Aufatmen bei Jonas Folger: Der Fehler wurde gefunden
Mit Platz 14 in der kombinierten Zeitenliste der freien Trainings am Freitag, und weniger als eine Sekunde Rückstand auf den Besten, erlebte Jonas Folger bei der Superbike-WM in Assen einen akzeptablen Auftakt.
Jonas Folger hatte nach dem Tiefschlag in Donington Park, wo er Letzter und überrundet wurde, endlich wieder einen Lichtblick: Platz 14 am Freitag, 0,952 sec hinter der Bestzeit von Jonathan Rea (Kawasaki) – und sechs sowie vier Zehntelsekunden hinter den BMW-Werksfahrern Tom Sykes (5.) und Michael van der Mark (11.).
Die tiefschürfende Analyse des Bonovo-Teams und von BMW förderte zutage, dass in England ein Sensor nicht korrekt gearbeitet hat und deshalb die Gasannahme im unteren Drehzahlbereich nicht so sanft war, wie von Jonas gewünscht.
"0,9 sec Rückstand sind besser als 2,7 in Donington", erzählte Folger beim Treffen mit SPEEDWEEK.com. "Jetzt ist wieder alles normal und das Motorrad funktioniert so, wie es soll. Ich kann konstante Zeiten fahren, jetzt müssen wir eine Basis schaffen. In Donington funktionierte das Motorrad beim Gas geben wie on/off. Im ersten Moment kam viel zu wenig, dann gibt man instinktiv mehr Gas. Dann kam auf einmal zu viel – das war extrem schwierig zu fahren. Ich bin froh, dass der Fehler gefunden wurde. Und ich bin auch froh und sehr erleichtert, dass es nicht an mir liegt. Ein technisches Problem ist schneller behoben, wie wenn der Fahrer in einem Tief steckt."
"Als wir den Fehler gefunden hatten, gingen wir auch die Daten vor Donington noch einmal durch und haben gesehen, dass das Problem schon früher auftrat", erklärte der Deutsche Meister. "Der Defekt zog sich schon länger hin und hat sich schleichend aufgebauscht. Man konnte das auf den ersten Blick in den Daten aber nicht sehen. Man musste eine andere Komponente anschauen, um darauf zu kommen. Rückblickend haben wir durch den Defekt viel Zeit verloren und das hat alle im Team viele Nerven gekostet. Wir haben noch immer eine schwierige Zeit, sehen aber, dass es aufwärts geht. Eine Sekunde Rückstand ist akzeptabel, Donington war ein Desaster. Jetzt wissen alle, worauf sie schauen müssen, dass dieser Fehler in Zukunft nicht mehr auftreten kann."
In zwölf Rennen 2021 schaffte es Jonas erst einmal in die Punkte, bei der Reifenlotterie in Aragon als Achter. "Ich hoffe, dass meine heutige Pace auch der Rennpace entspricht", bemerkte er. "Das war jetzt der erste Tag, an dem ich mit einem Motorrad fuhr, das wieder normal funktioniert. Ich muss endlich mal Punkte holen, die Rennen durchfahren und kämpfen. Ich will mal sagen können, dass das Rennen gepasst hat."
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