«Wochenende zerstört»: Rufe nach neuem Quali-Format
Seit der Geburt der Superbike-WM 1988 wurde das Qualifying-Format, genannt Superpole, mehrfach geändert. Jetzt machen sich einige Fahrer dafür stark, es erneut anzupassen.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Nach diversen anderen Formaten sehen wir in der Superbike-WM seit einigen Jahren ein traditionelles Qualifikationstraining, genannt Superpole, in dem alle Fahrer 15 Minuten haben, um eine bestmögliche Zeit zu fahren.
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Sofern Qualifyer-Hinterreifen bei einem Event zum Einsatz kommen, hat jeder Fahrer vier zur Verfügung. In der Regel wird einer zum Probieren in einem freien Training verheizt, in Ausnahmefällen setzen manche Fahrer auch einen im Sprintrennen ein, wie zum Beispiel Scott Redding in Cremona. Da die Superpole nur 15 min dauert, gehen die Piloten für gewöhnlich zweimal mit einem neuen Qualifyer auf Zeitenjagd. Dabei besteht immer die Gefahr, dass Rundenzeiten gestrichen werden, weil aufgrund eines Sturzes in einem Sektor gelbe Flaggen geschwenkt werden.
Danilo Petrucci, dem genau das in Cremona widerfuhr, weshalb der Dreifachsieger von 2024 nur auf Startplatz 13 stand, prangert das an. "Ich hatte insgesamt nur vier Runden im Qualifying", schilderte der Routinier SPEEDWEEK.com. "Wir haben zwei Reifen, mit denen wir jeweils zwei Runden fahren. Unterm Strich hatte ich wegen gelber Flaggen nur eine Runde. Dann war der Vorfall mit Locatelli. Ihm wurden gelbe Flaggen gezeigt und er bummelte mitten auf der Strecke, es war aber eigentlich nicht seine Schuld. Ich pushte Vollgas und er stand mir im Weg. Letztlich wurde mein Wochenende vom Reglement ruiniert."
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Von Startplatz 13 kommend preschte Petrucci im ersten Hauptrennen auf Position 7 und im Sprint auf Platz 6, im zweiten Hauptrennen wurde er Vierter. Jeder kann sich ausmalen, was von weiter vorne kommend möglich gewesen wäre.
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"Am Samstag saßen viele Fahrer zusammen und wir haben entschieden, dass das Format geändert werden muss", verriet der Barni-Ducati-Pilot. "Es kann passieren, dass du die Arbeit eines ganzen Wochenendes wegwirfst, weil jemand anders einen Fehler machte. Wir fahren FP1, FP2 und FP3, die aber alle nichts zählen. Das wissen auch die Leute, die zuschauen. Ich meine, wir sollten das MotoGP-Format übernehmen."
In der MotoGP beginnen die Fahrer mit einem freien Training, anschließend folgt das Zeittraining. Aus diesem kommen die Top-10 direkt ins Qualifying 2, in dem die Startplätze 1 bis 12 ausgefahren werden. Alle restlichen Fahrer müssen ins Q1, aus dem die zwei Schnellsten ins Q2 aufrücken. Dem Qualifying voraus geht das zweite freie Training. "Wir werden in der Safety-Commission über diese Regel reden", verriet Petrucci. "Das aktuelle Format ist vielleicht gut für die Show, weil ein schneller Fahrer hinten steht und sich dann nach vorne kämpft. Aber für alle Involvierten von den Werken ist das keine gute Sache. Warum muss ich weit hinten starten, wenn ein Fahrer vor mir stürzt? Klar, aus Sicherheitsgründen müssen wir langsamer fahren. Es wäre ein Desaster, wenn ein Streckenposten, der ein Motorrad aus dem Kiesbett zieht, von einem umherfliegenden Bike getroffen wird. Aber wenn wir die Fahrer wie in der MotoGP im Qualifying aufteilen und damit weniger auf der Strecke sind, dann verringert sich die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes entsprechend."
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