.»
Keine Strafe also für Liam Lawson – und zum Glück keine Verletzung für Pierre Gasly. Gasly war nach diesem Unfall natürlich raus aus dem Rennen. Lawson stellte kurz nach dem Unfall seinen Boliden in der Garage ab.
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