Martin Brundle zu Ferrari in Melbourne: Strategie-Fehler & fehlendes Tempo
Ex-GP-Pilot Martin Brundle ist sich sicher: Die Ferrari-Strategen haben sich beim Rennen in Australien vertan. In seiner GP-Analyse sagt er aber auch: Den Roten fehlte das Tempo für den Sieg.
«Hätten wir nicht wenigstens einen der Fahrer an die Box holen sollen?», wunderte sich Lewis Hamilton, als im Australien-GP das Feld durch eine virtuelle Safety-Car-Phase eingebremst wurde, weil Isack Hadjar seinen Red Bull Racing-Renner mit rauchendem Heck am Streckenrand abgestellt hatte. Der siebenfache Weltmeister sprach damit aus, was viele Zuschauer dachten. Denn die Konkurrenz der Roten nutzte die Gelegenheit, um frische Walzen zu holen, ohne dabei zu viel Zeit zu verlieren.
Das Problem für die Ferrari-Strategen: Die Chance zum Stopp kam sehr früh, bereits in der elften Runde ging Hadjars Traum vom GP-Podest im ersten Rennen für Red Bull Racing in Rauch auf. Es folgte später zwar eine weitere virtuelle Safety-Car-Phase, die Valtteri Bottas auslöste. Doch da hatten die Roten Pech, denn die Boxengasse wurde geschlossen.
Teamchef Fred Vasseur wollte die Frage, was bei einer anderen Strategie-Entscheidung passiert wäre, nicht beantworten. Er wisse es nicht, ob sein Team mehr hätte erreichen können, winkte er ab. Und er betonte: Mercedes war schneller. Zu diesem Schluss kommt auch Martin Brundle in seiner GP-Analyse auf «Skysports.com».
Der frühere GP-Pilot betont: «Das Ferrari-Team war sehr einfallsreich und zuversichtlich mit seinem 2026er-Auto und sowohl Lewis als auch Charles wirkten glücklicher als die meisten Piloten.» Er verweist auf den Turbolader im GP-Renner aus Maranello, der den beiden Scuderia-Piloten schnelle Starts ermöglichen. «Deshalb war es keine Überraschung, dass Leclerc in Führung liegend aus der ersten Kurve herauskam. Hamilton fuhr ebenfalls schnell los, aber er geriet in der ersten Kurve etwas zu weit nach aussen und musste sich wieder nach vorne kämpfen, was ihm auch gelang.»
«Im Gegensatz zum vergangenen Jahr gingen die Ferrari- und Mercedes-Autos besser mit ihren Reifen um als McLaren und Red Bull Racing. Aber als in Runde 11 wegen des beeindruckenden, aber leider ausgeschiedenen Hadjar ein virtuelles Safety-Car zum Einsatz kam, entschied sich Ferrari, keines der beiden Autos an die Box zu holen – im Gegensatz zum Mercedes-Team, das beide Autos gleichzeitig zum Reifenwechsel rief», erinnert sich der Brite.
«Ferrari hielt es für zu früh und wollte am ursprünglichen Plan festhalten. Das war ein Fehler, und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie bei einer Wiederholung dieses Szenarios eine andere Entscheidung getroffen hätten und zumindest ein Auto an die Box geholt hätten», ist Brundle überzeugt. Gleichzeitig stellt er klar: «Tatsächlich fehlte ihnen das Tempo, um Mercedes zu schlagen, aber sie gaben die Kontrolle über das Rennen auf und verschafften Mercedes eine Komfortzone, in der sie reibungslos und ohne Probleme fahren konnten.»
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