Dakar wem Dakar gebührt

Von Yörn Pugmeister
Dakar Auto
Der Tagessieger Nasser Al-Attijah im X-Raid BMW X 3

Der Tagessieger Nasser Al-Attijah im X-Raid BMW X 3

Nein, nein – da kann man nicht meckern. Die Dakar macht hier und heute ihrer Tradition und ihrem So-wüst-als-möglich-Image alle Ehre.

Mit sicherer Hand und viel Geschmack haben die Organisatoren den Platz für das nächtliche Biwak gewählt: Schienenreste und Bauruinen des aufgelassenen Verschiebe-Bahnhofes in Jacobacci auf fast 900 Meter Höhe in Patagonien. Zwischen Stellwerken und Betonperrons, in Gleisdreiecken und neben Weichenmechanik parkiert nun die millionenteure Sportkampf-Truppe mit all' ihrem Material. Und da es im Kaff nebenan nur eine „Grand Hotel“ genannte Absteige mit 16 Zimmern gibt - sonst keine anderen Unterkunft-Möglichkeiten - hausen bis auf wenige Glückliche alle anderen unter Zelttuch, neben rostigen Gleisen oder am Lokschuppen. Könner und Improvisierer, wie etwa Regelguru Michael Bernard von VW, konnten ihr Zelt im alten Wartesaal unter Dach platzieren. Sven Quandt, in klimatisierter Kammer in seinem eigenen LKW – Grand -Hotel bestens und frisch untergebracht, feixte: „ Das Nachtlager hier ist wie einst im afrikanischen Atar . Dort flog einem noch zusätzlich benutztes Klopapier um die Ohren“. Nun, so schlimm ist es in Jacobazzi nicht- man hat Plastik - Klohäuser ohne Klopapier.

Vielleicht nicht einmal ein ganz schlechter Platz für einen Nacht-Ansitz, denn man ist bestimmt im Trockenen, gesellte sich doch gegen Abend zum pfeifenden Sandwind im Bahnhofsgelände noch ein eiskalter Regen bei 16 Grad.

Die schnellen Menschen sind natürlich in einem der 16 Grand-Hotel-Zimmer logiert. Carlos Sainz, Zweiter heute mit seinem Touareg und Erster im Gesamt, wohnt dort. Der Tagessieger Nasser Al-Attijah im X-Raid BMW X 3, inzwischen Zweiter nach der 3. Etappe, schläft selbstverständlich grandios bei X-Raid im weißen Bett. Dieter Depping, drittbester heute, fand ebenso ein Dach über dem Kopf wie Giniel de Villiers, der den heutigen VW-Triumph – vier Race-Touareg unter dem ersten halben Dutzend mit Mark Miller als Sechstem – voll machte.Nur Stephane Peterhansel von Mitsubishi konnte sich da vorne noch einklinken – aber nur fünfeinhalb Minuten hinter dem Schnellsten. Luc Alphand aus dem Mitsu-Stall, der sonst auch immer ganz weit vorne jodelt, stürzte ab auf den 15. Platz: Die Reparatur einer Kraftstoffleitung kostete ihn 33 Minuten.

Hiroshi Masuoka, der Zweifach-Dakar-Sieger, ist endgültig nicht mehr dabei. Er stand auch auf einer jener Listen, die der Veranstalter allabendlich mit dem gleichen Stolz wie die Ergebnis-Tabellen überreicht: Die der täglich zunehmenden Ausfälle.Heute wurden 36 Motorrad-fahrer als minus verbucht und 17 Autos als nicht mehr dabei aufgeführt, unter ihnen auch das deutsche Team Tino Schmidt und Philip Tiefenbach auf ihrem Pajero.

Wie gesagt, Dakar nur wem Dakar auch wirklich gebührt.

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