Zwei DTM-Pechvögel: Wenn einfach der Wurm drin ist

Von Andreas Reiners
DTM
René Rast

René Rast

Es gibt so Phase in einer DTM-Karriere, da läuft nichts zusammen. Bei Titelverteidiger René Rast ist das in dieser Saison so, bei seinem Mercedes-Kontrahenten Pascal Wehrlein ebenfalls. Es ist der Wurm drin.

Pascal Wehrlein stellte sich sofort vor seine Mannschaft. Er weiß: Man gewinnt zusammen, man verliert aber auch zusammen. Beim neunten Saisonrennen verlor Wehrlein zusammen mit seiner Mannschaft, als man durch einen verpatzten Boxemstopp den Sieg wegwarf. Auch wenn es sein erster DTM-Sieg seit 2015 gewesen wäre. Der erste seit seiner Rückkehr in dieser Saison. Bitter.

Aber als Zweiter gestartet, versuchte er mit 0,3 Sekunden Rückstand auf den späteren Sieger Gary Paffett einen Undercut. Wehrlein verlor beim Reifenwechsel aber mehr als vier Sekunden auf den Briten. «Für einen Boxenstopp kann niemand etwas. Da haben wir Platz zwei, vielleicht sogar Platz eins verloren, weil ich im ersten Stint schneller war als Gary. Aber ich kann nichts daran ändern, es ist halt so. Ich habe mich natürlich geärgert. Im Auto fühlt es sich halt ewig an», sagte Wehrlein.

Unter dem Strich bleibt, dass ihm das Pech treu bleibt. Denn es war nicht die erste Panne beim früheren Formel-1-Star. In Budapest ließ ihn zunächst das Auto im Stich, dazu verlor er einen möglichen Sieg im Regenchaos durch einen Rennabbruch. Am Norisring funktionierte dann sein Mercedes gar nicht. Während die Stuttgarter auf dem Stadtkurs durchweg dominieren, fuhr er hinterher. Eine dicke Pechsträhne zur Unzeit, immerhin ist Mercedes in dieser Saison auf allen Strecken stark, ist auch in Zandvoort das Maß der Dinge. Immerhin geht sein Auto wieder gut: «Es fühlt sich so an, wie es sich anfühlen muss.»

Ebenfalls bitter: Kurz vor Schluss bot sich durch eine Safety-Car-Phase inklusive Indy-Restart noch eine unverhoffte Chance, vielleicht doch noch einmal die Spitze anzugreifen. Doch Wehrlein verlor er nach einem misslungenen Angriff auf seinen Teamkollegen Paul di Resta sogar noch Platz drei, wurde hinter Lucas Auer nur Vierter. Es jubelten beim Mercedes-Vierfachsieg also vor allem wieder die anderen. Paffett führt die Gesamtwertung mit 127 Punkten an, Wehrlein belegt mit 57 Punkten Gesamtplatz sieben.

Ähnlich wie Wehrlein fühlt sich im Moment René Rast. Auch beim Titelverteidiger geht wenig zusammen, was auch an seinem Audi liegt, der 2018 nur wenig konkurrenzfähig ist. Und sind dann mal Punkte in Sicht, geht etwas schief. Wie in Zandvoort, als er es mit einer risikoreichen Strategie probierte, im Gegensatz zur Konkurrenz lange draußen blieb. Er war als Neunter gestartet, hatte sich ein großes virtuelles Polster von 24 Sekunden herausgefahren. Rast musste nur noch seinen Pflichtstopp erledigen. Doch dann crashte sein Markenkollege Nico Müller. Safety Car. Aus die Maus.

Denn Rast konnte nicht mehr rechtzeitig in die Box zum Reifenwechsel. Das Feld rückte zusammen, sein Vorsprung war weg. «Bei dem Unfall von Nico war ich noch weit von der Safety-Car-Linie entfernt, da war ich in der Schikane in Turn zwölf. Als die Boards rauskamen für das Safety-Car wusste ich genau, dass ich eigentlich auch hätte stehen bleiben können. Das Rennen war zu dem Zeitpunkt gelaufen», sagte der Audi-Pilot: «So kann es gehen, wenn man eine risikoreiche Strategie fährt. Wenn ein Safety-Car rauskommt, kann das passieren. Dessen waren wir uns bewusst. Deshalb gibt es ja Fahrer, die in der ersten Runde stoppen, um dem vorzubeugen.»

Rast weiter: «Ich wäre definitiv in die Top fünf gefahren. Aber hätte, hätte Fahrradkette. Das zählt einfach nicht. Im Moment ist der Wurm drin. Irgendwann reißt das auch wieder ab. Wir hatten dieses Jahr viele gute Rennen, in denen wir Punkte hätten machen können. Im Moment soll es einfach nicht sein.» Was sich auch in der Tabelle niederschlägt: Dort ist er weit weg vom Geschehen, ist mit 23 Punkten nur 15.

Er sah mal wieder das Positive, mehr bleibt ihm im Moment auch nicht übrig. «Was zählt ist, dass wir ein gutes Auto haben. Dass wir die Pace hatten, um vorne mitzufahren. Das macht mich optimistisch für Sonntag.»

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