Mercedes: Gemischte Gefühle nach dem Chaosrennen

Von Otto Zuber
DTM
Edoardo Mortara

Edoardo Mortara

Nach einem Sieg und einem dritten Platz am Samstag fuhr Mercedes am Sonntag im zweiten Nachtrennen der DTM-Historie einen weiteren Podestplatz ein.

Edoardo Mortara stand dabei nach Rang drei am Samstag zum zweiten Mal an diesem Wochenende auf dem Podium. Mit Platz zwei fuhr er bei seinem Heimrennen in Misano sein fünftes Saison-Podium und das 27. in seiner DTM-Karriere ein.

Für das Team war es der 24. Podestplatz in diesem Jahr. Nach 14 von 20 Saisonrennen hat Mercedes-AMG Motorsport auf allen sieben Strecken bislang mindestens einen Sieg und eine Pole Position erzielt.

Der Sieger des Samstagsrennens Paul Di Resta setzte seine Serie an Punkteplatzierungen fort und belegte Rang sechs. Damit übernahm der Schotte (186 Punkte) die Führung in der Fahrerwertung vor seinen Teamkollegen Gary Paffett (177 Punkte) und Edoardo Mortara (138 Punkte).

Neben der Fahrerwertung führt die Marke mit dem Stern auch die Team- und die Herstellerwertung weiter an. Bei den Teams führt die Mannschaft Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS (269 Punkte) die Tabelle mit 21 Zählern Vorsprung auf SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG Motorsport (248 Punkte) an. In der Markenwertung liegt Mercedes-AMG (761 Punkte) mit 319 Zählern Vorsprung vor BMW (442 Punkte) auf Platz eins.

Stimmen zum Rennen

Edoardo Mortara (31 Jahre, Italien): Ich hatte heute leider Pech mit dem Safety Car, aber das gehört im Rennsport dazu. So etwas kann passieren. Am Ende habe ich zwei Podestplätze bei meinem Heimrennen in Misano einfahren können. Natürlich wollte ich in Italien unbedingt gewinnen, das ist mir leider nicht gelungen. Aber ich bin dennoch mit dem Rennwochenende zufrieden. Ich hatte heute keine Probleme und eine richtig gute Pace. Mein Auto war im Rennen super konkurrenzfähig und das stimmt mich zuversichtlich für die restlichen Saisonrennen.

Paul Di Resta (32 Jahre, Schottland): Heute war nicht der einfachste Tag, aber alles in allem zählt vor allem, dass ich sechs Rennen vor Saisonende die Führung in der Meisterschaft übernommen habe. Leider warf mich im Qualifying mein erster Satz Regenreifen zurück, sodass ich zur Mitte einen Stopp einlegen musste und dann den nächsten Satz nicht mehr auf Temperatur bekam. Insgesamt gibt es also ein paar gemischte Gefühle, aber ich sehe das Positive. Vielen Dank an mein Team, die das Auto in der Kürze der Zeit super vorbereitet haben. Genauso geht es jetzt auch weiter. Hoffentlich läuft es beim nächsten Mal genauso gut, denn mein Auto funktionierte bei allen Bedingungen ausgezeichnet.

Pascal Wehrlein (23 Jahre, Deutschland): Das war leider kein guter Abschluss für unser erstes Rennwochenende in Misano. Der elfte Startplatz war sicher nicht ideal, aber bei so einem chaotischen Rennverlauf ist selbst aus der sechsten Reihe noch alles drin. Leider hat es heute nicht sollen sein. Jetzt nehme ich das Positive von diesem Wochenende, wie meine Mega-Aufholjagd im ersten Rennen, mit und hoffe, dass ich auf dem Nürburgring wieder ein besseres Wochenende erlebe.

Gary Paffett (37 Jahre, England): Das war ein sehr enttäuschendes Rennen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, heute viele Punkte einzufahren. Die Bedingungen waren schwierig, aber wir haben heute als Team viele falsche Entscheidungen getroffen. Das ist uns teuer zu stehen gekommen. Daraus müssen wir jetzt unsere Lehren ziehen und uns auf die nächsten Rennen konzentrieren.

Daniel Juncadella (26 Jahre, Spanien): Das war leider ein Rennen zum Vergessen für mich. Ich kann mich an kein so schlechtes Rennen in meiner Karriere erinnern. Zu Beginn lief es noch ganz gut und ich fühlte mich stark. Ich lag hinter Edo auf Platz zwei und wir waren auf Kurs zu einem möglichen Doppelsieg. Dann sind wir leider zu früh an die Box gegangen, da es kurz darauf wieder anfing zu regnen. Das war ein Desaster für mich. Danach hatte ich noch eine Berührung mit Gary, was ganz klar auf meine Kappe geht. Es tut mir sehr leid für das Team, das heute ein viel besseres Ergebnis verdient gehabt hätte.

Lucas Auer (23 Jahre, Österreich): Sorry, heute muss ich mich bei meinem Team entschuldigen. Ich habe das Auto verloren und bin im Kiesbett stecken geblieben - das war zu hundert Prozent mein Fehler. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Ulrich Fritz, Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef: Das war ein sehr chaotisches Rennen, das wie auch gestern gemischte Gefühle bei uns hinterlässt. Auf der einen Seite sind wir natürlich über Edos zweiten Platz happy. Auf der anderen Seite sind uns heute zu viele Fehler passiert, die ein besseres Abschneiden der gesamten Mannschaft verhindert haben. Angefangen mit den Problemen beim Boxenstopp von Gary, über Fahrfehler bis hin zu einer Kollision unserer Fahrer. Das sind alles Dinge, die nicht passieren dürfen. Wichtig wird aber sein, genau zu analysieren, wie es jeweils dazu kam. Unterm Strich können wir mit dem Rennwochenende in Misano sicher zufrieden sein. Gestern Platz 1 und 3, heute Platz 2 und das jeweils unter extrem schwierigen Bedingungen. Darauf kann man aufbauen.

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