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Gresini-Racing-Chefin Padovani: «Anfangs sah man in mir nur Faustos Frau»

Erstmals zu Gast im Podcast von Andrea Migno war Nadia Padovani. Die Teamchefin von Gresini Racing sprach über ihren Werdegang, Fausto, Vorurteile – und warum sie das Team nicht verkauft hat.

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Im Artikel erwähnt



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Nadia Padovani, Teamchefin von Gresini Racing, erzählte offen über ihr Leben zwischen Familie, Firma und Fahrerlager im Podcast «Mig Babol» des Ex-GP-Piloten Andrea Migno. Dabei ging es nicht nur um das, was hinter den Kulissen passiert, sondern auch darum, dass man inzwischen zu den Hauptdarstellern des Sports zählt.

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Vom frühen Aufstehen bis spät in den Abend

«Wenn ich nicht an der Strecke bin, stehe ich um halb sieben auf, mache meiner Tochter Frühstück, da sie noch zur Schule geht. Ich fahre in die Firma, und du weißt nie, wann du wieder Feierabend hast, denn es gibt viel zu tun», beschrieb Padovani ihren Alltag in Faenza, dem Sitz von Gresini Racing. An Rennwochenenden begleite sie zusätzlich die Verwaltungschefin: «Wir arbeiten auch von der Strecke aus weiter, weil wir alles, was die Firma betrifft, parallel managen müssen.» Die Entscheidungen fallen im Schulterschluss mit ihren engsten Mitarbeitern.

Auf die Frage, wie sie die Rennen emotional erlebe, antwortete sie: «Jedes Mal, wenn die Jungs (Anmerkung – Fermin Aldeguer und Alex Marquez) auf die Strecke gehen, ist da diese Angst, dass etwas passieren könnte.» Für die Italienerin sind ihre Piloten wie ihre eigenen Söhne. «Bei jedem Sturz hoffe ich, dass sie wieder sofort aufstehen und es ihnen gut geht.»

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Aktuell präsentiere sich die Saison in zwei Geschichten. Fermin Aldeguer kehrte nach einer Verletzung zurück und konnte trotz mangelnder Form einige gute Resultate einfahren. Bei Alex Marquez liege die Sache anders: «Er hat ein neues Motorrad und muss erst lernen, es richtig zu verstehen. Aber die Ergebnisse kommen», blickte sie auf das erfolgreiche Jerez-Wochenende zurück.

Die Geschichte von Nadia Padovani – Gresini ist Familiensache

Padovani wuchs in Imola auf und lebt heute nur einen Steinwurf vom legendären Autodrom entfernt. «Mein Vater war motorsportverrückt, er nahm mich als Kind mit zu Veranstaltungen.» An die Lieblingsfahrer ihres Vaters erinnerte sie sich noch vage: Johnny Cecotto, Giacomo Agostini, später auch Graziano Rossi.

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Mit 17 oder 18 Jahren lernte sie Faustos Cousin Gianni kennen. «Wir haben uns mit Freunden getroffen. Gianni schlug vor, mit Zelten in der Tosa-Kurve zu campen und das Wochenende seines Cousins anzusehen.» Damals war Fausto Gresini bereits Weltmeister – bei der Aktion ging es weniger um den Sport als um das Gemeinschaftsgefühl mit Freunden.

Wenig später lernte sie ihren späteren Ehemann kennen. «Er hat mich gefragt, ob ich mit ihm ausgehen wolle – er hat den ersten Schritt gemacht.» Damals trainierten Fahrer noch nicht jeden Tag. «Es reichte, abends ins Fitnessstudio zu gehen oder eine kleine Joggingrunde zu machen. Wir gingen am Nachmittag an den Fluss, und so hat alles begonnen.»

Mit Fausto bekam sie vier Kinder, der ab 1997 gemeinsam mit Fabrizio Cecchini das Gresini-Team gründete – mit Alex Barros als erstem Piloten. Heute ist Sohn Luca als Teammanager in der Moto2 aktiv, der älteste Sohn Lorenzo arbeitet ebenfalls in der Firma. Tochter Alice erwarte ein Kind – womit Padovani zum ersten Mal Großmutter wird.

Frauen im Motorsport – immer noch Männersache?

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Die MotoGP wandelte sich in den vergangenen Jahren, immer mehr Frauen übernehmen Schlüsselpositionen. Wie nahm Padovani die Entwicklung der vergangenen Jahre war? «Am Anfang kannte mich niemand. Ich war nicht eine dieser aufdringlichen Ehefrauen, ich kümmerte mich um meine Kinder, blieb mehr zu Hause. In den ersten Jahren war es für die Mitarbeiter einfacher, mit den Kollegen zu reden als mit mir. Man sah mich nicht als aktive Person in der Gruppe, sondern nur als Faustos Frau, die zu den Rennen kam, weil es ihr Spaß machte.»

Die Wende kam durch Arbeit. Viel Arbeit. «Ich habe viel von Faustos Team gelernt, sie haben mir alles beigebracht. Ich beziehe sie ständig ein. Wenn du Menschen einbindest, fühlen sie sich verantwortlich und arbeiten besser.» Der erste Sieg in Katar 2022 durch Enea Bastianini wurde anfangs als Zufall abgetan. Doch ihr waren diese Stimmen egal. «Ich wollte hart an mir arbeiten, um zu zeigen, dass auch eine Frau in dieser Welt Resultate erzielen kann. Die Ergebnisse sollten für mich sprechen.»

Inzwischen habe Gleichberechtigung einen deutlich höheren Stellenwert als noch vor ein paar Jahren. «Ich denke nicht mehr daran, dass ich die erste Teamchefin bin. Ich arbeite nur.»

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