Rennstrecke Cadwell Park: Hier fliegen die Bikes

Von Waldemar Da Rin
Britische Superbike-Meisterschaft
Cadwell Park ist eine typische englische Rennstrecke. Sie wird hauptsächlich für Motorradrennen genutzt und hat mit dem Sprunghügel ein ganz besonders spektakuläres Markenzeichen.

Cadwell Park liegt in einem Tal, hat 18 Kurven mit Senken und Kuppen und einer Kurve, die Mountain genannt wird, weil dort die ganz Schnellen spektakuläre Luftsprünge zum Besten geben. Die Piste ist relativ schmal und wird hauptsächlich für Motorradrennen genutzt.

Die in Lincolnshire zwischen Louth und Horncaslte gelegene Piste, wird auch Mini-Nürburgring genannt und lockt über 30'000 Fans an. Der Rundenrekord liegt bei 1:26,590 (145,86 km/h) und wird von Leon Haslam gehalten. Auf der Zielgerade erreichen die Superbikes Spitzengeschwindigkeiten von über 260 Km/h.

Am Samstagmorgen kam Stuart Higgs, der Direktor und Rennleiger der BSB-Serie auf mich zu, drückte mir seine Visitenkarte in die Hand und sagte, ich dürfe eine Runde mit dem Safetycar mitfahren. Am Steuer sass der ehemalige Rennfahrer Chris Glendinning. Dementsprechend ging es mit dem 550 PS starken Nissan GT-R zur Sache. Chris wird auch in Silverstone den Safetycar um die Strecke driften. Eine schöne und auch ungewohnte Willkommensgeste war es auf alle Fälle.

Mit CEO Jonathan Palmer (ex-Formel-1-Fahrer) zusammen hat Stuart Higgs mit der Britischen Superbike-Meisterschaft eine gut funktionierende Rennserie auf die Beine gestellt. Gutes Niveau, verschiedene Hersteller, Fernsehübertragung und reichlich Zuschauer. Der Fuhrpark, sowie die Motorhomes der Topteams stehen der MotoGP in nichts nach.

Jake Dixon, der 20-Jährige Sohn von Seitenwagenweltmeister Darren (1995/1996/LCR-ADM) ist eine der großen Hoffnungen in der Britischen Rennszene. Darren sagte nicht ohne Stolz: «Es ist erst sein fünftes Rennen und mit einem sechsten Platz hat er bereits für Aussehen gesorgt. Es keine einfache Meisterschaft, die ersten Acht liegen nur eine halbe Sekunde auseinander. Ein sechster Platz hat bisher noch kein Neuling in dieser heiß umkämpften Klasse geschafft, denn die ersten Acht liegen oft nur eine halbe Sekunde auseinander.»

Dixon hatte in Dover sein Motorradgeschäft vor ein paar Jahren geschlossen und ein Café eröffnet. In der Hoffnung, dass das neu gebaute Krankenhaus genügend Gäste bringen würde. «Das war aber nicht der Fall, also schloss ich das Café. Das Geschäft ist jetzt vermietet und die beiden Wohnungen im ersten Stock auch, ich muss also nicht hungern, mir geht es gut und ich bin zufrieden, wie es läuft.»

Ex-GP-Fahrer Niall Mackenzie (als jeweils Dritter sieben Mal auf dem Podest) hat zwei Söhne, die in der Britischen Meisterschaft teilnehmen. Taylor hat in der Superstock 1000 bereits fünf Rennen gewonnen und führt die Meisterschaft an. Sein Bruder Tarran liegt an der Spitze in der Supersport Klasse.

Der dreifache Britische Superbike-Meister Ryuichi Kyonari wurde nach Brands Hatch (nr 19.) vom TeamBenetts Suzuki entlassen, ersetzt wurde der Japaner und ehemalige MotoGP-Fahrer bei Gresini (2003) aber (noch) nicht. Colin Davies, Teammanager und langjähriger Mechaniker in den Werkteams von Yamaha und Suzuki meinte dazu: «Die Resultate kamen einfach nicht, er klagte über das Motorrad. Aber der zweite Fahrer Tommy Bridewell schlägt sich recht ordentlich damit. Am Motorrad kann es also nicht gelegen haben.»

Der Tscheche Jakub Smrz fährt nach wie vor in der BSB und es macht ihm auch nach wie vor viel Spaß in dieser mit doch recht außergewöhnlichen Strecken bestückten Meisterschaft. «Ich wohne immer noch in Budweis, wo mein Vater unsere Smrz-Nachwuchsschule betreut. Mein Bruder Matej fährt zurzeit nicht. Nach den vielen Stürzen ist es besser, wenn er eine Pause einlegt und wieder fit wird. Vielleicht kommt er bereits dieses Jahr wieder zurück oder dann spätestens nächstes Jahr.»

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