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Philipp Öttl: Mit Yamaha muss er Ziele neu definieren
Nach dem starken letzten Saisondrittel im Vorjahr ging Philipp Öttl mit großen Hoffnungen in die Superbike-WM 2024. Er wechselte zu Yamaha und merkte schnell, dass jetzt ein anderer Wind weht.
Superbike WM
Im Artikel erwähnt

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Philipp Öttl zeigte in einer durchwachsenen Saison 2023 ein starkes letztes Drittel: In den finalen zwölf Rennen kam er nie schlechter als auf Platz 11 ins Ziel, fünfmal brauste er in die Top-7. Gerne hätte das Team Go Eleven Ducati mit dem Lockenkopf aus Bayern weitergemacht, letztlich konnten die Italiener aber dem Angebot nicht widerstehen den viel bekannteren ehemaligen MotoGP-Piloten Andrea Iannone zu verpflichten, der zudem das Wohlwollen von Ducati-Rennchef Gigi Dall’Igna genießt. Und noch immer sehr schnell ist, wie er nach vierjähriger Dopingsperre bereits eindrucksvoll mit sechs Top-5-Ergebnissen und zwei Podestplätzen bewiesen hat.
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Öttl unterschrieb für diese Saison bei Yamaha und das Team GMT94 des Franzosen Christophe Guyot. Die R1 ist ein solides Paket, doch die Kundenteams bei Yamaha verfügen nicht über das gleiche Material wie die vier Werksfahrer Locatelli, Rea, Aegerter und Gardner, die sich gegen die starke Konkurrenz von Ducati und BMW auch schwertun. In der Startaufstellung 2024 sehen wir 14 Werksfahrer, hinzu kommen die vier schnellen Ducati-Privatiers Petrucci, Iannone, Rinaldi und Sam Lowes, deren Material sich kaum vom Werksteam unterscheidet.
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Jedem, der auf 15 zählen kann, wird unter diesen Voraussetzungen schnell bewusst, dass ein Punktgewinn für Öttl eine starke Leistung darstellt. Nach seinen Erfolgen mit Ducati keine einfache Situation für den 28-Jährigen, der seine Ziele für dieses Jahr neu definieren musste.
Auf Phillip Island und in Assen hat Öttl jeweils im zweiten Hauptrennen als 14. Punkte kassiert, kam also mit vier nach Misano. Dort heimste er als 15. am Sonntagnachmittag einen weiteren ein.
"Das war einer der schwierigsten Punkte, die ich jemals eingefahren habe", hielt der Bayer gegenüber SPEEDWEEK.com fest. "Ich kam nach Misano, nach dem Sturz im Test tat mir meine linke Schulter weh, ich war krank, musste Antibiotika nehmen und nach zehn Minuten im freien Training ging der Motor kaputt. Am Samstag haben wir dann angefangen zu arbeiten und ich kam ein bisschen rein. Am Ende wurde ich dann 15., was wir uns wirklich erkämpft haben." "Aegerter fliegt an mir vorbei wie eine BMW", bemerkte Philipp. "Wir arbeiten mit Material, das nicht identisch ist. Ich kann das Motorrad nicht schneller machen, ich versuche, dass ich es in den Kurven einigermaßen zusammenbringe. Da ist auch noch genug, was man verbessern kann. Wir müssen im Moment schauen, dass wir ein paar Punkte zusammenkratzen. Die Erwartungshaltung hat sich auch im Team geändert, am Sonntag waren sie ziemlich zufrieden. Meine Mechaniker geben ihr Bestes, mein Crew-Chief und Elektroniker und ich pushen jeden Tag und skypen unter der Woche, was wir machen und wie wir uns verbessern können. Unser Aufwand ist der gleiche und ich habe in einem halben Jahr nicht das Motorradfahren verlernt. Dieses Jahr ist mental schwieriger. Denn wenn ich alles perfekt mache, fahre ich vielleicht in die Punkte. Das ist unser Ziel und dafür gebe ich alles. Ich habe diesen Punkt genauso verteidigt, wie wo ich letztes Jahr in Jerez gegen Petrucci fuhr, nur ging es da um Platz 5."
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