Disqualifikation bleibt: Audi mit Sieg am Sachsenring

Von Oliver Müller
ADAC GT Masters
Protagonisten samstags am Sachsenring: Der Porsche 911 GT3 R vom Team 75 Bernhard (vorne) und der Audi R8 LMS von Land-Motorsport

Protagonisten samstags am Sachsenring: Der Porsche 911 GT3 R vom Team 75 Bernhard (vorne) und der Audi R8 LMS von Land-Motorsport

Kévin Estre/Timo Bernhard gewannen das Rennen samstags am Sachsenring nur unter Vorbehalt, da sie gegen eine Disqualifikation aus der Qualifikation Berufung einlegten. Nun wurde final gegen das Porsche-Duo entschieden.

Beim vergangenen Rennwochenende des ADAC GT Masters ging es am Samstagmorgen regelrecht turbulent zu. Zunächst hatte Timo Bernhard in der morgendlichen Qualifikation seine erste Pole-Position in der 'Liga der Supersportwagen' herausgefahren. Doch lange konnte der amtierende Sportwagen-Weltmeister darüber nicht jubeln. Denn sein Porsche 911 GT3 R fiel durch die technische Nachkontrolle. Die Kommissare bemängelten ein Tape, welches zwischen Heckflügel und Gurney-Flap angebracht war. «Wir sind immer mit diesem Klebestreifen gefahren, das wurde nie beanstandet. Es hat auch keinerlei Auswirkungen auf die Performance. Porsches in aller Welt fahren in dieser Konfiguration», erklärte Bernhard damals. Sein Team 75 legte gegen die Entscheidung Berufung ein und konnte das Rennen somit von der Pole-Position aus starten. Bernhard und Teamkollege Kévin Estre fuhren im Anschluss zu einem lockeren Laufsieg, der jedoch unter Vorbehalt gewertet wurde.

Nun hat sich das Berufungsgericht des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) mit dem Fall beschäftigt. Dabei wurde die Berufung abgewiesen, sodass die Disqualifikation bestehen bleibt und der Porsche im Samstagsrennen am Sachsenring nicht gewertet wird. «Leider wurden die Ergebnisse unserer Startnummer 17 vom Samstag am Sachsenring mit Pole Position und souveränem Sieg am Grünen Tisch aberkannt», reagierte Team-75-Teammanager Klaus Graf enttäuscht.

«Tape, das wir als zusätzliche Absicherung für die Befestigung des vorgeschriebenen Gurney-Winkels verwendet hatten, wurde von den Offiziellen nicht als regelkonform erachtet. Wir akzeptieren die Entscheidung des Berufungsgerichtes, möchten jedoch darauf hinweisen, dass es sich unserer Ansicht nach um eine unterschiedliche Interpretation des Reglements handelt und wir uns zu keinem Zeitpunkt einen Performance-Vorteil verschafft hatten», so Graf weiter.

Tatsächlich gab es im Sommer eine Klarstellung (Clarification 2/2018) in Bezug auf das Abkleben von Spaltmaßen der Rennwagen des ADAC GT Masters. Schon am Sachsenring kam in einigen Ecken des Paddocks die Diskussion auf, ob der Schlitz zwischen Heckflügel und Gurney als Spaltmaß gewertet werden muss, oder eben nicht. Durch die getroffene Entscheidung des Berufungsgerichtes ist diese Sachlage nun eindeutig.

Mit der Bestätigung der Disqualifikation des Bernhard-Porsche bekommen Kelvin und Sheldon van der Linde (Land-Motorsport - Audi R8 LMS) nachträglich den Sieg im Samstagsrennen des ADAC GT Masters am Sachsenring zugesprochen. Es ist der erste gemeinsame Triumph des südafrikanischen Bruderpaares in der 'Liga der Supersportwagen'. Kim-Luis Schramm/Nicolai Sylvest (Zakspeed - Mercedes-AMG GT3) sind die neuen Zweiten und Timo Scheider/Mikkel Jensen (Schnitzer - BMW M6 GT3) rücken auf Position drei. Durch die zusätzlichen sieben Punkte, die es für einen Sieg gibt, klettern van der Linde/van der Linde auf den dritten Platz in der Meisterschaftstabelle.

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