Red Bull Rookies Misano: Sieg für Cano, Kratochwil schenkt Heidolf Platz 3
«Was für ein Chaos», hatten die mehr als leidenschaftlichen Kommentatoren des Red Bull Live-Streams in der letzten Runde des 250. Rookies Rennen ins Mikro gebrüllt. Und sie behielten Recht.
Fynn Kractochwil hatte sich im Training beim vorletzten Wochenende des Red Bull Rookies Cup im italienischen Misano schwergetan. «Es war ein harter Tag», beschrieb der KTM-Pilot sein Training. «Ich habe mich nicht gut gefühlt. Ich habe keine gute Runde hinbekommen und am Ende sogar einen langsamen Sektor gefahren, sodass ich vom Ende des Feldes starten musste.» Für Bummeln sind die Strafen in der Nachwuchsschule eindeutig und als Quittung ging es im ersten Rennen am Samsatag auf den letzten Platz. Von da aus hatte der Teenager aus Thüringen seinen harten Tag schnell vergessen und kämpfte sich bis auf den vierten Platz nach vorne.
Gewerteter wurde er dann allerdings als Fünfter. Er hatte in der letzten Runde die Streckenbegrenzung überschritten und musste seinen vierten Rang an den US-Amerikaner Kristian Daniel jr. abgeben. Am Sonntag ging das Rennen für den 16-jährigen Deutschen von seinem regulären 12. Platz los. Von der Pole-Position startete der Franzose Guillem Planques.
Stammgast in der Spitzengruppe
In der ersten Runde drängelte sich der Gesamtführende Benat Fernandez an die Spitze, gefolgt vom Vortagessieger Fernando Bujos. Kratochwil hatte seinen 12. Startplatz gehalten. Dicht an dicht, inklusive zahlreicher Überholmanöver, liefen die ersten Umläufe. Erstmals an diesem Wochenende erschien David da Costa als Führender. Kiattisak Singhapong musste einmal durch die Long Lap und reihte sich als 15. wieder im Feld ein.
Nach vier Runden hatte sich Kratochwil warmgefahren und war nach einem kurzen Zwischenstopp auf Rang 8 bis auf dem fünften Platz vorgefahren und damit mittendrin in der Spitzengruppe mit Cano, Benat Fernandez, Bujosa und dem Briten Sullivan Mounsey angekommen. Doch wie immer ging es dort nicht mit Samthandschuhen zur Sache. Bei noch neun von 15 Runden hieß der neue Führende Fynn Kratochwil. Mit einer vorläufigen Bestzeit von 1.45,310 min war er an der Spitze gelandet. In seinem Windschatten Bujosa und Cano, beide noch im Kampf um den Gesamtsieg involviert, die nach wenigen Kurven auch ihre ersten Attacken starteten. Doch wie immer ging es in der Führungsgruppe im Sekundentakt hin und her bei den Positionen.
Tumult in der Schlussphase
Mit zunehmender Distanz mehrten sich die Verwarnungen in Sachen Überschreiten der Streckenbegrenzung und die Spitzengruppe formierte sich für die letzten Runden im Kampf um die begehrten Punkte. Bujosa schien die besten Karten zu haben, doch seine Mitstreiter ließen nicht locker. Auch Kratochwil hatte drei Runden vor der Zieldurchfahrt als Dritter noch Chancen auf einen Pokal.
In der letzten Runde übernahm Carlos Cano das Kommando an der Spitze, geriet aber unter heftigen Druck von Kratochwil und Bujosa. Bei den zahlreichen Überholmanövern stellten die Kommentatoren mit Fug und Recht ein absolutes Chaos fest. Auf den lezten Metern war Sullivan Mounsey mitten in der Führungsgruppe gestürzt und nur Millimeter an Kratochwil vorbeigerutscht. Kiattisak Singhapong hatte weniger Glück und wurde vom Briten aus dem Rennen gekegelt. Kratochwil kam nach einem wilden Ritt in der letzten Kurve als Dritter im Ziel an. Vor ihm der Sieger Carlos Cano und auf Platz 2 Kristian Daniel
Happy Birthday
«Ein irres Rennen», meinte Kratochwil im Anschluss auch zurecht. «Ich hatte mich in eine gute Position gebracht, ich wollte gewinnen. Doch dann bekam ich einen Schlag ab und war Achter. Dann hieß es 'all in' und ich habe versucht, soviele wie möglich zu überholen. Das in der letzten Kurve war ein großer Save. Ein irres Rennen. Ich möchte den dritten Platz meinem Betreuer und auch besten Freund an der Strecke Dirk Heidolf zu seinem Geburtstag widmen.»
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