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Sandro Cortese: «Du musst den Speed vernichten»
Superbike-Neuling Sandro Cortese verlor bei den Testfahrten in Jerez lediglich 0,3 Sekunden auf seinen Yamaha-Teamkollegen Marco Melandri. Die Anpassung an die R1 ist nicht einfach.
Superbike WM
Im Artikel erwähnt

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Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) fuhr während der beiden Testtage auf dem Circuito de Jerez wieder einmal in seiner eigenen Welt. Messen wir Superbike-Rookie Sandro Cortese an seinen drei Yamaha-Kollegen Alex Lowes, Michael van der Mark und Marco Melandri, machte der Supersport-Champion eine gute Figur. Auf Lowes verlor der Schwabe 1,2 sec, auf van der Mark eine halbe Sekunde und auf GRT-Kollege Melandri 3/10 sec. Cortese konzentrierte sich bei seiner Premiere in Südspanien weniger auf eine schnelle Runenzeit, als vielmehr auf die Anpassung an die neue Maschine.
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"Das Bike macht aus jeder Kurve hinaus Wheelies, es ist schwierig, das Vorderrad am Boden zu halten", erzählte der 28-Jährige. "Du musst viel mit der Hinterradbremse arbeiten und der Elektronik vertrauen. Auf der R6 gibt es diese Probleme nicht, da gibst du einfach Gas – und nichts passiert. Auf dem Superbike musst du viel mehr arbeiten. Weil ich die Maschine nicht kannte und nicht wusste wie sie reagiert, war es sehr anstrengend. Ich war schon nach vier Runden müde. Am zweiten Tag war ich deutlich entspannter und fuhr normal, deshalb konnte ich mehr Runden fahren. Das ist ein normaler Prozess, wenn man das Motorrad verstehen lernt." Am Kurveneingang hattest du verglichen mit den anderen Yamaha-Fahrern deutlich mehr zu kämpfen, dein Bike schlingerte viel mehr. "Ja, das ist mein Hauptproblem", gab der zweifache Weltmeister zu. "Am zweiten Tag war es etwas besser, in schnellen Kurven ist es gut, da kann ich meinen Kurvenspeed nutzen. In der Haarnadelkurve und der letzten Kurve war es besonders schlimm, das muss ich lernen: Hart bremsen, den Speed vernichten und dann hart beschleunigen. In diesem Bereich verliere ich die meiste Zeit, weil ich die Leistung nicht voll ausnütze. In schnellen Kurven bin ich schnell, weil ich diesen weichen und flüssigen Fahrstil habe. Das muss ich auch beibehalten, zusätzlich muss ich aber den Stop-and-Go-Stil für die langsamen Kurven lernen." "Nichts an der R6 und der R1 ist gleich, das sind grundverschiedene Motorräder", unterstrich Cortese. "Wegen der Leistung und der Elektronik. Die R1 lässt sich auch viel besser schalten, hoch wie runter. Bislang musste ich beim Runterschalten immer die Kupplung ziehen, das braucht es bei der R1 nicht. Auch das musste ich lernen – nach einem halben Tag hast du dich daran gewöhnt. Dann kommen aber andere Dinge, wie der Gewichtstransfer, wann und wie du das Motorrad aufrichten musst, und wo du die Hinterradbremse einsetzen musst. Bislang habe ich auf die Daumenbremse verzichtet, ich wollte erst auf Speed kommen. Im Januar können wir uns damit befassen."
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