Viel Programm bei Intact GP: Moto2-Test, Nissin-Erprobung, dann Windkanal
Die Moto2-Saison läuft für die deutsche Intact-GP-Mannschaft um Jürgen Lingg mit WM-Spitzenreiter Manuel Gonzalez und Senna Agius nahezu perfekt. Um es noch besser zu machen, wird alles versucht.
Speziell WM-Manuel Gonzalez dürfte sich nach seinem außergewöhnlichen GP-Sieg in Catalunya über den Tag Pause vor dem offiziellen Testtag seiner Klasse gefreut haben. Dort hatte sich der Madrilene dann wieder voll ins Zeug gelegt und die Erprobung in Anwesenheit der gesamten
Nahezu deckungsgleich auch die Ergebnisse beim zweiten Hochkaräter im Team um Jürgen Lingg. Senna Agius, beim GP-Rennen zunächst bissig auf dem Weg in die Top 3, dann aber im Finale mit Grip-Problemen bis auf Platz 10 zurückgefallen, schloss den Catalunya-Test bei sehr guten Bedingungen auf Position 9 ab. Sein Rückstand auf die Bestzeit – 0,642 sec.
Bevor es für die Intact-Mannschaft direkt weiter zur nächsten Mission ging, berichtete Jürgen Lingg von dem Testtag, der alles andere als reine Routine war. Lingg: «Für uns war der Test sehr interessant und positiv. Ich denke, es war sehr gut für die Testergebnisse, dass es am Tag zuvor geregnet hat. Dadurch ging der Grip wieder etwas zurück, es waren sehr reale Bedingungen.»
Der Tag war intensiv, wie der Teamchef berichtete: «Wir hatten viel zu tun und hätten auch noch Zeit vertragen können. Das gilt besonders für den Einsatz einer Schwinge von Kalex. Sie bietet mehr Steifigkeit auf der Antriebsseite. Das war vielversprechend, aber wir konnten nicht alles im Detail testen. Denn wir haben auch von Pirelli je einen neuen Vorder- und Hinterreifen bekommen. Die Unterschiede sind nicht eklatant, aber spürbar, und speziell vorne haben sie sich gut entwickelt.»
Exklusiver Test mit Nissin-Bremse
Zudem berichtete der Chef des 2026 bislang erfolgreichsten Moto2-Rennstalls: «Wir haben in Catalunya erstmals und exklusiv eine Bremsanlage von Nissin getestet. Da wir vertraglich nicht an Brembo gebunden sind, waren wir offen für den Test. Die Piloten waren beeindruckt, speziell was die reine Wirkung, aber auch die Dosierbarkeit angeht, ein sehr interessanter Vergleich. Für dieses Jahr werden unser Paket nicht ändern, aber für die Zukunft könnte es eine Option sein.»
Lingg bestätigte aber auch: «Am Ende des Tests haben wir Manu dann wieder mit 1:1 mit dem Bike von Sonntag auf die Strecke geschickt. Die Zeiten haben gezeigt, wir haben hier schon ein sehr gutes Setting und auch das Gefühl von Manu war damit sofort wieder da.»
Mittlerweile hat die Moto2-Mannschaft ihr Technik-Zelt am Bodensee aufgeschlagen. Mit Senna Agius und Kalex werden im Windkanal von Friedrichshafen volle zwei Tage Versuche in Sachen «Topspeed-Optimierung» gefahren. Jürgen Lingg: «Wir müssen in dem Bereich unbedingt arbeiten und uns verbessern. Wir haben uns auch die Motoren von Senna angeschaut, aber seine Beschleunigung in den ersten drei Gängen ist identisch mit jener der Konkurrenz – aber in den oberen Gängen, da, wo die Aerodynamik eine Rolle spielt, da verliert er klar. Zusammen mit Kalex versuchen wir noch, für Mugello etwas zu finden.»
Fakt ist: Der 68 kg leichte und 1,79 m große Australier taucht regelmäßig am Ende der Konkurrenz auf, wenn es um die Höchstgeschwindigkeit geht. Auf der langen Geraden des Circuit de Catalunya fehlten sehr relevante 9 km/h auf das schnellste Bike im Feld, die Kalex unter Sergio Garcia.
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