Engel und der Reiz der Formel E: «Harter Motorsport»

Von Andreas Reiners
DTM
Maro Engel

Maro Engel

Maro Engel kennt beide Seiten: In den vergangenen Monaten sprang der Deutsche zwischen seinem Formel-E- und DTM-Boliden hin und her. Er kennt auch den Reiz der Elektroserie.

Maro Engel war auch geschockt, keine Frage. Einen Tag nach seinem Sensationssieg in Moskau hatte Mercedes den Ausstieg aus der DTM nach der Saison 2018 bekanntgegeben. Für Engel, der mit der DTM aufgewachsen ist, durchaus ein herber Schlag. Aber auch ein nachvollziehbarer Schritt. «Man kann nicht mit geschlossenen Augen in die Zukunft gehen, denn E-Mobilität spielt eine immer größere Rolle. Die Formel E hat sich fantastisch entwickelt. Deshalb kann ich den Schritt nachvollziehen», sagte Engel SPEEDWEEK.com.

Er fuhr in dieser Saison zweigleisig, trat in der kürzlich beendeten Formel-E-Saison für Venturi an und wurde in der Gesamtwertung 17. Der Wechsel zwischen den beiden Autos sei durchaus ein Gewöhnungsprozess, so Engel. «Vor allem, wenn es darum geht, die Details des Autos herauszuarbeiten. Mir ist der Umstieg zwischen den Autos aber unter dem Strich gut gelungen, ich konnte mich immer schnell wieder einfinden.»

Und auch wenn er es nicht ganz so deutlich sagen will: Ein DTM-Auto macht unter dem Strich ein bisschen mehr Spaß. «Das schnellste Auto macht einem Rennfahrer am meisten Spaß, und das DTM-Auto ist nun mal wahnsinnig schnell», sagte er, stellte aber auch klar, dass sich der Formel-E-Renner nicht unbedingt verstecken muss: «Für mich sind beide Autos der Hammer. Ich schätze, dass ein Formel-E-Renner auf einem Stadtkurs den Speed eines GT3-Autos hat. Und: Die Autos werden in Zukunft noch schneller werden.»

Er muss es nach seinen Erfahrungen nun wissen: Was macht den Reiz der Formel E aus? «Die Formel E ist harter Motorsport. Das Handling und das komplexe Energiemanagement sind alles andere als einfach. Du bist als Fahrer sehr gefordert, hast wenig Zeit und musst schnell lernen», sagte er. Nicht nur das: Die Formel E bringe den Motorsport in die Innenstädte zu den Fans, spreche ein ganz neues Publikum an und treffe den Zeitgeist perfekt, so Engel.

Der Deutsche weiter: «Die Formel E gibt es erst seit ein paar Jahren, sie hat aber schon einen großen Zuspruch gefunden. Und: Sie hat den besonderen Eintages-Eventcharakter, sie hat etwas von einem Stadtfest. Deshalb kommen auch viele Zuschauer, die zu einer traditionellen Rennstrecke eher nicht kommen würden, die vielleicht auch noch nie etwas mit Motorsport zu tun hatten.» DTM und Formel E seien zwei verschiedene Philosophien: «Der größte Unterschied ist, dass die Elektrifizierung für alle Hersteller weltweit im Moment das Hauptthema ist.»

Nun geht es für die DTM darum, den Fortbestand nach 2018, ohne Mercedes, zu sichern. Um langfristig zu überleben, muss die DTM vor allem an den Stellschrauben drehen, meint Engel. Auch wenn die Serie mit den zahlreichen Neuerungen im Winter einen großen Schritt nach vorne gemacht hat – Kleinigkeiten gibt es immer zu verbessern.

«Man sollte sich darauf konzentrieren, das aktuelle Produkt noch weiter zu verbessern. Alle Fahrer sind sich einig, dass die Autos noch mehr Leistung vertragen können. Ansetzen muss man bei den Performance-Gewichten, es wäre für die Serie nur gut, wenn man eine bessere Lösung finden würde. Und wenn es eine Möglichkeit gibt, sollte man einen weiteren Hersteller in die DTM locken», sagte Engel, der aber auch glaubt, «dass man auch mit zwei Herstellern absoluten Mega-Motorsport bieten kann.»

Um trotzdem einen Ersatz für Mercedes finden zu können, müsse man ein Produkt vorlegen, das den Vorständen die richtige Grundlage für einen Einstieg gebe, so Engel: «Das neue Reglement für 2019 wird für die meisten Hersteller der wichtigste Punkt sein. Es wäre ein guter Ansatz, wenn man das Reglement der Super GT weiter angleicht. Gerhard Berger ist der absolut richtige Mann für die richtigen Ideen und Lösungen.»

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