Am Dienstag hat SPEEDWEEK.com weltexklusiv gemeldet, dass die nötige Homologationsmenge für eine Teilnahme an der Superbike-WM 2014 halbiert wird. Bimota wird das nichts nützen.
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Mitte Januar verkündete das belgische Team Alstare die Partnerschaft mit Bimota, sie soll über fünf Jahre gehen. Demnächst wird der Motorrad-Weltverband FIM die neuen Homologationskriterien für 2014 veröffentlichen, SPEEDWEEK-User kennen sie bereits: Um an der Superbike-WM teilnehmen zu dürfen, muss ein Hersteller zur Erstabnahme 125 Motorräder bauen. Des Weiteren im ersten Jahr insgesamt 250 Stück, innerhalb von zwei Jahren 1000 Stück. Das ist nur noch die Hälfte der Motorräder, die bislang verlangt wurden.
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Für Bimota ist auch diese Zahl utopisch hoch, bauten die Italiener doch bislang nur um die 100 Motorräder pro Jahr – alle Modelle zusammen genommen. Alstare-Chef Francis Batta fabuliert davon, dass er mit der Bimota BB3 beim Europa-Auftakt Mitte April in Spanien dabei sein wird. Eventuell auch erst zwei Wochen später in Assen. Will Bimota die 125 Motorräder bis dahin backen oder aus dem Hut zaubern?
Der deutsche Bimota-Importeur Benny Wilbers wollte mit der BB3 dieses Jahr in der IDM Superbike antreten. Schon letzten November wurde ihm klar, dass das nicht funktionieren wird. "Das Material ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht fertig und nicht in der Menge vorhanden, um ordentlich Rennsport zu betreiben", sagte Wilbers damals. "Daher wollen wir das Ganze im Laufe des Jahres 2014 ordentlich vorbereiten. Der offizielle Liefertermin des Motorrads ist Mai 2014."
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Stand heute gibt es genau eine Bimota BB3. "Wir sind stinksauer auf Bimota und Batta, weil dieses Motorrad von Battas Truppe für eine Messe zerstört wurde", schimpfte Wilbers. "Wir hatten einen Deal mit Bimota, dass genau dieses Bike auf der IMOT und in Dortmund auf unserem Stand steht. Der Stand bei der IMOT blieb leer und wir verkauften im Herzen von BMW nicht eine BB3. Ich bin mir 100-prozentig sicher, dass Bimota in diesem Jahr keine 125 Stück der BB3 produziert und somit Batta nicht in der WM starten wird."
Dass es die FIM mit der Zahl der produzierten Motorräder nicht so lax nimmt wie in der Vergangenheit, beweist der Besuch von Dorna-Manager Gregorio Lavilla Ende Januar im Werk von Erik Buell Racing (EBR), wo die für die Homologation erforderlichen 125 Motorräder in Augenschein genommen wurden. Nur am Rande sei bemerkt, dass der ursprüngliche Vertrag zwischen Bimota und BMW die Lieferung von 150 Motoren pro Jahr vorsieht. 1000 Motorräder in zwei Jahren zu produzieren, wird so nicht einfach. Wir fragen uns auch, wo es 1000 Leute geben soll, die ein Superbike um 42.900 Euro kaufen?
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Um sich einen Startplatz in der Superbike-WM zu sichern, muss ein Team bei WM-Vermarkter Dorna 30.000 Euro Kaution hinterlegen. Im Fahrerlager von Phillip Island ist zu hören, dass Batta bis heute nicht bezahlt hat – wohl wissentlich? Es ist auch davon auszugehen, dass in den Verträgen mit seinen Fahrern Ayrton Badovini und Christian Iddon Ausstiegsklauseln verankert sind, sollte kein WM-Start zustande kommen. Das gleiche gilt für das Personal.
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