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Nach Kiesausritt wurde Strafe erlassen – Danilo Petrucci bekam es nicht mit
Danilo Petruccis Strafe im ersten Superbike-WM-Lauf auf dem TT Circuit in Assen sorgte für lebhafte Diskussionen. SPEEDWEEK.com erklärt, weshalb die Stewards so entschieden und wer was falsch machte.
Superbike WM
Im Artikel erwähnt

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Wegen Frühstarts bekam Danilo Petrucci im ersten Superbike-Rennen in Assen zwei Long-laps als Strafe aufgebrummt. Während der Italiener Stein und Bein schwor, dass er noch nie in seiner Karriere einen Frühstart gemacht hat und das auch dieses Mal nicht der Fall wäre, sprechen die TV-Bilder eine andere und eindeutige Sprache.
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Genauer Blick ins Regelbuch nötig Um das Vergehen und die daraus folgenden Konsequenzen genau zu beleuchten, ist ein tiefer Blick ins gelbe Regelbuch des Motorrad-Weltverbands FIM nötig. In Paragraph 1.18 ist bis ins Detail definiert, wie das gesamte Startprozedere abzulaufen hat. In Absatz 14 geht es um Frühstarts, wobei dieses deutsche Wort die Thematik nicht exakt erfasst. Der Geist des Reglements ist, nicht nur aus Fairness- sondern auch aus Sicherheitsgründen, dass die Fahrer in ihrer Startbox stillstehen. Dazu heißt es: «Jeder Fahrer, der den Start vorwegnimmt, wird von den FIM WSBK Stewards bestraft.» Dann wird es im Text etwas schwammig und Grauzonen tun sich auf. «Das Motorrad muss zum Zeitpunkt des Erlöschens der roten Lichter stillstehen. Ein vorzeitiger Start liegt vor, wenn sich das Motorrad zum Zeitpunkt des Erlöschens der roten Lichter vorwärtsbewegt.»
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Rollte Petrucci genau in dieser Millisekunde? Da es im Asphalt keine Kontaktschleifen gibt, können die Rennkommissare nur anhand von TV-Bildern entscheiden. Dass Petrucci während der Startphase rollte, ist unstrittig. Ob das aber genau in dem Moment geschah, als die Ampeln ausgingen, in dieser einen Millisekunde, wie die Stewards argumentieren, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen.
Aus diesem Grund lässt das Reglement den Stewards eine Hintertüre offen und Raum für Interpretation. Im Wortlaut: «Im Falle einer geringfügigen Bewegung und eines anschließenden Stillstands, während die roten Lichter leuchten, entscheidet allein das FIM WSBK Stewards Panel darüber, ob ein Vorteil erzielt wurde. Die Kommissare entscheiden, ob eine Strafe wegen Vorteilserlangung durch Vorwegnahme des Starts verhängt wird.»
Im Fall Petrucci haben die Stewards mutmaßlich falsch entschieden, der Italiener, von Startplatz 4 kommend, lag in der ersten Kurve nur noch auf Position 7. Der BMW-Werksfahrer bekam innerhalb der vorgeschriebenen Zeit die festgelegte Strafe für seinen «Frühstart» mitgeteilt, nämlich zwei Long-laps.
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Lapsus mit schwerwiegenden Folgen Dann unterlief dem Routinier ein Lapsus mit schwerwiegenden Folgen. Beim Einbiegen in die Long-lap erwischte er eine Welle, musste das Motorrad aufrichten, pflügte durchs Kiesbett und verlor in dieser Runde insgesamt knapp 22 sec. Dass er die Long-lap im Training nicht geübt hatte, trotz klarer Ansage des ROKiT-Teams, muss er sich ankreiden lassen. Artikel 1.19.2 legt fest: «Der Fahrer muss innerhalb der Linien bleiben, die die Strecke der Long-lap markieren. Verstöße können dazu führen, dass die Strafe wiederholt oder dass eine andere Strafe verhängt wird.» Nach dem Wortlaut im Reglement hätte Petrucci seine erste Lon-lap wiederholen müssen und dann auch noch die zweite absolvieren. Was nicht jeder weiß: Ergänzend zum Regelbuch gibt es die Sportity-App, in der sämtliche Neurungen aufgeführt und auch die Fahrerbesprechungen dokumentiert sind. Bereits 2025 wurde festgelegt, dass ein Fahrer, dem ein Malheur wie Petrucci unterläuft, bereits genug bestraft ist. Genau heißt es, dass wenn der «Zeitverlust mehr als 5 sec» beträgt, die Strafe als absolviert gilt. Allerdings greift dieser Passus nur, wenn ein Fahrer weitläufig von der Strecke rumpelt. Würde einer die weißen Linien überfahren, anschließend stark abbremsen und mehr als 5 sec verlieren, müsste er die Long-lap trotzdem noch einmal fahren. Weshalb es diese genaue Definition bis heute nicht ins FIM-Handbuch geschafft hat, ist unbekannt.
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Petruccis zweite Long-lap war freiwillig Petrucci bekam in Kurve 14 (Meeuwemeer) von 21 von den FIM-Stewards auf dem Dashboard angezeigt, dass seine Long-lap-Strafte abgegolten ist, beim Überqueren der Ziellinie wurde ihm die Strafe auch auf der Boxentafel der Offiziellen nicht mehr angezeigt. Im Eifer des Gefechts registrierte Danilo beides nicht, fuhr eine zweite Long-lap und verlor dadurch weitere 5 sec. Auf das Endergebnis hatte das keinen Einfluss, da er zu diesem Zeitpunkt auf dem letzten Platz lag und ihm im Ziel 20,2 sec zu einem WM-Punkt fehlten.
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