Phänomen Manuel Gonzalez: Bleibt der WM-Leader wieder ohne MotoGP-Vertrag?
Noch ist die Saison 2026 in einer frühen Phase. Doch es deutet sich an, dass Moto2-Tabellenführer Manuel Gonzalez (Intact GP) wieder keine guten Karten für einen Aufstieg ins MotoGP-Fahrerlager hat.
Die Moto2-Saison 2026 begann wie im Vorjahr mit einem Sieg des Spaniers Manuel Gonzalez. Der Athlet aus der deutschen Mannschaft um Teamchef Jürgen Lingg schnappte sich auch im Vorjahr die WM-Führung und war bis zum Finale im Kampf um die Krone in der mittleren Hubraumklasse. Den Aufstieg in die Topliga schaffte dann bekanntermaßen nicht der Pilot aus Madrid, sondern Diogo Moreira. Der Brasilianer holte verdient den Titel und sitzt mit einem langfristigen Honda-Vertrag solide im MotoGP-Sattel. Erwähnenswert ist dabei, dass der Vertrag bei LCR-Honda zustande kam, als Moreira in der WM-Tabelle noch hinter Manuel Gonzalez lag.
Dass auch Gonzalez ein geeigneter Akteur in der Topliga sein könnte, hatte sich zudem bereits beim MotoGP-Test in Aragon gezeigt. Dort bekam der
Tatsache ist auch, dass für die Saison 2026 lediglich ein Moto2-Pilot für den ausscheidenden Miguel Oliveira nachrücken konnte. 2027 hingegen schaut die Situation gänzlich anders aus. Gleich eine Handvoll Positionen sind trotz bereits hoher Aktivität auf dem Transfermarkt Stand heute undefiniert. Fragezeichen stehen unter anderem hinter Franco Morbidelli (VR46), Luca Marini (Honda HRC), Joan Mir (Honda HRC), Raul Fernandez (Trackhouse), Jack Miller (Pramac) sowie den KTM-Piloten Brad Binder und Maverick Vinales. Ein Aufstieg von Manuel Gonzalez, der als WM-Führender der Moto2 nach Europa zurückkehrt, ist scheinbar selbstverständlich.
Doch die Realität ist eine andere. Vor Rennen 4 und inmitten der Transferhandlungen für die überaus spannende Neustart-Saison 2027, die mit nur noch 850 ccm großen Vierzylindern wie gemacht für Moto2-Asse (Dreizylinder, 765 ccm) scheint, liegt
Ist Manuel Gonzalez zu perfekt für das Bild der MotoGP?
Stattdessen wurden beim US-GP die Namen David Alonso und Dani Holgado als zukünftige MotoGP-Piloten genannt. Alonso soll vor einer Einigung mit dem Honda-Werk stehen, der Spanier Holgado ist in fortgeschrittenen Gesprächen mit Gresini-Ducati. Damit ist auch klar: Der spanische Pass von Gonzalez allein ist kein Ausschlusskriterium. Auch das Bild in der Öffentlichkeit von Manuel Gonzalez ist tadellos. Verbindlich, kommunikativ, selbstbewusst, aber nie überheblich: Der 23-Jährige, der 2019 jüngster Weltmeister der seriennahen Supersport-300-WM ist, ist im gesamten Fahrerlager ein geschätzter Gesprächspartner.
Noch stehen etliche Rennen auf dem Plan und es wird dauern, bis sich das MotoGP-Feld 2027 endgültig definiert hat. Sicher ist aber, wenn überhaupt, dann dürfte der Aufstieg nur mit dem Moto2-Titel möglich sein Selbst dann ist aber stand heute nicht gewiss, dass Gonzalez eine der 22 MotoGP-Positionen einnehmen wird. Nicht auszuschließen wäre auch das kuriose Szenario, dass Manuel Gonzalez als Moto2-Champion in die Superbike-Weltmeisterschaft abwandert. Dort würde man «ManuGaas» mit offenen Armen in Empfang nehmen.
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