TT 2017: Schlitzohrigkeit bringt Horst Saiger Scheck über 1000 Pfund ein
Nur noch ein Tag bis zum Trainingsbeginn der Tourist Trophy. Speedweek.com verkürzt die Wartezeit und erinnert an einigen der kuriosesten Geschichten rund um das wichtigste Straßenrennen der Welt.
Allein wegen der ungewöhnlich Streckenlänge des Snaefell Mountain Courses von 60,725 Kilometern, einem Höhenunterschied von über 400 Metern, den über 250 Kurven, der Renndistanz der Senior-TT von über 360 Kilometern, dem Einzelstart und einer Durchschnittgeschwindigkeit von beinahe 220 km/h unterscheidet sich die Tourist Trophy auf der Isle of Man von jedem anderen Motorradrennen. Die TT-Rennen lieferten in der Vergangenheit Geschichten, die sich heutzutage anhören, als seien sie der Fantasie eines von Hollywood-Drehbuchschreibern entsprungen.
Zwei Jahre nachdem der Österreicher Toni Rechberger 2011 seine letzte Tourist Trophy bestritten hatte, nahm mit Horst Saiger, der bisher vor allem in der Superbike- und Langstrecken-WM mit Top-Ergebnissen zu glänzen wusste, ein Landsmann von ihm die Herausforderung des gefährlichsten Straßenrennens der Welt an. Und er tat es mit Bravour. Gleich in seinem ersten Jahr ließ er mit einem 18. Rang in der Klasse Superstock aufhorchen und auch sein 23. Platz in der Senior-TT konnte sich sehen lassen. Nach diesem ersten Vorgeschmack hatte der in Liechtenstein lebende Steirer erst so richtig Geschmack an der Isle of Man TT gefunden.
In den folgenden Jahren gab es für ihn Höhen, aber auch Tiefen. Von seinem elften Platz im Superstock-Rennen beflügelt, riskierte Saiger 2014 in der Senior-TT zu viel, kam bei hoher Geschwindigkeit von der Ideallinie ab und touchierte einen Randstein. Weil er beim nicht zu verhindernden Sturz nirgends anschlug, kam er mit vergleichsweise glimpflichen Verletzungen davon. Zwei Jahre danach stand der immer zu Späßen aufgelegte Sunnyboy wieder auf der Glencrutchery Road an der Startlinie.
Ian Hutchinson stürzt, Horst Saiger profitiert von dessen Unfall
In der abschließenden Senior-TT sorgte Saiger wieder einmal für Gesprächsstoff. In der Rechtskurve Gooseneck, bei der man versucht mit viel Schwung auf die folgende Hochgeschwindigkeitspassage Mountain Mile zu gehen, fabrizierte er einen spektakulären Highsider. Weil er aber nicht bis zum Ende des Rennens warten wollte, um nach dem Rennen vom «Lumpensammler» abgeholt zu werden, schwang er sich kurzerhand auf seine nur leicht beschädigte Rennmaschine entlang der Küstenstraße mitten im Verkehr zurück in den Start-Ziel-Bereich.
Weil aber das Rennen wegen des schweren Sturzes von Ian Hutchinson abgebrochen und die Bergung des Verletzten mehr als eine Stunde dauerte, erhielt Saiger die Chance, das Rennen nochmals aufzunehmen. Beim von sechs auf vier Runden verkürzten Rennen überquerte er an der 18. Stelle den Zielstrich. Obwohl er mit seinem Resultat nicht wirklich zufrieden war, reichte es, die Gesamtwertung der begehrten «TT Privateers Championship» für sich zu entscheiden.
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