Wie der Ducati-Triumph das MotoGP-Comeback von Marc Marquez vollendet
Marc Marquez holte sich in seiner ersten Saison als Ducati-Werkspilot die MotoGP-Krone: Damit steigt er in den elitären Kreis von MotoGP-Legenden auf, die WM-Titel mit zwei Herstellern gewannen.
Marc Marquez holte sich in der MotoGP-Saison 2025 seinen ersten Weltmeistertitel mit Ducati – und setzt damit nicht nur seiner eigenen Karriere, sondern auch der MotoGP-Historie einen weiteren Meilenstein hinzu. Nach Jahren voller Verletzungen, Operationen und beinahe endlosen Rückschlägen meldete sich die Nummer 93 mit einem der beeindruckendsten Comebacks des modernen Sports zurück.
Mit seinem siebten MotoGP-Titel reiht sich Marquez in einen exklusiven Kreis ein: Fahrer, die Weltmeisterschaften auf Maschinen zweier unterschiedlicher Hersteller gewonnen haben. Diese Liste ist kurz, sehr kurz. Zu den Pionieren gehörte Geoff Duke, der in den 1950ern Titel auf Norton und Gilera errang. Giacomo Agostini folgte 1975, als er nach seinen Erfolgen mit MV Agusta auch mit Yamaha zur WM fuhr.
In den 1980er-Jahren holte sich Eddie Lawson nacheinander Titel auf Yamaha und Honda – ein weiterer Beleg für fahrerische Vielseitigkeit auf allerhöchstem Niveau. Anschließend prägte Valentino Rossi die Königsklasse. Nach drei Titeln mit Honda sorgte sein spektakulärer Wechsel zu Yamaha 2004 für einen historischen Wendepunkt, dem gleich zwei Titel folgten.
Auch Casey Stoner ist Teil dieses elitären Clubs. Der Australier führte Ducati 2007 zur WM, wechselte 2011 zu Honda und holte dort sofort erneut den Titel – bevor er die MotoGP frühzeitig verließ und den Weg für einen jungen Spanier frei machte: Marc Marquez.
Der Rest ist Geschichte. Zwischen 2013 und 2019 dominierte Marquez die MotoGP fast nach Belieben – bis der folgenschwere Sturz in Jerez 2020 seine Karriere aus der Bahn warf. Vier Operationen, lange Pausen, erneute Verletzungen: Marquez stand kurz davor, alles hinzuschmeißen. «Der Ruhestand war nah», gab er später zu.
Doch der Wechsel zu Ducati brachte die Wende. 2023 gelang ihm bei Gresini der erste Sieg nach 1.043 Tagen, 2025 folgte die vollständige Wiederauferstehung: eine beeindruckende Saison, gekrönt durch den Titelgewinn bereits in Japan – und das in seiner ersten Saison im Werksteam.
Dass Marquez sich nun in die Liste der Hersteller-Doppelweltmeister einträgt – neben Duke, Agostini, Lawson, Rossi und Stoner – macht seinen Triumph statistisch ebenso wertvoll wie sportlich bedeutsam. Es ist eine jener seltenen Leistungen, die eine ohnehin große Karriere nochmals neu definieren. Und obwohl ihn eine Verletzung in Indonesien erneut ausbremste, bleibt schon jetzt klar: 2026 wird Marc Marquez der Fahrer sein, den alle schlagen wollen.
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