DTM: Bei Ex-Stars mehr los als bei aktuellen Fahrern

Von Andreas Reiners
DTM
Die Ex-Stars Bernd Schneider und David Coulthard mit DTM-Boss Gerhard Berger

Die Ex-Stars Bernd Schneider und David Coulthard mit DTM-Boss Gerhard Berger

Mit Mattias Ekström hat sich zuletzt wieder ein Urgestein aus der DTM verabschiedet, der Schwede war auch einer der letzten echten Typen. Ein Problem: Erst kam der Hersteller, dann der Fahrer.

Red Bull hat sich aus der DTM zurückgezogen. Zum einen wegen des Rücktritts von Mattias Ekström, schließlich hat man den Schweden jahrelang unterstützt und tut das auch weiterhin, allerdings nur noch in der Rallycross-WM. In der DTM hat sich kein Nachfolger für den zweimaligen Meister gefunden, der ohne Frage polarisierte und ein Gesicht der Serie war.

Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko sagte bei den Kollegen von motorsport.com: «Ich will keinem DTM-Fahrer zu nahe treten, aber auf der Straße würde die kein Mensch erkennen.» Ein Problem der Hersteller, wie der Österreicher glaubt: «Das ist wahrscheinlich auch ein Fehler der Hersteller, dass sie so sehr auf ihre Markenpolitik Wert legen, obwohl der Zuschauer den Fahrer als Hero sehen will. Erst dann kommt das Produkt.»

Der frühere Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat bei den Stuttgartern zwar 2012 aufgehört, gehörte aber als ARD-Experte zum Fahrerlager-Inventar. Und da ist auch ihm eine Besonderheit aufgefallen: «Wir alle machen die gleichen Beobachtungen: Wenn ehemalige DTM-Fahrer durchs Fahrerlager laufen, dann kann’s passieren, dass dort mehr los ist als bei den aktuellen», sagte er im kicker.

Haug weiß: «Dabei war das Medienaufkommen der Schneiders, Ludwigs und Stucks zu ihrer Zeit ganz bestimmt nicht größer als heute. Heute gilt Social Media oft als die Garantie für Kommunikationserfolge und fürs Bekanntwerden.»

Dabei nimmt Haug das Twitter-Verhalten der Fahrer aufs Korn. In der Tat werden die Fans «mitgenommen», oft hält sich der Informationsgehalt aber arg in Grenzen. «Der Fahrer twittert: „Schau mal, mein Frühstücksei.“ Ich schau’s mir an und bin hellauf begeistert. Ich weiß dank Twitter jetzt auch, wie Rennfahrer Weihnachtsbäume aufstellen», so Haug.

Die DTM sei damals eine Mega-Geschichte gewesen, «ist aber auch heute alles andere als ein Rohrkrepierer. Manchmal sind wir in Deutschland halt auch Spezialisten im Herunterreden. Und es ist für etliche Zeitgenossen angesagt, alles zu kritisieren, was sich rund ums Thema Auto dreht», so Haug.

Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz hingegen betonte, dass man in den vergangenen zwei, drei Jahren viel dazu beigetragen habe, die Fahrer verstärkt in den Vordergrund zu rücken. «Andererseits ist die Historie eben voll mit Namen, die diese Serie geprägt haben. Damals war es offenbar möglich, die Fahrer mehr als heute in den Fokus zu rücken – es war jedoch auch medial eine andere Zeit. Das aber muss sich entwickeln, das lässt sich nicht erzwingen.»

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