Anstatt mit Honda-Markenkollege Johann Zarco in Frankreich um den Sieg zu kämpfen, fuhr Luca Marini beim MotoGP-Rennen in Le Mans zwei Mal durch die Box und ärgerte sich über seine Fehlentscheidung.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Es war ein schwacher Trost, dass Honda-Werkspilot Luca Marini beim MotoGP-Rennen in Le Mans als Elfter immerhin noch fünf Punkte für die Meisterschaft kassierte. Während HRC-Markenkollege Johann Zarco beim Heim-Grand-Prix einen historischen Sieg feierte, fehlte Marini das nötige Selbstvertrauen.
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Beim Start hatte sich Marini wie Zarco für Regenreifen entschieden. Doch nach einer Runde steuerte Marini die Boxengasse an, um auf Trockenreifen zu wechseln – was sich rückblickend als falsche Entscheidung herausstellte. Denn als der Regen nach wenigen Runden wieder zunahm, musste Marini ein zweites Mal an die Box kommen, um wieder auf Regenreifen zu wechseln. "Ich habe alles falsch gemacht", erkannte Marini selbstkritisch nach dem Frankreich-Grand-Prix. Selbst von Startplatz 16 aus hatte der Italiener die Chance, das Rennen zu gewinnen, wenn er auf Regenreifen geblieben wäre. Doch anstatt sich mit Zarco um den Sieg zu duellieren, kam er mit 92,5 Sekunden Rückstand ins Ziel.
"Dieses Rennen war in erster Linie eine Chance", trauerte Marini einem guten Ergebnis hinterher. "Ich ärgere mich sehr über mich selbst. Ich habe einfach alles falsch gemacht. Ich traf zweimal die falsche Entscheidung. Das ist wirklich schade."
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"Rückblickend ist es natürlich immer einfach, zu sagen, dass es richtig war, mit Regenreifen zu starten", blickte Marini auf seine Entscheidung zurück. Doch nach dem Start war er überzeugt, dass es ein Fehler war, mit den profilierten Reifen zu starten.
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"Mein Start war wirklich gut. Ich fuhr hinter den Fahrern mit Slicks, die richtig schnell waren. Der Asphalt war komplett trocken. Ich war mir sicher, dass die Reifen die 26 Runden nicht durchhalten würden. Doch nach vier Runden setzte der Regen erneut ein", ärgerte sich Marini über die Entwicklung des Rennens.
Nach dem zweiten Boxenstopp fuhr Marini mit großem Rückstand seine Runden und profitierte von einigen Ausfällen. Er kam schlussendlich als Vorletzter ins Ziel. "Im Nassen hatte ich kein schlechtes Gefühl. Auch mein Renntempo war nicht schlecht", erklärte der Honda-Pilot. Letztlich dominierte das Bewusstsein, eine riesige Chance nicht genutzt zu haben. Die Frage, ob er mit Zarco um den Sieg hätte kämpfen können, beantwortete Marini ohne lange nachdenken zu müssen: "Sicher!"
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"Ich hätte um den Sieg oder um den zweiten Platz kämpfen können, weil mein Renntempo wirklich gut war", so Marini. Mit Zarcos Sieg ging eine lange Honda-Durststrecke zu Ende und gleichzeitig endete die Siegesserie von Ducati. Klar ist aber auch, dass Zarco ohne die Boxenstopps seiner Kollegen wohl nicht gewonnen hätte. Markenkollege Marini bezeichnete das Fahrverhalten der Honda im Nassen als "nicht wirklich gut". Er beanstandete vor allem Probleme beim Hineinfahren in die Kurven: "Am Kurveneingang kämpften wir wie immer mit der Haftung am Hinterrad. Und auch die Haftung auf der Reifenflanke ist schwer zu kontrollieren. Wir verbessern uns aber, auch bei derartigen Bedingungen. Und das ist der wichtigste Aspekt." Abschließend äußerte sich Marini auch noch über die neue Regel beim Start, die bei einem Motorradtausch vor dem Start zwei Long-Lap-Penaltys vorschreibt. Diese Regel wurde vor dem Frankreich-Grand-Prix eingeführt, um chaotische Zustände wie in Austin zu verhindern und Klarheit zu schaffen. Insgesamt 13 Fahrer nutzten die neue Regel und nahmen zwei Strafrunden in Kauf, um mit Slicks starten zu können.
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"Jetzt ist es einfacher, die Startaufstellung zu verlassen und das Motorrad zu wechseln, weil man nur zwei Long-Laps absolvieren muss. Warum also nicht zwei Long-Laps in Kauf nehmen, anstatt 40 Sekunden zu verlieren, um das Motorrad zu wechseln?", zeigte Marini Verständnis für die Entscheidungen seiner Gegner. In Le Mans kostet ein Motorradwechsel oder eine Durchfahrt durch die Boxengasse deutlich mehr Zeit als auf anderen Strecken. Gemäß dem alten Reglement hätte ein Fahrer bei einem Motorradwechsel unmittelbar vor dem Start durch die Boxengasse fahren müssen – eine deutlich härtere Strafe als zwei Long-Lap-Penaltys. "Hier ist die Boxengasse super lang. Die Reifen kühlen dabei stark ab. Die erste Runde ist dann immer sehr schwierig. Doch wir können den Boxenausgang nicht ändern. Es ist ein bisschen gefährlich. Deshalb müssen wir besonders vorsichtig sein", beschrieb Marini die Situation auf der MotoGP-Rennstrecke in Frankreich.
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