Ducati-Werksteam 2027: Aruba-Boss verrät, was für einen Fahrer er braucht
Sollte Superbike-WM-Leader Nicolo Bulega nach dieser Saison in die MotoGP wechseln, braucht das Ducati-Werksteam ein neues Aushängeschild. Aruba-Chef Stefano Cecconi im exklusiven Interview.
Ducati hat es gehofft, die Gegner haben es befürchtet: Nicolo Bulega hat in der Superbike-WM 2026 zu einem Durchmarsch angesetzt und nach den ersten drei Veranstaltungen bereits beeindruckende 69 Punkte Vorsprung auf den Zweiten, seinen Aruba-Teamkollegen Iker Lecuona. Saisonübergreifend
Als Belohnung für seine starken Leistungen durfte Bulega bereits im Vorjahr die MotoGP-Maschine testen, kam bei den Grands Prix in Portimao und Valencia als Ersatz für den verletzten Marc Marquez zum Einsatz und leistete von Anfang an tadellose Arbeit.
Seine Aufgabenstellung für 2026: Den Titel bei den Superbikes gewinnen und ab Anfang Mai (in Mugello) mit der neuen 850er-MotoGP-Maschine testen. Denn Bulega verfügt nicht nur über sehr hohen Speed, sondern kennt auch die ab 2027 in der MotoGP zum Einsatz kommenden Pirelli-Reifen bestens.
Platz Nicolo Bulegas MotoGP-Traum?
Monatelang galt als so gut wie sicher: Erfüllt er die Aufgaben dieses Jahr wunschgemäß, wird Ducati Corse seinen Zögling in die Premier-Class befördern. Inzwischen deutet nichts mehr daraufhin, dass es so kommt.
«Mein Manager geht nach Jerez, vielleicht ändert sich etwas zu meinen Gunsten», verriet Bulega SPEEDWEEK.com. «Er wird mit einigen MotoGP-Teams reden, dann sehen wir. Es wird sehr schwierig, denn es gibt nur wenige Motorräder und viele sehr gute Fahrer. Ich müsste das Glück haben, dass einige der Fahrer dorthin gehen, wo ich sie mir wünsche. Bleibe ich in der Superbike-WM, sind das keine traurigen Nachrichten, denn ich bin sehr glücklich in dieser Klasse und fühle mich gut. Das Superbike-Paddock ist wie Familie für mich. Habe ich keine Möglichkeit in die MotoGP zu gehen, dann ist das nicht dramatisch.»
Klar ist: Für Ducati Corse ist Bulegas Nutzen als Dominator in der Superbike-WM am größten,
Aruba-Boss Stefano Cecconi hat eine klare Vorstellung
Für Aruba-Boss Stefano Cecconi sind solche Szenarien weit entfernt, deshalb hat er sich noch keine tieferen Gedanken gemacht, wie er SPEEDWEEK.com im Exklusiv-Interview verriet. «Ich weiß ja noch nicht, wer aus dem GP- oder auch Superbike-Fahrerlager verfügbar sein wird. Davon abgesehen: Der entscheidende Punkt ist für mich die Motivation. Ich will keinen aus der MotoGP, der nicht glücklich ist bei den Superbikes zu sein oder diese als Plan B betrachtet – unabhängig davon, wie gut dieser Fahrer sein könnte. Ich möchte mit Leuten arbeiten, die happy darüber sind in dieser Meisterschaft, in diesem Team und auf diesem Motorrad zu sein. Ich hatte Gespräche mit Moto2-Fahrern, in denen ich den Eindruck gewann, dass sie hier nicht glücklich werden. Trotzdem sagten sie, dass sie eventuell für mich fahren könnten, es aber nicht ihr Traum wäre. Es ist sinnlos, mit so jemandem weiterzureden. Iker Lecuona war der glücklichste Mensch auf Erden, als wir uns darauf einigten, es zusammen zu versuchen.»
Es zeichnet sich ab, dass Jack Miller, Franco Morbidelli und Alex Rins nächstes Jahr nicht mehr in der MotoGP-Startaufstellung stehen. Bringen sie die von Cecconi beschriebenen Voraussetzungen mit, würde er sie im Fall des Abgangs von Bulega in Betracht ziehen. «Es ist aber nicht so, dass es für mich eine Grundvoraussetzung ist, dass es ein MotoGP- oder Moto2- oder ein junger Fahrer sein muss. Wir müssen auch im Hinterkopf behalten, dass sich für 2027 die Reifen ändern. Wir wissen noch nicht, wie nahe die zukünftigen Michelin-Reifen an den heutigen MotoGP-Reifen sein werden. Es ist nicht gesagt, dass jemand, der heute mit diesen Reifen schnell ist, es dann auch später sein wird.»
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